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Schnee, Eis und Glätte: "Petra" sorgt weiterhin für Staus und Flugausfälle

Nichts geht mehr: Das war das Motto in der Nacht auf vielen Flughäfen und Autobahnen. Schnee und Eis sorgen weiterhin für kilometerlange Staus und Flugausfälle. Auch die Bundesligamannschaft des HSV musste einen unfreiwillgen Stopp einlegen.

Petra" ist so gut wie weg und hinterlässt Schnee, Frost und Glätte in Deutschland. Nach Durchzug des Sturmtiefs hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Nacht die meisten Unwetterwarnungen auf, lediglich für Baden-Württemberg und Sachsen wurden sie aufrechterhalten. Ruhig ist es aber dennoch nicht. Drei Menschen starben bei Autounfällen auf glatten Straßen in Bayern. Und auch Flüge werden wieder annulliert.

Am Frankfurter Flughafen wurden schon am Morgen 62 Flüge abgesagt. In den Abfertigungshalle warteten Hunderte Menschen auf ihre Maschinen. Mehrere verbrachten sogar die Nacht in den Terminals. "Am Donnerstag waren es 246 Annullierungen", sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, heute wird mit rund 100 Flugausfällen gerechnet. Das Problem seien vor allem Flüge, die aus anderen Teilen Deutschlands, wie etwa München, nicht raus gingen. Der Flughafen Frankfurt musste in der Nacht für eine Stunde komplett gesperrt werden, um die Start- und -Landebahnen von Schnee und Eis zu räumen. Am Flughafen Stuttgart fielen bis zum Morgen allein 20 Flüge aus, sagte eine Sprecherin. Am Düsseldorfer Flughafen wurden am Freitag ebenfalls 20 Flüge gestrichen. Am Donnerstagabend hatte Deutschlands drittgrößter Flughafen wegen der heftigen Schneefälle für zwei Stunden gesperrt werden müssen.

Horrortrip des HSV

Für die Mannschaft des Hamburger SV wurde die Anreise zum Bundesligaspiel bei Borussia Mönchengladbach zum Horrortrip. Aufgrund der winterlichen Witterung strandeten die Hanseaten in der Ortschaft Nottuln in der Nähe von Münster und mussten dort eine Nacht im Hotel verbringen. Das Team von Trainer Armin Veh war am frühen Donnerstagnachmittag mit dem Bus zum Hamburger Flughafen aufgebrochen. Der ursprünglich anvisierte Flug nach Düsseldorf wurde gestrichen, der HSV buchte in Richtung Köln um. Während sich die Hamburger in der Luft befanden, wurde jedoch der dortige Flughafen gesperrt, so dass man in Münster landete. Von dort ging es mit dem Bus weiter in Richtung Düsseldorf. Um 23.30 Uhr entschied man sich, auf der Strecke den Zwischenstopp in Nottuln einzulegen. Erst am Freitagmittag ging es weiter nach Mönchengladbach.

Chaos auf den Autobahnen in NRW

Schlimmer noch als an den Flughäfen sah es auf den Straßen im Lande aus. In Nordrhein-Westfalen herrschte weiter Chaos auf den Autobahnen. Dort bildeten sich gegen Mitternacht Staus von insgesamt 185 Kilometern. Helfer von DRK und THW versorgten die Gestrandeten mit heißen Getränken. In der Nacht durften im ganzen Land keine Lastwagen über 7,5 Tonnen mehr fahren. Das Fahrverbot wurde am Morgen größtenteils aufgehoben, nur in Münster mussten die Brummis wegen Eisglätte weiter stehenbleiben. Dutzende Laster waren zuvor im Schnee steckengeblieben oder an eisglatten Steigungen gescheitert.

In Bayern starben auf glatten Straßen drei Menschen. Zwei Männer wollten bei Straubing einem Freund beim Abschleppen helfen und wurden von einem anderen Auto überfahren und getötet. Ein 60-Jähriger Mann starb bei Passau, weil sein Auto von der glatten Straße abkam und gegen einen Baum prallte. Ansonsten aber sahen die Polizeistellen in Bayern dem morgendlichen Verkehr aber gelassen entgegen. "Es schneit halt, so wie immer im Winter" war der Kommentar eines Sprechers in Kempten im Allgäu.

Ersten Tankstellen geht der Treibstoff aus

In Baden-Württemberg begann es am frühen Morgen heftig zu schneien. Teilweise lagen schon 20 Zentimeter Schnee und die Autobahnen waren weiß, wie die Behörden mitteilten. Weil kaum jemand unterwegs war, ging aber auch wenig schief. In Hessen blieben sogar Streudienste auf den Autobahnen liegen. In Frankfurt schliefen so viele Menschen im Stau in ihren Autos ein, dass die Polizei sie wecken musste, damit es weitergehen konnte.

Den ersten Tankstellen geht wegen des Winterwetters in Deutschland der Treibstoff aus. Im Süden Niedersachsen könnten Tanklastwagen wegen der Straßenverhältnisse nur schwer die Tankstellen erreichen, teilte die Polizei mit. Bei Sichtweiten unter 50 Metern oder Glätte müssen Gefahrgut-Transporter den nächsten Parkplatz anfahren. In Göttingen wurden demnach bereits Superbenzin und Diesel zur Mangelware.

Im Norden profitierten zumindest die Kinder von der weißen Pracht: In einigen Landkreisen in Niedersachsen und in Schleswig-Holstein war wieder schulfrei angesagt.

Mai/DPA / DPA