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Umstrittener Musiker: Andreas Gabalier soll mit Karl-Valentin-Orden geehrt werden – doch das passt vielen gar nicht

Andreas Gabalier soll mit dem Karl-Valentin-Orden ausgezeichnet werden. Die Entscheidung wird scharf kritisiert. Denn der Sänger steht wegen rechter Symbolik, frauenfeindlicher und homophober Aussagen in der Kritik.

Andreas Gabalier auf der Bühne

Andreas Gabalier soll mit dem Karl-Valentin-Orden geehrt werden

DPA

Der Karl-Valentin-Orden ist eine Auszeichnung, die nach dem Münchner Komiker Karl Valentin benannt wurde. Diesen Faschingsorden verleiht die Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla seit 1973 jährlich im Januar an eine Persönlichkeit aus Politik, Kunst, Wissenschaft, Literatur oder Sport. Dieses Jahr soll Musiker Andreas Gabalier mit dem Orden ausgezeichnet werden. Doch das passt vielen so gar nicht.

Der Grund: Der österreichische Schlagersänger ist sehr umstritten. In der Vergangenheit kokettierte er zum Beispiel mit rechter Symbolik. Auch für seine teils homophoben und frauenfeindlichen Standpunkte steht Gabalier in der Kritik.

Andreas Gabalier sorgt mit Aussagen des Öfteren für Diskussionen

Andreas Gabalier steht schon seit einiger Zeit stark in der Kritik. Etwa für nationalistisches Gedankengut in seinen Texten. In dem Song "Mein Bergkamerad" singt er zum Beispiel von Kameradschaft und eisernen Kreuzen. Das Cover seines Albums "Volks Rock‘n’Roller" zeigt Gabalier in einer Pose, die an ein Hakenkreuz erinnert.

Nachdem ein Teil des Textes der österreichischen Nationalhymne von "Heimat bist du großer Söhne" auf "Heimat bist du großer Söhne und Töchter" geändert wurde, äußerte sich der Sänger negativ dazu. 2015 sagte Andreas Gabalier in einem Interview mit "Merkur", er habe zwar nichts gegen Schwule, aber Homosexuelle sollten ihre Sexualität nicht so in der Öffentlichkeit ausleben. Der Grund: "Respekt unseren kleinen Kindern gegenüber". Umstrittene Aussagen des österreichischen Schlagermusikers.

Warum soll ausgerechnet Andreas Gabalier den Orden erhalten?

Die Narrhalla hatte bereits im November festgelegt, dass der diesjährige Karl-Valentin-Orden an Gabalier gehen soll. Die Begründung: "Karl Valentin sah sich zeitlebens als Volkssänger. Die Narrhalla zeichnet Andreas Gabalier, den selbsternannten, patentierten Volks-Rock’n’Roller, der es versteht, volkstümliche Musik mit Stadionrock zu verbinden und für den sein geliebtes München zum Epizentrum des Volks-Rock’n’Roll wurde, als 'Volkssänger 2.0' für seine künstlerische Leistung als 49. Ordensträger mit dem Karl Valentin Orden aus." Das ist auf der Website der Narrhalla zu lesen.

Unter anderem die Direktorin des Münchner Valentin-Karlstadt-Musäums, Sabine Rinberger, äußerte sich nun negativ zur Entscheidung der Narrhalla. Dem "Bayerischen Rundfunk" sagte sie: "Da dreht es mir nicht nur den Magen um, da zerspringt mir das Herz." Es gehe aber nicht nur ihr so. "Da stellt's jedem die Haare auf", findet sie. Karl Valentin sei Münchens größter Künstler. Andreas Gabalier habe mit dieser Art der Kunst nichts gemeinsam.

"Gabalier soll nicht mit dem Namen Karl Valentin in Verbindung gebracht werden"

Auch der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, Kabarettist Holger Paetz sowie der Rechtsanwalt Gunter Fette, der den Nachlass Valentins verwaltet, haben sich öffentlich gegen die Entscheidung ausgesprochen. Gegenüber der Münchner "tz" äußerte sich Fette so: "Es ist nicht hinzunehmen, dass Gabalier mit seinem offenkundigen Spiel mit faschistischen Symbolen wie dem nachgestellten Hakenkreuz auf dem CD-Cover, seiner Frauenfeindlichkeit und seiner Homophobie mit dem Namen Karl Valentins in Verbindung gebracht wird." Er sagte weiter: "Als bekannt wurde, dass Gabalier den Orden bekommt, ist uns allen der Kragen geplatzt!" Holger Paetz sagte dem "Bayerischen Rundfunk": "Die Narrhalla schmückt sich mit Leuten. Hauptsache das Deutsche Theater ist voll. Sollen sie den Orden halt einfach umbenennen." So würde zumindest der Name von Karl Valentin nicht zu Schaden kommen.

Narrhalla weist Kritik an Gabalier zurück

Zur Kritik an der Entscheidung hat sich nun der Vizepräsident der Narrhalla, Günter Malescha, geäußert. Er habe kein Verständnis für die Vorwürfe. Der "tz" sagte er: "Oberflächlich betrachtet entsteht für den ein oder anderen der Eindruck, Gabalier sei der rechten Ecke zugeneigt. Schaut man genau hin, ist das nicht haltbar." Der Vorwurf der Frauenfeindlichkeit genauso wenig. "80.000 Mädels in einem Stadion irren sicher nicht!"

Die Verleihung des Karl-Valentin-Ordens findet am 2. Februar in München statt. Die Laudatio wird wahrscheinlich Peter Kraus, österreichischer Schauspieler und Sänger, halten.


Verwendete Quellen: "Merkur" / Website "Narrhalla" / "Bayerischer Rundfunk" / "tz

Andreas Gabalier
maf