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Kältewelle in den USA: Selbst für Eisbären ist es zu kalt

Immer größere Teile der USA sind von Schnee und Eis überzogen. In New York wird ein Temperatursturz von 26 Grad erwartet, der Frost erreicht Florida - und in Chicago dürfen selbst Eisbären nicht raus.

Die Kaltfront vom Polarkreis überzieht immer größere Teile der USA: Am Dienstag erreichte der Frost auch den Nordosten des Landes, New York bereitet sich auf einen heftigen Temperatursturz vor. Selbst der "Sunshine state" Florida bleibt von der eisigen Kälte nicht verschont.

In Deutschand hingegen zeigt sich der Januar von seiner mildesten Seite. Fast frühlingshafte Temperaturen von 15 Grad sagten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Mittwoch voraus.

In den USA leiden mehr als 140 Millionen Amerikaner seit Tagen unter gefühlten Temperaturen von bis zu 40 Grad minus. Ursache für die schlimmste Kältewelle seit 20 Jahren ist ein Wetterphänomen, das eiskalte Luft direkt vom Polarkreis nach Nordamerika strömen lässt.

New York erwartet Ausnahmesituation

Die Millionenmetropole New York erwartete binnen 24 Stunden einen dramatischen Temperatursturz von milden zwölf Grad Celsius auf minus 14 Grad. Die Einwohner wurden gewarnt, dass der heftige Frost gepaart mit eisigen Windböen die sogenannte gefühlte Temperatur ("Windchill-Faktor") auf minus 31 Grad Celsius sinken lassen könnte. Der viele Schnee, gerade erst teilweise getaut, sollte laut Vorhersage zu einer dicken Eisdecke zusammenfrieren.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio kündigte an, Streudienst und Transportbehörden seien auf eine Ausnahmesituation eingestellt. In den Neuengland-Staaten (die Gegend um New Hampshire Massachusetts und Vermont) riefen die Behörden die Bevölkerung auf, sich auf beißende Kälte und eisige Windböen vorzubereiten.

Nach dem Luftverkehr traf die Kältewelle auch die Raumfahrt. Wie die Weltraumbehörde Nasa mitteilte, wurde der Start des privaten Raumfrachters "Cygnus" zur Internationalen Raumstation ISS wegen der eisigen Temperaturen um mindestens einen Tag verschoben. Er soll jetzt frühestens am Mittwoch auf dem Weltraumbahnhof der Wallops Flight Facility im US-Staat Virginia abheben.

Chicago: Ausgehverbot für Eisbären im Zoo

In Chicago ist es so kalt, dass im Lincoln-Park-Zoo selbst Eisbärin Anana in ihrem Gehege nicht nach draußen darf. Im Gegensatz zu freilebenden Artgenossen habe das Tier für die derzeitigen Minusgrade nicht das geeignete Fettpolster, sagte Zoosprecherin Sharon Dewar dem Nachrichtensender CNN. "In der Wildnis fressen Eisbären Seehunde und eignen sich so eine Fettschicht an." Im Zoo würden Eisbären aber nicht mit Seehundfleisch gefüttert. Auch andere Tiere müssten drinnen bleiben.

Meteorologen gehen davon aus, dass die Kältewelle mindestens bis Mitte der Woche andauern wird - eher bis zum Wochenende. Der DWD meldete für einige US-Orte in der Nacht zu Dienstag Tiefsttemperaturen: Minnesota minus 34,4 Grad, Montana minus 32,2 Grad, Minneapolis minus 30,6 Grad. Auch die Temperaturen in Chicago fielen auf einen Rekordwert von minus 27 Grad Celsius, wie der US-Fernsehsender CNN meldete. New York werde wahrscheinlich von einem Minusrekord verschont, sagte Pat Maloit vom US-Wetterdienst der "New York Times".

kis/DPA / DPA