Vogelgrippe Seehofer will die Stallpflicht vorziehen


Nur 15 Kilometer von Österreichs Grenze entfernt liegt der Ort in Slowenien, an dem ein an Vogelgrippe verendeter Schwan gefunden wurde. Grund genug für Agrarminister Seehofer, bei der geplanten Stallpflicht für Geflügel auf Eile zu dringen.

Deutsche Landwirte müssen ihr Geflügel wegen der Vogelgrippe nun wohl doch schon in den nächsten Tagen in den Stall sperren. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) will die vorsorgliche Stallpflicht vorziehen.

Grund sei die veränderte Risikolage, nachdem in Slowenien, nahe der österreichischen Grenze, ein toter Wildschwan mit dem für den Menschen gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1 gefunden wurde, sagte die Ministeriumssprecherin Ulrike Hinrichs. "Der Bundesminister ist geneigt, die Stallpflicht, die erst für den 1. März vorgesehen war, vorzuziehen."

Das bedeutet, dass Geflügel in Deutschland für mindestens zwei Monate ausnahmslos im Stall bleiben muss. Damit soll verhindert werden, dass Zugvögel das aggressive Virus nach Deutschland einschleppen. Wann die Stallpflicht in Kraft treten soll, war zunächst noch nicht klar. Dazu sei eine Eilverordnung nötig, die zwei bis drei Tage dauere, sagte Hinrichs.

Schwan mit H5-Virus nahe Österreichs Grenze gefunden

Am Wochenende hatten die Behörden das Virus bei verendeten Schwänen in Italien, Griechenland und Bulgarien entdeckt. Zugleich wurde ein Virus der H5-Gruppe bei einem verendeten Schwan in Slowenien festgestellt. Der in Schwan wurde nahe der Stadt Maribor entdeckt, die nur 15 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt liegt.

Ob es sich bei dem festgestellten Erreger um den Virenstamm H5N1 handele, sei noch unklar, teilte die EU-Kommission am Sonntag mit. Das slowenische Labor für Vogelgrippe habe seine Proben zu weiteren Tests an das EU-Referenzlabor im britischen Weybridge geschickt.

Geflügelschauen könnten verboten werden

Seehofer will sich am Montagnachmittag in Berlin mit den Experten des Ministeriums und des Friedrich-Loeffler-Instituts zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Neben der Stallpflicht will er prüfen, ob Geflügelschauen vorübergehend verboten werden sollen. Bislang können solche Veranstaltungen noch mit Sondergenehmigungen stattfinden. Außerdem sollte bei Schwänen in Deutschland das so genannte Monitoring verschärft werden, um eine breitere Überwachung zu gewährleisten, sagte Hinrichs.

Zudem soll die Überprüfung von Wildschwänen in Deutschland verschärft werden, sagte die Sprecherin. Seuchenexperten der Europäischen Union wollen auf einem Krisentreffen am Donnerstag und Freitag in Brüssel über Abwehrmaßnahmen gegen das Virus beraten.

DPA/AP AP DPA

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