Der vor rund zwei Wochen erneut vor der Ostsee-Insel Poel gestrandete Buckelwal liegt unverändert an seiner bisherigen Position fest. Auf Live-Kameras ist zu sehen, wie das Tier atmet und dabei kleine Fontänen ausstößt. Dem Meeressäuger gehe es weiterhin schlecht, hieß es aus dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern.
Am Wochenende hatte es einen erneuten Rettungsversuch gegeben, der erfolglos blieb. Es wurde versucht, den Wal zu ermutigen, sich selbst zu befreien, indem die eigenen Walgesänge des Tiers unter Wasser abgespielt wurden. Hintergrund war, dass der Wal in den Nächten zuvor starke Walgesänge von sich gegeben hatte.
Der kranke und geschwächte Buckelwal liegt bereits seit dem 31. März in der Wismarbucht. Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mitteilte.
Verwaltungsgericht weist mehrere Anträge zurück
Private Initiativen zu möglichen Rettungsmaßnahmen für den Wal scheiterten bislang vor dem Schweriner Verwaltungsgericht. Der Antrag einer Organisation, der darauf abzielte, unverzüglich alle geeigneten und erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, um den Wal zu retten, wurde mit Beschluss vom vergangenen Freitag (10. April) abgelehnt, so eine Gerichtssprecherin. Für die Organisation komme die Erhebung einer tierschutzrechtlichen Verbandsklage mangels gesetzlicher Grundlage nicht in Betracht.
Es habe zudem bis zum vergangenen Freitag sieben weitere, den Wal betreffende Verfahren von Privatpersonen gegeben, die abgelehnt wurden. Begründet wurde die jeweilige Ablehnung mit der Unzulässigkeit des Antrags mangels Antragsbefugnis. Das heißt, dass dem Antragsteller kein Anspruch auf die begehrte behördliche Maßnahme zusteht.
Auch Steinmeier interessiert sich für gestrandeten Wal
Auch das deutsche Staatsoberhaupt will sich über den gestrandeten Buckelwal informieren. Im Rahmen eines ohnehin geplanten Besuchs des Ozeaneums in Stralsund plant Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag einen Austausch mit Experten über den Wal, wie das Bundespräsidialamt mitteilte.
Steinmeier führt seine Amtsgeschäfte diese Woche drei Tage lang von Stralsund aus als achtzehnte Station der Reihe Ortszeit Deutschland, mit der der Bundespräsident Eindrücke abseits der Metropolen sammeln will.
Dazu sind in und um Stralsund Gespräche und Besuche verschiedener Einrichtungen geplant. Zum Abschluss soll Steinmeier am letzten Tag nach einem Rundgang durch das Ozeaneum dort engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Mecklenburg-Vorpommern den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verleihen. Das Ozeaneum ist eines der Museumsstandorte der Stiftung Deutsches Meeresmuseum, deren Experten eng in die Bewertung der Lage des gestrandeten Wals eingebunden sind.