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Neue Daten zu Knie-OPs: Bayern ist Prothesen-Meister

Ein Kunstgelenk ist oft die letzte Rettung für Knie-Geplagte. Doch die Prothesen werden in Deutschland höchst ungleich verteilt: Bewohner ärmerer Regionen erhalten auffallend oft keine.

Von Nicole Heißmann

Für Patienten mit fortgeschrittenem Knorpelverschleiß und quälenden Schmerzen ist ein künstliches Knie oft die letzte Rettung.

Für Patienten mit fortgeschrittenem Knorpelverschleiß und quälenden Schmerzen ist ein künstliches Knie oft die letzte Rettung.

Bayern ist deutscher Prothesen-Meister. In keinem anderen Bundesland pflanzen Ärzte so oft ein künstliches Knie ein: 2011 waren es 161 Implantate pro 100.000 Einwohner. Ähnlich hohe Raten verzeichnet Thüringen mit 158 OPs auf 100.000 Bürger. Abgehängt sind dagegen Knie-Geplagte im Nordosten: In Mecklenburg-Vorpommern bekommen gerade einmal 96 von 100.000 Einwohnern ein neues Gelenk. In Berlin sind es sogar nur 87 - etwa halb so viele wie in Bayern.

Die Unterschiede sind dokumentiert im neuen "Faktencheck Gesundheit Knieoperationen", einer Studie der Bertelsmann Stiftung zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Dafür sichteten die Experten einen gigantischen Datenschatz von etwa 25 Millionen AOK-Versicherten über die Jahre 2005 bis 2011. Mehr als 400.000 davon hatten ein künstliches Knie erhalten.

Frankfurt an der Oder ist Schlusslicht

Dabei zeigte sich jedoch: Nicht jeder hat in Deutschland die gleichen Chancen auf ein Implantat. Besonders eklatant sind die Versorgungsunterschiede auf Kreisebene. Auch hier liegt Bayern an der Spitze: Das mittelfränkische Neustadt an der Aisch bei Nürnberg führt die Liste an. 2005 bis 2011 implantierten Orthopäden hier die meisten neuen Kniegelenke - 214 auf 100.000 Neustädter. Dicht dahinter folgt Hersfeld-Rotenburg in Osthessen mit 209. Ebenfalls auf vorderen Rängen tummeln sich wohlhabende Kreise im Süden Bayerns: Garmisch-Partenkirchen, Rosenheim und das Oberallgäu.

Am unteren Ende der Skala dagegen klebt Frankfurt an der Oder mit 73 Knie-OPs pro 100.000 Bürger. Das entspricht gerade mal einem Drittel der Neustädter Rate. Den vorletzten Rang teilen sich Cottbus und Leverkusen mit je 78 Eingriffen. Der Bundesschnitt liegt bei 125.

Warum greifen Ärzte quer durch die Republik mal öfter, mal seltener zum Skalpell? Gelenk-Operationen gelten eigentlich als Routine an Deutschlands Kliniken. Etwa 140.000 Mal im Jahr wird hierzulande ein Knie ausgetauscht. Ein rettender Eingriff gerade für Patienten mit fortgeschrittenem Knorpelverschleiß und quälenden Schmerzen. Doch überraschenderweise wird in Deutschland eben oft nicht da operiert, wo die meisten Menschen mit Arthrose leben.

Sondern zum Beispiel im südlichen Bayern: In Rosenheim, Garmisch-Partenkirchen und im Oberallgäu diagnostizieren Ärzte seltener eine Arthrose als in anderen Gegenden, setzen aber relativ oft ein Kunstknie ein. In weiten Teilen Sachsens und Sachsen-Anhalts dagegen leben überdurchschnittlich viele Menschen mit Gelenkschäden - doch die OP-Raten sind niedrig.

Wer arm ist, schaut in die Röhre

Die brisante Vermutung der Forscher: Viele Menschen im Osten und Nordosten der Republik bekommen kein neues Knie, weil sie arm sind. Denn die Bertelsmann-Studie belegt: In sozial schwachen Kreisen mit niedrigem Durchschnittseinkommen und geringer Bildung wird auffallend wenig operiert - auch wenn dort die Arthroseraten keineswegs gering sind. Beispiele dafür sind Güstrow und Demmin in Mecklenburg-Vorpommern.

Demgegenüber ist bekannt, dass gut situierte Patienten mit Gelenkschmerzen öfter zum Arzt gehen und ihre Ansprüche dann auch eher durchsetzen, weil sie zum Beispiel weiter Sport treiben oder wandern wollen. Diese Kranken erhalten dann öfter ein Kunstgelenk als sozial Schwächere. Ein Missstand, der in Deutschland noch dadurch verschärft wird, dass Ärzte bislang nur relativ weiche Kriterien dafür definiert haben, wer eine Knieprothese braucht und wer nicht.

Wie häufig werden in Ihrem Landkreis künstliche Kniegelenke eingesetzt? Und wie steht Ihr Landkreis im Verhältnis zum Bundesdurchschnitt da? Mehr dazu erfahren Sie auf dieser interaktiven Karte.

Tipps, auf was Sie als Patient achten sollten, finden Sie hier.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(