AKW-Störfall kompakt Greenpeace glaubt nicht an Eskalation des Unfalls in Ukraine


Im Kernkraftwerk Saporoschje im Südosten der Ukraine hat es einen Zwischenfall gegeben. Die Bundesregierung betont, es handele sich nicht um einen Atomunfall. Die Lage im stern-Newsticker.

+++ 15.05 Uhr: Grüne - "normal, dass das Ausmaß herunterspielt wird"

Die Nähe der Atomanlage Saporoschje zum Konflikt in der Ostukraine bereitet Umweltschützer Sorgen. Die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, sagte im Deutschlandradio Kultur, "dass atomare Anlagen, die so dicht an Kampfgebieten liegen, nicht laufen dürfen". Sie schloss auch nicht aus, dass Kiew das wahre Ausmaß der Panne herunterspiele. Mit Blick auf Tschernobyl und Fukushima halte sie es "leider fast für normal", dass bei "eventuell schwerwiegenden Fällen meistens zu spät informiert wird".

+++ 14.55 Uhr: Greenpeace-Experte glaubt nicht an Eskalation +++

Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital geht in einem Gespräch mit dem Nachrichtensender N-tv "nicht davon aus, dass dieser Unfall jetzt eskalieren wird". Die lebenswichtigen Funktionen der Anlage seien weiter in Takt. Gleichwohl sei es "vielleicht zu früh zu sagen, dass der Nuklearteil nicht betroffen ist".

+++ 14.08 Uhr: Bis Freitag wieder volle Kraft +++

Der ukrainische Energieminister verspricht, dass der Atommeiler bis kommenden Freitag wieder seine volle Leistung bringen wird. Saporoschje gehört mit sechs Reaktoren zu den größten AKW in Europa.

+++ 13.40 Uhr: Vorfall schon vergangenen Freitag +++

Der Vorfall im AKW Saporoschje hat sich offenbar bereits am vergangenen Freitag ereignet. Laut der Gesellschaft für Reaktorischerheit in Kiew hat es einen Brand im nichtnuklearen Teil des Atomkraftwerks gegeben. Es soll zu einem Kurzschluss im Bereich der Stromabfuhr gekommen sein, so Energieminister Wolodimir Demtschischin.

+++ 13.36 Uhr: Bundesregierung spricht von Missverständnis +++

Die Berichte über einen Atomunfall in der Ukraine beruhen nach Erkenntnissen des Bundesumweltministeriums auf einem Missverständnis. Einen Atomunfall habe es nicht gegeben, so ein Sprecher in Berlin. Er beruft sich auf einen Kontaktmann der Gesellschaft für Reaktorsicherheit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

+++ 13.25 Uhr: Noch hat die Ukraine nicht beruhigen können +++

+++ 13.09 Uhr: Regierung: Keine Gefahr durch Atom-Unfall +++

Die ukrainische Regierung redet die Folgen der Atompanne klein. "Nein, es gibt nichts Gefährliches", sagt Energieminister Demtschischin. "Das ist eine technische Frage - und obwohl der dritte Block abgeschaltet ist, stellt er keine Gefahr dar", sagt der neu ernannte Ressortchef.

+++ 12.23 Uhr: Jazeniuk verlangt Aufklärung +++

Regierungschef Arseni Jazenjuk verlangt Aufklärung über das Ausmaß der Atompanne. Die Akw-Leitung spricht von einer Abschaltung des dritten Blocks, die bereits am 28. November erfolgt sei. Erhöhte Radioaktivität sei nicht gemessen worden, heißt es. Saporoschje gilt als leistungsstärkstes Kernkraftwerk Europas und liegt rund 570 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew. Die Anlage war 1984 in Betrieb genommen worden.

+++ 12.21 Uhr: "Keine Probleme mit den Reaktoren" +++

Die Regierung der Ukraine gibt vorläufige Entwarnung. "Es gibt keine Probleme mit den Reaktoren", sagt Energieminister Wolodimir Demtschischin.

+++ 12.11 Uhr: Kernkraftwerk Saporoschje betroffen +++

Erste Details über den Zwischenfall werden publik. Betroffen ist laut Regierungschef Jazeniuk das Atomkraftwerk Saporoschje im Südosten des Landes. Die Nachrichtenagentur Interfax berichtet, ein Reaktorblock mit einer Bruttoleistung von 1000 MW sei von dem Unfall betroffen. Energieminister Wolodimir Demtschischin kündigtt an, dass der Vorfall seiner Einschätzung nach bis Freitag behoben sein.

+++ 11.48 Uhr: Jazeniuk kündigt Pressekonferenz des Energieministers an +++

Noch immer fehlen Einzelheiten über den Atomzwischenfall in der Ukraine. Ministerpräsident Jazeniuk weist seinen Energieminister an, dazu eine Pressekonferenz einzuberufen.

+++ 11.44 Uhr: Ministerpräsident Jazeniuk bestätigt Atomunfall +++

Die erste Eilmeldung über einen Atomunfall gehen über den Ticker der Nachrichtenagentur Reuters. Quelle ist der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazeniuk.

kng/mod/mad/dho/DPA/Reuters/AFP DPA Reuters

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