Sehen Sie im Video: „Ich habe vor diesem Tier absolute Hochachtung“ – Backhaus zu verirrtem Buckelwal.
Foto: Florian Manz/Greenpeace Germany
Die Experten haben keine Hoffnung mehr für den Buckelwal in der Wismarer Bucht. Einige Aktivisten sind damit nicht einverstanden. Alle Entwicklungen im stern-Newsblog.
Das Drama um den in der Ostsee verirrten Buckelwal nimmt wohl kein gutes Ende. Experten gehen davon aus, dass das Tier vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns in der Kirchsee, einem Teil der Wismarbucht, sterben wird.
Dort liegt der Wal seit Dienstagnachmittag in flachem Wasser vor der Insel Poel. Auf die Versuche von Rettern, ihn zum Losschwimmen zu bewegen, reagierte er nicht. Der Meeressäuger atmet nach Angaben von Experten des Deutschen Meeresmuseums und des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern nur noch unregelmäßig und ist stark geschwächt.
„Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus.
Der Buckelwal war zunächst in der Nacht zum 23. März auf einer Sandbank in Schleswig-Holstein vor Timmendorfer Strand gestrandet. In der Nacht zum Freitag gelang es dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Am Samstag wurde er dann vor Wismar in flachem Wasser gesichtet. Am Montagabend bewegte sich der Wal mit weiter steigendem Wasserstand und tauchte dann ab – jedoch nur kurzzeitig, ehe er wieder in die Wismarer Bucht zurückkehrte.
Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im stern-Newsblog:
Wichtige Updates
Eugen Epp
Aktivisten wollen für den Wal demonstrieren
Für 11 Uhr heute Vormittag ist in Poel eine Wal-Demo angekündigt. Aufrufe dazu werden auf Instagram und Facebook geteilt. Ziel ist es wohl, den umstrittenen Biologen Robert Marc Lehmann nochmals in die Rettung einzubeziehen. Den Buckelwal nennen die Aktivisten offenbar „Hope“. Laut „Ostseezeitung” ist eine Veranstaltung für bis zu 500 Personen beim Landkreis angemeldet.
Ob das Tier noch lebt, kann der Sprecher zunächst nicht sagen. „Die Bootsbesatzung heute Nacht war nicht nah genug dran, um zu sehen, ob er noch atmet oder nicht.“ Auf den Livebildern aus der Bucht waren am frühen Morgen aber noch regelmäßig kleine Wasserfontänen zu erkennen.
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Eugen Epp
Der Buckelwal hat sich auch in der Nacht nicht von der Stelle bewegt. „Er ist noch da“, sagt ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Morgen. Die Hoffnungen, dass er sich doch aus eigenem Antrieb befreit und den Weg ins tiefere Wasser findet, wurden nicht erfüllt.
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Eugen Epp
„Wir sind allen Ideen nachgegangen“, sagt Backhaus bei der emotionalen Pressekonferenz. Zuletzt seien nach einer weiteren Begutachtung nochmals alle Ansätze überprüft worden. Alle Beteiligten seien zu der Auffassung gelangt, dass der Wal an seiner jetzigen Stelle „seinen Platz gefunden“ habe. „Ich wünsche dem Wal, dass er zur Ruhe kommt“, fügt der Minister an. Es sei nun klar, dass das Tier „am Ende das Zeitliche segnen muss“.
Die emotionale Pressekonferenz sehen Sie hier im Video:
Eine Sperrzone von einem halben Kilometer um den Wal wird eingerichtet, damit der Meeressäuger seine letzten Tage ungestört verbringen kann. Außerdem wird ein Überflugverbot für Drohnen verhängt.
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Eugen Epp
Der Wal atmet nach Angaben der Experten nur noch alle vier Minuten, hat auch auf die jüngsten Animationsversuche zum Losschwimmen nicht reagiert. Ihn weiter zum Schwimmern bewegen zu wollen, sei „reine Tierquälerei”, stellt Baschek klar.
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Eugen Epp
„Wir gehen fest davon aus, dass das Tier dort verstirbt”, sagte der sichtlich angefasste Baschek. Minister Backhaus ergänzt: Es sei die Zeit gekommen, „ihn gehen zu lassen”.
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Eugen Epp
Wal wird wohl in der Wismarer Bucht sterben
Die Experten glauben nicht mehr an ein Happy End für den Buckelwal. „Wir geben die Hoffnung auf”, teilt Burkard Baschek, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Meeresmuseums Stralsund, bei einer Pressekonferenz mit. Man gehe davon aus, dass der Wal in der Wismarer Bucht sterben werde. Umweltminister Till Backhaus sagt, der Wal sei wohl in die Bucht zurückgekehrt, „um dort zu liegen”.
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Eugen Epp
„Er atmet und hat Bewegungen gemacht, aber sich nicht von der Stelle bewegt”, beschreibt ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern die Situation. Helfer von Greenpeace wollten das Tier am Morgen erneut von einem Boot aus in Augenschein nehmen. Anschließend werde die Lage erneut sondiert, sagte der Ministeriumssprecher.
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Eugen Epp
Die Wasserschutzpolizei geht davon aus, dass der Buckelwal noch immer in der Kirchsee, einem Teil der Wismarbucht, liegt. Zwei Polizisten wollen vom Boot aus überprüfen, wie es dem Wal geht, sagt ein Sprecher. In der Nacht sei der Wal „sehr aktiv“ gewesen.
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Eugen Epp
Auch Meeresschutz-Expertin Franziska Saalmann von Greenpeace sagte: „Wir hoffen, dass ihm Ruhe erneut die Möglichkeit gibt, dass er die Kraft zusammennimmt und da nochmal freischwimmt.“ Das Tier sei aktiv und versuche freizukommen.
„Wir geben die Hoffnung natürlich nicht auf, aber sein Gesamtzustand ist einfach nicht gut und seine Prognose ist dementsprechend auch nicht gut“, sagte Saalmann.
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Eugen Epp
Buckelwal soll Ruhe bekommen
Ein Sprecher des Ministeriums bestätigt, dass es am Dienstagabend und in der Nacht keine weitere Rettungsaktion gegeben hat. „Es hat sich gezeigt, dass es sich lohnen kann, dem Tier Ruhe zu gönnen. Diese Ruhe werden wir ihm nun geben.“
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Eugen Epp
Trotz schlechter Prognosen wollen die Experten den Buckelwal nicht aufgeben. „Die Gesamtprognose für das Tier ist nicht gut. Dennoch geben wir die Hoffnung nicht auf, dass der Wal sich aus eigenem Antrieb wieder in Bewegung setzt“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Umweltministeriums und der beteiligten Organisationen. Die Lage bleibt aber kritisch.
Die Liegeposition des Wals sei ungünstig, da das Wasser in der Umgebung sehr flach sei. Dazu sei die Bucht sehr verwinkelt. „Sollte sich der Wal morgen noch an seinem derzeitigen Liegeplatz befinden, werden die Fachleute ihn in Augenschein nehmen.“
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Phil Göbel
Am Dienstag soll es vorerst keine weitere Rettungsaktion für den Buckelwal geben. Man wolle dem Tier Ruhe gönnen, in der Hoffnung, dass das Tier es alleine schaffe sich freizuschwimmen, teilte ein Sprecher des Umweltministeriums mit. Am Mittwochmorgen solle erneut ein Team den Zustand des Wals überprüfen.
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Eugen Epp
Maack zufolge konnten die Begleitboote zumindest verhindern, dass der Wal noch weiter in die Bucht schwimmt. Ansonsten sei die Situation unverändert. Die aktuelle Entwicklung zeige, „wie geschwächt“ und „ruhebedürftig“ das Tier sei.