HOME

Flughafen Frankfurt: Gericht ordnet Nachtflugverbot an

Ein großer Erfolg für die klagenden Bürgerinitiativen und gleichzeitig eine herbe Niederlage für die Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport. Ein Gericht verhängte ein nachtflugverbot. Da kann auch Angela Merkel nichts dran ändern, die dem Flughafen nächste Woche einen besuch abstatten will.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main dürfen vorerst nachts keine Flieger mehr starten und landen. Zwischen 23.00 Uhr abends und fünf Uhr morgens seien planmäßige Flüge nicht zulässig, teilte der Hessische Verwaltungsgerichtshof am Dienstag in Kassel mit. Eineinhalb Wochen, bevor der Flughafen am 21. Oktober seine neue Landebahn einweihen wird, gab das Gericht damit den Eilanträgen von Anwohnern aus den angrenzenden Gebieten Rüsselsheim und Offenbach statt. Sie hatten sich für ein Nachtflugverbot eingesetzt.

Der Flughafen Frankfurt ist Deutschlands wichtigstes Drehkreuz für den Luftverkehr. Im Sommerflugplan 2011 standen nach Angaben des Betreibers Fraport allein 4585 Flüge zu 298 Zielen pro Woche im Passagier-Linienverkehr und 250 Flüge pro Woche im Fracht-Linienverkehr. Im vergangenen Jahr wurden 464.432 Flugbewegungen registriert und durchschnittlich 150.000 Passagiere pro Tag abgefertigt. Im Schnitt saßen 123 Passagiere in jeder Maschine.

Gebaut in Rekordzeit

In diesem Jahr steuert FRA - so die Kennung der Luftfahrtorganisation IATA - auf einen neuen Passagierrekord zu: Ende August lagen die Zahlen um 7 Prozent über dem Wert aus dem Vorjahr. 2010 wurden 53 Millionen Fluggäste gezählt. Die leicht lahmende Weltwirtschaft wird wohl dazu führen, dass das Frachtvolumen von 2010 nicht wieder erreicht wird.

In nur zweieinhalb Jahren entstand die neue Landebahn Nordwest, die am 21. Oktober von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) offiziell in Betrieb genommen werden soll. Mit der zusätzlichen Piste kann die Zahl der Flugbewegungen pro Jahr nach Angaben von Fraport auf mehr als 700.000 steigen - damit will der Flughafen den für 2020 prognostizierten 88,3 Millionen Passagieren gerecht werden. Der Stundeneckwert, also die maximal mögliche Zahl an Flugbewegungen pro Stunde, soll im Endausbau von jetzt 82 auf 126 steigen.

ono/DPA/AFP / DPA