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Touristenregion in Mexiko Grausame Morde: Deutscher Radfahrer erschossen, sein Freund geköpft

Mexiko: Gleich zwei Morde erschüttern die Region um San Cristóbal
Mexiko: Gleich zwei Morde erschüttern die Region um San Cristóbal
© Picture Alliance
Zwei Männer aus Deutschland und Polen befanden sich auf einer Weltreise. Mit dem Fahrrad durchquerten sie Mexiko. Mitte April verschwanden sie plötzlich im Süden des Landes. Nun gibt die Polizei zu: Beide wurden Opfer grausamer Verbrechen. 

Im Fall eines toten deutschen Radfahrers hat die Staatsanwaltschaft im mexikanischen Bundesstaat Chiapas Mordermittlungen bestätigt. Der 43-Jährige aus Freigericht bei Frankfurt sei erschossen worden, sagte Staatsanwalt Luis Alberto Sánchez. Im Schädel sei ein Einschussloch gefunden worden, das auf eine Feuerwaffe hinweise. Die Ermittler gingen von einem Überfall aus.

Die Leiche des deutschen Touristen war Anfang Mai in einer Schlucht gefunden worden, die seines polnischen Begleiters bereits Ende April. Die Schlucht, die sich zwischen den Städten San Cristóbal und Ocosingo befinde, ist nach Polizeiangaben 200 Meter tief, die Straße dort gilt als sehr unfallträchtig. Zunächst hatte es von Seiten der Polizei geheißen, es gebe keine Anzeichen für ein Gewaltverbrechen. Beide Männer waren auf Weltreise und durchquerten Mexiko mit dem Fahrrad. 

Der polnische Radfahrer war bereits zu Beginn der Woche identifiziert worden. Der Kopf war vom Körper abgetrennt. Laut Sánchez hatte der Kopf zudem einen heftigen Schlag erlitten, möglicherweise, um einen Unfall vorzutäuschen. Ob der Schlag auf den Kopf vor oder nach dem Tod erfolgte, müsse bei einer weiteren Autopsie untersucht werden, so Sánchez. Von der Leiche des Deutschen waren nur Knochen gefunden worden.

Behörden in Mexiko beteuern, die Morde seien Einzelfälle

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, der Fall sei zur Kenntnis genommen worden und ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft sei in Kontakt mit dem Bruder des getöteten Radfahrers, der sich derzeit im Süden des lateinamerikanischen Landes aufhält. Der Bruder hatte zuvor den Tod des Radlers bestätigt und von Mord gesprochen. Die Staatsanwaltschaft in Chiapas war zunächst von einem Unfall ausgegangen.

Er hoffe, die Leiche seines Familienangehörigen mit nach Deutschland nehmen zu können, so der Bruder. "Unsere Mutter fragt täglich, wann ich ihn nach Hause bringe", so der Mann. Sie habe das Geschehene noch nicht ganz verstanden. "Sie ist zerstört." Die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft zur Aufarbeitung des Falles funktioniere nun jedoch reibungslos. Er habe Zugang zur Leiche seines Bruders bekommen.

Die Brutalität der Tat hatte in ganz Mexiko für Entsetzen gesorgt, in sozialen Netzwerken sprachen Radler den Familien der Toten ihr Beileid aus. Rufe nach einer lückenlosen Aufklärung des Falles wurden laut. Die Region um San Cristóbal gilt als Touristenregion. Der Staatsanwalt betonte, dass es sich bei der Tat um einen Einzelfall handele. Die Überwachung der Straßen solle nun erhöht werden, um Sicherheit für die Touristen zu garantieren.

ivi DPA AFP

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