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Tag 15 im Dschungelcamp 2011: Im Dschungel gehen die Lichter aus

Im Dschungelcamp wird es zunehmend zäher. Daran konnten auch Schatzsuche, "Dschungelmemory" und die Verkündung der Finalteilnehmer nur wenig ändern. Peer, Katy und Thomas bleiben drin, Jay Khan muss gehen. Seine Reaktion: "Das ist okay". Doch noch ein wahres Wort zum Abschluss.

Von Ingo Scheel

"Kann ich Deine Zigaretten haben?", war die erste Reaktion auf Jays Auszug von Katy Karrenbauer, die natürlich weiß, wie es ist, wenn die einen gehen können und die anderen noch hinter Gittern bleiben. Und dieser Walter'sche Pragmatismus zeigt denn auch das Dilemma, in dem sich das Dschungelcamp an Tag 15 befindet. Die Luft ist raus, das Dschungelcamp, die TV-Gemeinde, die Kandidaten liegen in den letzten Zügen. Eben noch bissen die Spinnen und Skorpione, jetzt bleckt bereits die Realität ihre Zähne.

Gitta Saxx, einige werden sich an das Playmate erinnern, ist bereits ebenso im Orkus der Post-Dschungelära verschwunden wie Eva Jacob oder Frank "Froonck" Matthée. Sarah Knappik geistert noch durch Foren und Fanseiten, mittlerweile weht auch Indira Weis wieder der australische Wind ins Gesicht - und das überraschend scharf. Die Freudentränen beim Wiedersehen mit ihrer Schwester sind kaum getrocknet, da bekommt die ehemalige Bro'Sis-Sängerin vor Entsetzen kaum den Mund wieder zu. Musste sie sich doch zum ersten Mal anhören, wie sehr sich ihre Lovestory mit Jay Khan in der Außenwahrnehmung von den eigenen Eindrücken unterschied: Alles gespielt, geflüstert, geplant - das Leben da draußen erschien für Indira binnen Sekunden unbequemer als jede zerlegene Dschungelpritsche.

Jay arbeitet an der Verhüllung seiner Tonsur

Im Lager zählt man dagegen bereits die Stunden: Kaum zu übersehen, dass die Besatzung sich wünscht, RTL hätte das Finale nicht erst auf den quotenträchtigeren Samstag, sondern schon auf den Freitag gelegt. Tommy Rupprath döst auf seiner Pritsche dem Ende entgegen, im Dschungeltelefon sucht Peer Kusmagk minutenlang Essensreste und andere unaussprechliche Dinge im Zahnfleisch. Jay arbeitet an der Verhüllung seiner Tonsur, einzig Katy Karrenbauer setzt noch einmal einen genretypischen Akzent, indem sie mir nichts, dir nichts von einem Selbstmordversuch ihrerseits erzählt. Ihr Freund, Jac Prinz, wird es vielleicht nicht mehr mitgeschnitten haben. Der soll, so Bach und Zietlow, Knast-Katy in Abwesenheit einen Korb gegeben haben. Auch hier dräut also schon die Wirklichkeit, härter als jede Dschungelprüfung.

Selbige wurde von Katy und Jay mit gleichmütiger Nonchalance durchgeführt. Dass die Geistesanstrengungen beim "Dschungelmemory" die beiden größtenteils überforderten, überraschte dabei weniger als die Tatsache, dass das Bad in Dreckpampe und Getier ihnen nahezu egal zu sein schien. Hier ist auf Durchzug gestellt - das war nicht zu übersehen. Auch der Tequila, den Peer und Thomas bei der Schatzsuche ergatterten, konnte den Stimmungspegel am Lagefeuer nur kurzfristig heben.

Das Ende ist nah

Entsprechend nüchtern denn auch der Kommentar, als Jay Khan zu hören bekam, dass er nur einen Tag nach seiner Gespielin das Camp verlassen muss. "Das ist okay!", so seine Reaktion. Und vergessen wir nicht an dieser Stelle: Er wollte ja auch gar kein Dschungelkönig werden. Dass seine Homepage vollgepflastert ist mit RTL-Telefon-Nummern wie britische Telefonzellen mit Sex-Hotline-Aufklebern - reiner Zufall. Und fast schon wieder Schnee von gestern.

Das Ende ist nah - und die Finalisten stehen mit Jay Khans Auszug nun auch fest. Kein Langhans, auf den im Vorfeld viele gesetzt hatten, keine Jacob-Schwester und schon gar kein Jahrtausend-Model wird die Nachfolge von Ingrid van Bergen antreten, sondern eines dieser drei Fragezeichen: Tommy, Peer oder Katy - die Vergessenen in spe.