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Ebola: Liberias Präsidentin fleht Merkel um Hilfe an

In Bitt-Briefen fleht die Regierung in Liberia um direkte Hilfe beim Kampf gegen die Ebola-Epidemie. Auch Bundeskanzlerin Merkel hat ein Schreiben bekommen. US-Präsident Obama hat schon reagiert.

Liberia fürchtet, dem Kampf gegen die Ebola-Epidemie zu verlieren

Liberia fürchtet, dem Kampf gegen die Ebola-Epidemie zu verlieren

Liberia hat die deutsche Bundesregierung förmlich um Unterstützung im Kampf gegen den Ebola-Virus gebeten. "Ohne mehr direkte Hilfe von Ihrer Regierung werden wir diese Schlacht gegen Ebola verlieren", schrieb Liberias Staatspräsidentin Ellen Johnson-Sirleaf nach Informationen der "Tageszeitung" aus Berlin an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

In dem Schreiben, das der "taz" vorliege, fordere Johnson-Sirleaf den Aufbau und Betrieb mindestens einer Ebola-Behandlungsstation in Monrovia. Außerdem solle Deutschland die Grundversorgung in mindestens zehn Nicht-Ebola-Krankenhäusern außerhalb der Hauptstadt wiederherstellen und medizinisches Personal und Ausrüstung über eine Luftbrücke nach Liberia bringen.

Liberia ist von der Ebola-Epidemie in Westafrika bislang am schwersten getroffen. Dort starben fast die Hälfte der mehr als 2400 bekannten Todesopfer.

"Nur Regierungen wie Ihre haben die Mittel"

"Kanzlerin, bei der gegenwärtigen Übertragungsrate haben nur Regierungen wie die Ihre die Ressourcen und Mittel, um im zur Eindämmung nötigen Tempo zu handeln", erklärte die Präsidentin demnach in ihrem Appell, datiert auf den 9. September. Das liberianische Präsidialamt sagte der "taz", ähnliche Bitten seien an Australien, Brasilien, China, Indien, Japan, Kuba, Russland, Südafrika und die USA gegangen.

Ein Regierungssprecher in Berlin erklärte der "taz" am Montag, das Schreiben liege vor und "eine Antwort wird in den nächsten Tagen erfolgen". Die Bundesregierung verfolge die Entwicklung in Westafrika "mit Sorge und Anteilnahme". Sie habe bisher rund 2,7 Millionen Euro für den Kampf gegen Ebola in Westafrika zur Verfügung gestellt und weitere neun Millionen Euro zugesagt. Weitere Unterstützung werde geprüft.

Obama plant Aufstockung um 88 Millionen Dollar

Auch US-Präsident Barack Obama will die Hilfen für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie aufstocken. Das Weiße Haus bestätigte am Montag, dass Obama beim Kongress zusätzliche 88 Millionen Dollar (68 Millionen Euro) beantragt habe. Die Mittel sollen als Teil eines Haushaltsgesetzes bewilligt werden, über das Senat und Repräsentantenhaus noch in dieser Woche abstimmen könnten.

Die US-Hilfen für die Ebola-Bekämpfung würden damit auf insgesamt 250 Millionen Dollar ansteigen. Nach Informationen des "Wall Street Journal" sollen mit den neuen Geldern zusätzliche Feldlazarette aufgebaut sowie Ärzte und Gesundheitsexperten in die betroffenen Länder geschickt werden. Außerdem seien weitere Medikamentenlieferungen geplant.

jen/DPA/DPA