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Mongolei: Ehepaar stirbt an der Beulenpest, nachdem es ein rohes Murmeltier gegessen hat

In der Mongolei ist ein Fall von Beulenpest aufgetreten. Ein russisches Ehepaar hatte sich offenbar beim Verzehr von rohem Murmeltier angesteckt und erlag der Krankheit.

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Im Mittelalter starben in Europa viele Millionen Menschen an der Pest, damals auch "Schwarzer Tod" genannt. Doch auch im 21. Jahrhundert ist die Krankheit entgegen der Annahme vieler nicht gänzlich ausgerottet. In der Mongolei ist jetzt ein Touristenpaar an der Beulenpest gestorben. Das Ehepaar hatte laut "Siberian Times" zuvor rohes Murmeltierfleisch sowie Innereien des Nagetiers gegessen.

Das Gesundheitsministerium in der Mongolei bestätigte den Fall in der Stadt Ölgii. Demnach handelte es sich um einen 38 Jahre alten Mann und seine 37-jährige Frau. Das Ehepaar hinterlässt vier Kinder im Alter zwischen 2 und 13 Jahren. Besonders tragisch: Die verstorbene Frau war schwanger.

Murmeltier

Ein Murmeltier soll die Beulenpest übertragen haben (Symbolbild)

Getty Images

Stadt Ölgii vorübergehend unter Quarantäne

In der Stadt im äußersten Westen der Mongolei, nahe der Grenze zu Russland, herrscht seither Ausnahmezustand. Von den Behörden wurde Ölgii zunächst unter Quarantäne gestellt, damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreiten kann. Niemand durfte die Stadt verlassen oder betreten. Davon betroffen waren dem Bericht der "Siberian Times" zufolge auch viele Touristen, die von Ölgii aus das Land erkunden wollten. Außerdem wurden Flugzeuge von Notfallteams untersucht. Insgesamt seien 118 Menschen mit dem Ehepaar in Kontakt gekommen, berichtete ein WHO-Vertreter der BBC. Diese wurden isoliert und mit Antibiotika behandelt.

Nach sechs Tagen wurde die Quarantäne wieder aufgehoben. In der Zeit muss eine gespenstische Stille in der Stadt geherrscht haben: Touristen berichten, dass sich aus Angst vor Ansteckung nicht einmal Einheimische auf die Straßen getraut hätten.

Rohe Murmeltierniere soll Pest übertragen haben

Das Ehepaar soll sich durch die rohe Niere des Murmeltiers mit der Krankheit infiziert haben. Der Verzehr der rohen Organe soll nach mongolischer Sitte Kraft geben. Wie der "Guardian" berichtet, warnen die lokalen Behörden allerdings ausdrücklich davor.

Fälle von Beulenpest sind selten geworden, treten aber dennoch immer wieder auf – auch in westlichen Industriestaaten. So wurde Anfang Juni 2018 beispielsweise im US-Bundesstaat Idaho bei einem Menschen die Krankheit festgestellt. Auch auf der Tropeninsel Madagaskar kam es in den vergangenen Jahren zu Pestausbrüchen, bei denen seit 2010 etwa 600 Menschen gestorben sein sollen.

Quellen: "Siberian Times" / "Guardian" / BBC

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epp