HOME

Kirche in Frankreich: Polizei erschießt Geiselnehmer - Hollande: "schändlicher Terroranschlag"

Die Polizei hat eine Geiselnahme in einer Kirche in Rouen in Nordfrankreich beendet. Die Täter wurden erschossen. Ein Priester wurde von den Geiselnehmern getötet. Präsident Hollande spricht von von einem "terroristischen Anschlag". 

Polizei in Frankreich

Französische Polizisten befinden sich nahe der Kirche von Saint-Étienne-du-Rouvray wo die Geiselnahme stattfand

Die Polizei hat eine Geiselnahme in einer Kirche in Nordfrankreich beendet. Die Täter seien "neutralisiert" worden, teilte der Sprecher des Pariser Innenministeriums nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP mit. In den Medien hieß es, die Geiselnehmer seien niedergeschossen worden.

Die Zeitung "Le Figaro" hatte zuvor unter Berufung auf Polizeikreise berichtet, dass die Geiselnehmer in einer Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen fünf Menschen in ihrer Gewalt hätten: einen Pfarrer, zwei Ordensschwestern und zwei Gläubige. Sie sollen mit Hieb- oder Stichwaffen bewaffnet gewesen sein. Über die Hintergründe gab es zunächst keine Informationen.


Premierminister spricht von "barbarischer Attacke"

Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Polizeikreisen erfuhr, sei bei der Geiselnahme der Priester der Kirche getötet worden. Die Geiselnehmer hätten dem Gottesmann die Kehle durchgeschnitten, hieß es. Ein Polizeivertreter betonte jedoch zugleich, dies sei noch keine "endgültige Bilanz". Eine weitere Geisel sei sehr schwer verletzt worden, sagte der Sprecher des Pariser Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, dem Sender France Info. 

"Zu einem Zeitpunkt sind die beiden Angreifer aus der Kirche herausgekommen und wurden von der Polizei neutralisiert", sagte Brandet. Die Tat habe sich während der Morgenmesse ereignet. Frankreichs Staatschef François Hollande und Innenminister Bernard Cazeneuve machten sich umgehend auf den Weg zum Tatort. Premierminister Manuel Valls sprach auf Twitter von einer "barbarischen Attacke". Staatschef Hollande ordnete die Tat als "schändlichen Terroranschlag" ein.

"Horror und Abscheu"

Der Staatssekretär Roger Karoutchi schrieb auf Twitter: "Mindestens eine Geisel, ein Pfarrer, ein Mann des Friedens, Kehle durchgeschnitten in seiner Kirche, an einem Ort der Zusammenkunft und des Gebets. Horror und Abscheu." Wie der französische TV-Sender France Info berichtet, sollen die beiden Geiselnehmer während des Gottesdienstes von der Rückseite der Kirche eingedrungen sein. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das teilte die Behörde am Dienstag mit.

Frankreich war in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder das Ziel schwerer Anschläge. Zuletzt tötete ein 31-Jähriger 84 Menschen, als er am Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge auf dem Strandboulevard von Nizza raste. Die Polizei erschoss den Mann. Seit den verheerenden Pariser Terrorattacken vom 13. November gilt im Land der Ausnahmezustand, in Paris patroullieren teilweise schwer bewaffnete Soldaten.

amt / AFP / DPA