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TV-Kritik

Ohne Edmund Stoiber wärt ihr gar nicht hier!

Die Bundesliga-Saison ist vorbei, die Debatte um die Kommerzialisierung des Fußballs nicht. Bei Frank Plasberg traf man sich, um zu besprechen, ob Geld den Sport kaputtmache. Antworten gab es wenige, aber gut, dass Edmund Stoiber da war.

Hart aber fair Runde

Runde bei "Hart aber fair": Reif, Lemke, Heidler, Stoiber (v.l.)

Am Ende verriet Willi Lemke noch einen Fun Fact, von denen wohl nur wenige wussten: Werder Bremen war der erste deutsche Fußballverein, der Logen eingeführt hat. Ausgerechnet Werder Bremen, ausgerechnet Willi Lemke - das Duo, das immer etwas zu nett war für die Liga, hat mit dem Inbegriff der Kommerzialisierung des Sports begonnen. Über Logen in Stadien aber regt sich schon lange keiner mehr auf - vor allem nicht seit dem vergangenen Wochenende. Da stand in der Halbzeit des Pokalfinales in Berlin Helene Fischer auf der Bühne und musste sich von Abertausenden Fans auspfeifen lassen. Vielleicht war nicht einmal sie persönlich gemeint, aber sie als Sinnbild der unnützen Eventisierung des deutschen Nationalheiligtums, dem Fußball.

Die Rollen klar, nichts Neues gab es nicht

Und weil das also gerade einmal drei Tage her ist, und die ARD kurz vorher noch die Bundesliga-Relegationspartie Eintracht Braunschweig gegen den VfL Wolfsburg übertragen hatte, trafen sich bei Frank Plasbergs "Hart aber fair" einige mehr oder weniger sachkundige Menschen, um das Für und Wider der Kommerzialisierung abzuwägen. Die Rollen waren klar verteilt: Hier, auf der Seite derjenigen, die das ganze Brimborium und das viele Geld kritisch sehen, saßen Willi Lemke, Ex-Manager von Werder Bremen und ihm zur Seite der Kommentator Marcel Reif. Auf der Anklagebank dagegen, die Fraktion, die sagt: Die Kohle muss fließen, der Markt will es so, anders haben wir keine Chance: Axel Balkausky, ARD-Koordinator für Sport und Edmund Stoiber, Ex-Ministerpräsident Bayerns und Aufsichtsrat bei Bayern München.


Um es gleich zu sagen: Neue Argumente gab es keine. Die Kommerzialisierungs-Mahner und Reif erinnerten daran, dass die Schere zwischen armen und reichen Vereinen auseinandergehe. Dass die Fans immer unwichtiger werden. Dass das ganze schöne Geld gerechter verteilt werden müsse. ARD-Mann Balkausky erwähnte die tatsächlich nicht ganz uninteressante Tatsache, dass Fußball nur 20 Prozent aller Sportsendungen bei der ARD ausmache (hier verpasste Plasberg seinen Einsatz als Faktenchecker) und dass die Aufregung um den Fischer-Auftritt ohnehin hochgekocht worden sei. Die ebenfalls anwesende Ex-Hammerwerferin Betty Heidler schwieg vor allem.

"Leipziger sind doch stolz auf ihren Bundesligaverein"

Das wiederum ist nicht die Sache des Edmund Stoiber. Gewohnt hochtourig stoiberte er für seine Überzeugung: die marktbedingte Notwendigkeit, das Maximum aus der Sache herauszuholen. In der Art und Weise, wie er schon vor vielen Jahren einmal versucht hatte, den Bayern den Transrapid schmackhaft zu machen, polterten aus ihm Dinge heraus wie: "Die Leipziger sind doch stolz auf ihren Bundesligaverein." "Wir kommen endlich an den englischen Fußball heran." Und: "Unter den 50 meistgeschauten Sendungen sind 30 Fußballspiele, dann kommt der 'Tatort'." Offenbar funktioniert für ihn die Fußballindustrie wie der FC Bayern München ein Schönheitswettbewerb: Wer gewinnt, hat Recht.

Die fast schon interessantesten Beiträge kamen von den Zuschauern: Einer stellte lapidar fest, Fußball sei halt eine Show. "Ein schöne Show, aber eben eine Show." Ein anderer sah die "Schuld" der Kommerzialisierung bei den Fans, die nicht von ihrer Leidenschaft lassen können oder wollen. Am Ende ging es bei der "Hart aber fair"-Sendung "Der Fußball und das Geld - macht der Kommerz den Sport kaputt?" wie beim Fußball mehr um Unterhaltung als um die Sache. Und da war Edmund Stoiber, wie im echten Leben, eindeutig der Gewinner. Ein Twitter-Nutzer brachte seinen Auftritt treffend auf den Punkt:


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