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Epidemie in Westafrika: Weltbank gibt Millionen für Kampf gegen Ebola

Die Weltbank hat ein millionenschweres Nothilfepaket für die von Ebola betroffenen Länder aufgelegt. Die Infektion hat unterdessen Nigeria erreicht. Das hat Auswirkungen für die Lufthansa.

Wieder muss ein Ebola-Opfer zu Grabe getragen werden

Wieder muss ein Ebola-Opfer zu Grabe getragen werden

Unter dem Druck der steigenden Opferzahlen hat die Weltbank den betroffenen Ländern eine Nothilfe von bis zu 200 Millionen Dollar (149 Millionen Euro) zugesagt. Die Mittel sollen den am stärksten betroffenen Ländern ermöglichen, das tödliche Virus unter Kontrolle zu bekommen und den wirtschaftlichen Schaden durch die Seuche zu mindern, hieß es auf der Webseite der Organisation.

Kurz zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf neue Zahlen zur Epidemie gemeldet: Demnach hat Ebola in Westafrika bereits mindestens 887 Menschenleben gefordert. Insgesamt 1603 Ebola-Fälle wurden von den Behörden der betroffenen Länder bereits gemeldet.

"Die internationale Gemeinschaft muss schnell handeln, damit die Ebola-Epidemie gestoppt werden kann", sagte der Präsident der Weltbank-Gruppe, Jim Yong Kim, in Washington. Ihm zufolge hatte die Organisation auf den Hilferuf von Guinea, Liberia und Sierra Leone sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagiert. "Ich bin sehr besorgt, dass noch weitaus mehr Menschenleben in Gefahr sind, wenn wir die Weiterverbreitung von Ebola jetzt nicht unterdrücken".

Epidemie breitet sich nach Nigeria aus

Derweil wurde bekannt, dass sich die Ebola-Epidemie jetzt auch Nigeria ausgebreitet hat. Ein Arzt, der einen kürzlich in Lagos gestorbenen Fluggast aus Liberia behandelt hatte, sei mit dem Virus infiziert, teilte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu mit. Zwei weitere Menschen, die in Kontakt mit dem Mann waren und auf Isolierstationen liegen, zeigen demnach ebenfalls Symptome.

Insgesamt befänden sich acht Nigerianer in Quarantäne, mehr als 60 weitere würden überwacht, hieß es. Lagos ist eine Megametropole mit rund zehn Millionen Einwohnern, Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas.

Lufthansa sieht keinen Grund zur Sorge

Das Auftreten von Ebola in Nigeria hat auch die Lufthansa aufhorchen lassen, denn mit der Infektion ist erstmals eine direkte Flugverbindungen zwischen einem Ebola-Land und Deutschland betroffen. "Wir verfolgen die Situation aufmerksam", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Derzeit sei derzeit aber keine Veränderung im Angebot geplant. Experten halten das Risiko, sich auf einem Flug anzustecken, für extrem gering

Die Lufthansa fliegt täglich von Frankfurt aus zwei Ziele in Nigeria an: Lagos und Abuja. Bei den drei bisher vor allem betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone gebe es keine Direktverbindungen zu Frankfurt, hatte ein Sprecher des Flughafen-Betreibers Fraport gesagt.

Die Stadt Frankfurt wäre nach eigenen Angaben für einen Ebola-Fall gerüstet. Für den Fall, dass ein Passagier während des Flugs erkrankt, gebe es Notfallpläne, sagte Gesundheitsamts-Chef René Gottschalk. Die sei aber "extremst unwahrscheinlich". 2003 war der erste SARS-Patient auf europäischen Boden in Frankfurt gelandet, 2006 gab es einen Fall von Lassafieber.

US-Arzt Kent Brantly geht es besser

Unterdessen hat sich sich die Befürchtung, dass ein Patient im New Yorker Mount Sinai Krankenhaus das Virus von einem Besuch in Westafrika eingeschleppt haben könnte, als unbegründet erwiesen. Der Mann werde inzwischen auf andere Ursache für sein hohes Fieber und Erbrechen untersucht, schrieb die "New York Times" am Montagabend.

Am Dienstag wurde eine amerikanische Krankenschwester in Atlanta erwartet. Das Spezialflugzeug mit ihr in einer Quarantänekammer hob in der Nacht zum Dienstag in Liberia ab. Die Missionarin der Hilfsorganisation SIM, Nancy Writebol, hatte sich bei der Versorgung von Ebola-Kranken in Westafrika infiziert und schwebt seitdem in Lebensgefahr.

Bereits am Samstag war der 33-jährige US-Arzt Kent Brantly, dem Writebol in Liberia zur Hand gegangen war, im gleichen Flugzeug nach Atlanta transportiert worden. Dort wird er in der Klinik der Emory Universität unter strengsten Quarantänemaßnahmen behandelt. "Es ist ermutigend, dass es ihm besserzugehen scheint", sagte der Direktor der amerikanischen Seuchenbehörde CDC, Tom Frieden, dem US-Sender CBS. Infektionen mit dem Ebola-Erreger führen Experten zufolge in 55 bis 90 Prozent aller Fälle zum Tod.

kis/DPA/AFP / DPA

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