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UN-Studie: Millionen Kinder sterben an vermeidbaren Infektionen

Kindersterblichkeit ist nach wie vor ein großes Problem - besonders in Afrika. 2010 starben weltweit 7,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Zwei Drittel erlagen Infektionskrankheiten.

Masern, Lungenentzündungen, Durchfall und andere Infektionskrankheiten kosten Millionen Jungen und Mädchen das Leben. Im Jahr 2010 starben 7,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren daran. Damit verursachten Infektionskrankheiten fast zwei Drittel aller Todesfälle bei Kindern im Alter unter fünf, berichten Wissenschaftler der Vereinten Nationen (UN). Viele Infektionen ließen sich vermeiden, schreiben sie im britischen Fachmagazin "The Lancet".

Ein Team um Li Liu von der Child Health Epidemiology Reference Group der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Mitarbeiter des Kinderhilfswerks Unicef hatten Daten aus insgesamt 193 Ländern zur Kindersterblichkeit ausgewertet. Demnach starben mehr als drei Millionen Kinder schon im ersten Monat nach der Geburt. Ursache waren meistens Komplikationen bei Frühgeburten. Bei älteren Kindern führten Lungenentzündungen am häufigsten zum Tod, gefolgt von Durchfallerkrankungen und Malaria. Bei der Hälfte der Todesfälle handelte es sich um afrikanische Kinder - zu 73 Prozent waren vermeidbare Infektionskrankheiten verantwortlich. In Südostasien führten vor allem Komplikationen während des ersten Lebensmonats zur Kindersterblichkeit.

Nach einer im Jahr 2000 formulierten Vorgabe der UN soll die Sterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren zwischen 1990 und 2015 um zwei Drittel sinken. Zwar sei die Kindersterblichkeit seit 2000 um 26 Prozent weltweit gesunken, schreiben die Wissenschaftler. Fortschritte habe es vor allem bei Bekämpfen von Lungenentzündungen, Masern und Durchfall gegeben. Hier sei die Zahl der Todesfälle um zwei Millionen zurückgegangen. Jedoch reiche dies in vielen Ländern und bei vielen Krankheiten nicht aus, um das angestrebte Verringerung zu erreichen. In Afrika beispielsweise seien lediglich die Fälle von Tetanus, Aids, Masern und Malaria jährlich stark genug gesunken, um das vereinbarte Ziel noch zu erreichen.

Die beabsichtigte Reduzierung der Kindersterblichkeit sei nur dann möglich, wenn es in den nächsten Jahren mehr lebensrettende Eingriffe für die Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kleinkindern gebe, resümieren die Wissenschaftler. Dies gelte vor allem in den besonders stark betroffenen Regionen und Ländern und bei den wichtigsten Erkrankungen.

maj/DPA / DPA

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