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Die neuen sieben Weltwunder: Kolosseum schlägt Neuschwanstein

Kolosseum, Taj Mahal, Chinesische Mauer - nach jahrelangem Suchen und Abstimmen stehen die neuen sieben Weltwunder fest. Das wunderbare Schloss Neuschwanstein als deutscher Kandidat ging dabei leer aus.

Das Schloss Neuschwanstein im Allgäu ist ein wunderbares Bauwerk - aber eben nicht eines der "sieben neuen Weltwunder". Bei der weltweiten Abstimmung im Internet erzielte das von König Ludwig II. im 19. Jahrhundert errichtete Bauwerk nicht die notwendigen Stimmen.

Das Ergebnis wurde am späten Samstagabend in einer Galashow in Lissabon bekannt gegeben. Zu den "neuen sieben Weltwundern" wurden gekürt: Die Chinesische Mauer, die Christus-Statue auf dem Corcovado-Berg in Rio de Janeiro in Brasilien, die Steinstadt Petra in Jordanien, die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu in Peru, die Maya-Pyramide von Chichén Itzà auf der Halbinsel Yucatàn in Mexiko, das Kolosseum in Rom und das Taj Mahal-Mausoleum im indischen Agra.

Die Initiative ging auf den Schweizer Abenteurer und Millionär Bernard Weber zurück. Er hatte die Menschen in aller Welt aufgerufen, sich per Internet, SMS oder Telefon an der Wahl der prachtvollsten Baudenkmäler der Neuzeit zu beteiligen. Auf der Internet-Seite seiner Privatstiftung www.new7wonders.com gingen nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Stimmen ein. Schloss Neuschwanstein war der einzige Kandidat Deutschlands unter den insgesamt 20 Finalisten. Die UNESCO als Hüterin des Weltkulturerbes hat sich von der Aktion distanziert. Sie hält diese für unseriös.

Neuschwansteiner bleiben munter

Die Show zur Bekanntgabe der "sieben neuen Weltwunder" fand vor rund 50.000 Zuschauern im "Stadion des Lichts" in Lissabon statt. Durch die Gala führten die Oscar-Preisträger Ben Kingsley und Hilary Swank. Für die Musik sorgten unter anderem Jennifer Lopez, José Carreras und Chaka Khan. Unter den Ehrengästen waren der portugiesische Präsident Aníbal Cavaco Silva und Regierungschef José Sócrates.

Die Enttäuschung im Allgäu nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses hielt sich nach Angaben der Initiative "Ein Weltwunder für Deutschland" in Grenzen. Neuschwanstein bleibe ein internationales Top-Ziel für Gäste aus aller Welt. "Durch die weltweite Berichterstattung und unsere Aktivitäten speziell zur verstärkten Aufmerksamkeit für unser Schloss konnten wir unseren Tourismus- und Wirtschaftsstandort Allgäu in seiner Attraktivität und Vielseitigkeit hervorragend platzieren", schrieb der Sprecher der Initiative, Landrat Johann Fleschhut aus dem Ostallgäu, in einer Erklärung.

DPA/DPA