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ZDF-Satiresendung Bissig wie nie – "Heute Show" zieht über Merkel, Putin und Die Linke her

Heute Show
"Heute Show"-Moderator Oliver Welke meldet sich aus der Sommerpause zurück.
© ZDF
Die "Heute Show" ist zurück. Die lange Sommerpause scheint Oliver Welke und seinen Autoren gut getan zu haben. Bissig wie nie machen sie sich über Merkel und Putin lustig. Und auch die Linke bekommt ihr Fett weg.

"Es ist Wahnsinn, was alles passiert ist", sagt Moderator Oliver Welke zur Begrüßung. Nach drei Monaten Sommerpause meldet sich am Freitagabend die "Heute Show" zurück. Themen der vergangenen Wochen gibt es genug: Markus Söder empfängt Angela Merkel im Schloss, die Lobbyismus-Affäre von Philipp Amthor, der Skandal in der Fleischfabrik von Clemens Tönnies oder die Anti-Corona-Demos in Berlin. "Es war doch ein ganz netter Sommer", kommentiert Welke süffisant. Doch das Verhalten der Beteiligten in der Nawalny-Affäre hat es den Machern der Sendung besonders angetan. Putin, Bundesregierung und die Linken – alle bekommen ihr Fett weg.

"Aktuell ist das deutsch-russische Verhältnis etwas angespannt", sagt Welke im Hinblick auf die Vergiftung des Oppositionellen Alexej Nawalny. Man könne auch frech von einem Anschlag sprechen – "elende Nato-Matratze, die ich bin". Der Moderator macht sich über Verharmlosungstheorien lustig, die Nawalnys Vergiftung als Folgen einer Diät darstellen. "Ich sage das seit Jahren: Diäten sind Gift", kommentiert der übergewichtige Welke. Die Drohungen von Angela Merkel vergleicht er mit der einer "Montessori-Kindergärtnerin auf Baldrian". Denn stets blieben die angekündigten Konsequenzen aus.

Oliver Welke als "Sherlock Olli" im Einsatz

Als "Sherlock Olli" begibt sich Welke auf Spurensuche. Ein Nachrichtensprecher im russischen Staatsfernsehen liefert einen interessanten Hinweis. Nawalny sei gesund in Russland los geflogen und in Deutschland vergiftet angekommen. "Wie kommt Gift in den Körper eines Mannes, der Gast der Kanzlerin ist?", fragt der Sprecher von Channel One. Investigativ forscht Welke nach und findet einen Hinweis. In einem Interview hatte Merkel erzählt: "Mein Lieblingsessen ist Spaghetti Bolognese." "Sherlock Olli" kombiniert: "Ach so, in Russland würde man sagen, es war Merkel mit Spaghetti im Kanzleramt. Fall gelöst."

Doch dann wird es für Angela Merkel herzig. Im Stil der Kuppelshow "Herzblatt" bekommt sie drei Männer als mögliche Partner vorgestellt – in diesem Fall Energie-Partner. "Wladimir, der skrupellose Charmeur; Donald, der ulkige Psychopath; oder der Türke, der mit dir im Herzblatt-Hubschrauber über euer gemeinsames Flüchtlingscamp in Moria fliegt." Es gebe nur "gruselige Alternativen" zu Nord-Stream 2, kommentiert Welke. Trotzdem dürfe man "Whataboutisms" nicht durchgehen lassen.

"Heute Show" holt die "Aktuelle Kamera" wieder ins Programm

Gerade die Partei Die Linke neige dazu, das Verhalten von Putin schön zu reden. "Normal ist das nicht", sagt Welke und liefert als Erklärung einen Beitrag im Stil der DDR-Nachrichtensendung "Aktuelle Kamera". Mandy Hausten, gespielt von der großartigen Martina Hill, begrüßt mit sächsischem Akzent die Zuschauer zur Gehirnwäsche von ganz links. "Guten Abend liebe Werktätige", sagt Hausten. "Was viele nicht wissen, Putin unterstützt in Not geratene Rentner in Deutschland", erklärt sie den Zuschauern und zeigt ein Foto von: Gerhard Schröder. Sie skizziert die abenteuerlichen Theorien der Linken, Nawalny könne durch den CIA mit Hilfe des BND vergiftet worden sein und stellt dies satirisch als einzig mögliche Wahrheit dar. Als Welke eingreift, droht sie: "Ich rufe gleich ihren Führungsoffizier beim ZDF an." Und schwupps, ist er verschwunden.

Bissig, pointiert und vor allem witzig – es war höchste Zeit, dass die "Heute Show" aus der Sommerpause zurückkehrt. Der Wahnsinn des Jahres 2020 lässt sich mit Satire besser ertragen. Auf die nächsten verrückten Wochen.

mai

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