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Psychologie: Welcher Persönlichkeitstyp von Psychopathen in den Bann gezogen wird

Psychopathen wirken charmant, sind kontrolliert - aber dabei kühl und berechnend. Und vor allem manipulativ. Eine US-Universität hat untersucht, welcher Persönlichkeitstyp sich von Psychopathen angezogen fühlt. Das Ergebnis: Gleich und gleich gesellt sich gern.

Psychopathen

Psychopathen

Vergessen Sie den Axt-Mörder. Oder den zappeligen Irren, der zuerst nur launisch und im nächsten Moment gewalttätig wird, weil er seine Gefühle kaum kontrollieren kann. Das sind nämlich mit großer Sicherheit keine Psychopathen, sondern Soziopathen. Während die einen durch ihre Art kaum in der Lage sind, ein bürgerliches Leben zu führen, zu emotionalen und impulsiven Ausbrüchen neigen, sind Psychopathen anders. Kontrolliert, charmant, strukturiert - ja, sogar gute Zuhörer können sie sein. Nicht, weil sie sich wirklich für ihr Gegenüber interessieren oder gar empathisch sind. Das sicherlich nicht. Aber sie horchen ihren Gesprächspartner aus. Denn sie sind Meister der Manipulation und können lügen, dass sich die Balken biegen. 

Die Emory University in den USA hat sich in einer Studie genauer mit diesen Psychopathen befasst. Knapp 700 Männer und Frauen wurden nach Partnerwünschen befragt, ob sie eher kurzfristige nach langfristige Beziehung suchen. Dazu sollten sie aus 70 Merkmalen aus der DSM-5-Klassifizierungssystem für Persönlichkeitsstörungen auswählen und sich auch selbst einschätzen, schreiben die Forscher im "Journal of Personality". Das Ergebnis: Menschen, die selbst mangelnde Empathie und oberflächlichen Charme an sich feststellten, mochten diese Eigenschaften auch bei ihrem potenziellen Partnern. Diejenigen, die in einem höheren Maß psychopathische Merkmale aufwiesen, fühlten sich auch eher zu solchen Menschen hingezogen. Auch Menschen mit anderen Persönlichkeitsstörungen wie ausgeprägtem Narzismus oder Sadismus würden sich von Menschen mit ähnlichen Neigungen angezogen fühlen. 

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Beamte als Psychopathen

Auf Platz 10: Ein bisschen Macht und fast pedantisches Arbeiten - so stellt man sich die Arbeit der Beamten in den vielen Behörden gerne mal vor. Und ausgerechnet dort sollen viele Psychopathen sitzen.

Warum Psychopathen sich gegenseitig anziehen

Eine Erklärung der Forscher: Psychopathen können kaum Reue für ihr Handeln empfinden, es mangelt ihnen an Schuldgefühl und Gewissen. Das stigmatisiert diese Menschen in der Gesellschaft, glaubt Susan Krauss Whitbourne, eine renommierte Forscherin der Universität von Massachusetts Amherst. Psychopath - das wäre wie ein Label, dass den Betreffenden in die Ecke mit Kriminellen stellen würde. Menschen, die hingegen selbst mit Psychopathen-Merkmalen leben, akzeptieren dies bei anderen Menschen eher. 

Menschen, die ohne eigenen psychopathischen Merkmale eine Beziehung mit einem Psychopathen eingehen, leiden häufig. "Ähnlich wie Sie auf den ersten Blick nur schwer erkennen, ob jemand Rechts- oder Linkshänder ist, werden Sie Probleme haben, einen Psychopathen sofort zu durchschauen", schreibt die Münchener Therapeutin Ulrike Fuchs. "Das einzige, was den Psychopathen vom 'normalen' Menschen maßgeblich unterscheidet, ist seine Emotionslosigkeit, sein fehlendes Gewissen und mangelndes Mitgefühl – und das ist von außen niemals zu erkennen. So kann es jedem passieren, einem Psychopathen ins Netz zugehen. [...] Da hilft nur eines: anschnallen, bis Sie bei der erstbesten Gelegenheit das Weite suchen können! Und dann, nichts wie weg! Ihre Sicherheit geht vor!" 

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