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Fischsterben in der Oder Hundert Tonnen tote Fische geborgen – verseuchte Wassermassen strömen in Richtung Stettin

Fischsterben in der Oder: Eine Frau mit Schutzkleidung sammelt tote Fische ein
Im brandenburgischen Schwedt sammelt eine Mitarbeiterin vom Nationalpark Unteres Odertal tote Fische aus dem deutsch-polnischen Grenzfluss Westoder, nahe dem Abzweig vom Hauptfluss Oder
Was tötet die Fische in der Oder? Das bleibt rätselhaft. Die polnische Feuerwehr hat eine riesige Masse toter Tiere geborgen – und die Fische sterben nicht nur in der Oder.

In der Oder sterben massenhaft Fische – aber auch gut eine Woche nach der Entdeckung Tausender toter Tiere in dem Fluss fahnden die polnischen und deutschen Behörden noch immer nach dem Auslöser der Umweltkatastrophe. Die polnische Feuerwehr hat nach eigenen Angaben bisher fast hundert Tonnen toter Fische aus dem Grenzfluss und dem kleineren Fluss Ner geborgen. Insgesamt seien es 97,95 Tonnen, sagte die Sprecherin der Feuerwehr-Hauptverwaltung am Dienstag in Warschau. Der Großteil entfalle dabei auf die verendeten Fische aus der Oder.

Der Ner ist ein kleiner Fluss, der südlich von Lodz entspringt und in die Warthe mündet. Er hat keine Verbindung zur Oder. Seit ein paar Tagen sind auch im Ner tote Fische entdeckt worden. Die Ursache für das Fischsterben dort ist unbekannt – ebenso wie für die Naturkatastrophe in der Oder.

Fischsterben in der Oder greift auf Kanäle südlich von Stettin über

Auch in Brandenburg sammelten Helfer die Fischkadaver an der Oder ein. Die verendeten Tiere werden in speziellen Verbrennungsanlagen vernichtet. Über die in Deutschland eingesammelten Mengen gab es noch keine Angaben.

Auch südlich der Hafenstadt Stettin sind mittlerweile nach Angaben polnischer Behörden in Kanälen, die mit der Oder verbunden sind, tote Fische gefunden worden. Dies bedeute, dass sich die verseuchten Wassermassen auf Stettin zubewegten, sagte der Chef der Gebietsadministration für die Woiwodschaft (den Verwaltungsbezirk) Westpommern, Zbigniew Bogucki, am Dienstag.

Nördlich von Stettin liegt das Stettiner Haff. Die Oder mündet in das Haff, das mit rund 900 Quadratkilometern etwa doppelt so groß ist wie der Bodensee. Es gehört zu zwei Dritteln zu Polen. Von dort verlaufen Wasserverbindungen zur Ostsee.

Quecksilber-Werte unauffällig

Inzwischen hat das Brandenburger Landesumweltamt auf der Suche nach der Ursache für das Fischsterben erste Laborergebnisse ausgewertet. Dabei hätten sich keine besonders hohen Werte für Metalle wie Quecksilber gezeigt, teilte der Sprecher des Umweltministeriums, Sebastian Arnold, am Dienstag auf Anfrage mit. Eine einzelne Ursache für die Umweltkatastrophe lasse sich nicht erkennen.

"Weiterhin werden hohe Salzfrachten und ein hoher Sauerstoffgehalt festgestellt", sagte Arnold. Das Landeslabor untersuche weitere Wasserproben von verschiedenen Tagen und Messpunkten sowie Fische. Die Daten würden fortlaufend übermittelt und bewertet.

Wasserproben auf Brandenburger Seite würden an der automatischen Messstation Frankfurt (Oder) regelmäßig entnommen, erläuterte Arnold. Die Proben werden in einem regelmäßigen Abstand 1,5 Meter unter der Wasseroberfläche genommen und normalerweise auf Werte wie Wassertemperatur, pH-Wert oder Sauerstoffgehalt untersucht. Nun würden die Proben im Landeslabor auf zahlreiche weitere Werte und Giftstoffe untersucht.

Auf der Website des Landesumweltamts werden stets die Ergebnisse der vergangenen 31 Tage angezeigt: Dort lässt sich ablesen, dass sich die Werte im Fluss vom Sonntag vergangener Woche an drastisch veränderten. So schnellten der Sauerstoffgehalt, der pH-Wert, die Trübung und andere Werte schlagartig nach oben, während die Menge von Nitrat-Stickstoff deutlich abfiel. Am Dienstag waren erste Berichte über das Fischsterben in der Oder aufgetaucht.

Rätselhaftes Fischsterben an der Oder

Sehen Sie im Video: Tausende Fische sind sowohl auf der polnischen als auch auf der deutschen Seite der Oder verendet. Die Ursache ist noch unklar. Die Behörden gehen davon aus, dass die Tiere giftigen Substanzen zum Opfer fielen.

anb DPA

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