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News des Tages: Uber will ins Geschäft mit Flugtaxis einsteigen

Sechs junge Islamisten in Hamburg in Haft  +++ Arkansas richtet zwei Häftlinge an einem Tag hin +++ Sozialwahl startet. Die Nachrichten im stern-Ticker.

Uber Flugtaxis

Der Taxi-Anbieter Uber will ins Fluggeschäft einsteigen

Die Nachrichten des Tages im Überblick:

+++ 20.49 Uhr: Verschleppte Studenten in Mexiko - weiterer Verdächtiger gefasst +++

Mehr als zweieinhalb Jahre nach der Entführung und mutmaßlichen Tötung von 43 Studenten in Mexiko hat die Polizei einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Der Mann mit den Alias-Namen "El Walter" und "La Medusa" sei bei einem Einsatz im Bundesstaat Querétaro im Zentrum des Landes gefasst worden, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur. Der Festgenommene soll Mitglied des Verbrechersyndikats Guerreros Unidos und in die Tat verwickelt sein. Polizisten hatten die Lehramtsstudenten der Universität Ayotzinapa im September 2014 im Bundesstaat Guerrero verschleppt und den Guerreros Unidos übergeben. Den offiziellen Ermittlungen zufolge wurden die jungen Männer getötet und verbrannt. Unabhängige Untersuchungen zweifeln das allerdings an. Die Einzelheiten und Hintergründe der Tat sind noch immer unklar.

+++ 20.42 Uhr: Brauche Waffenschein, spendiere Hawaii-Urlaub +++

Die Waffenscheine wurden zügig und ohne genaues Hinschauen ausgestellt - belohnt wurde dies mutmaßlich mit Bargeld, Gratisurlaub in Mexiko und Hawaii, Einladungen in Restaurants und Strip-Clubs oder auch den kostenfreien Dienstleistungen von Prostituierten. In dem Korruptionsskandal bei der New Yorker Polizei sind vier Verdächtige festgenommen worden, wie der Bundesanwalt im Stadtteil Manhattan, Joon Kim, mitteilte. Bei drei der Beschuldigten handelt es sich um ehemalige Polizisten, bei dem vierten um einen Anwalt. Sie sollen ein illegales Geschäft daraus gemacht haben, über ihre Kontakte in die Polizeibehörden unbürokratisch und zügig ihre Kunden mit Waffenscheinen zu versorgen. Insgesamt seien mehr als hundert Lizenzen auf diese Weise ausgestellt worden. Zwei der Beschuldigten seien aus dem Polizeidienst ausgetreten, um sich voll und ganz diesen Machenschaften widmen und ihre Gewinne steigern zu können, sagte der Staatsanwalt. Wegen des Skandals haben sich drei weitere Beteiligte laut Kim bereits schuldig bekannt, darunter noch zwei weitere Ex-Polizisten.

++++ 20.34 Uhr: Uber stellt Pläne für fliegende Taxis vor +++

Uber will seine Transportdienste in einigen Jahren auch in der Luft anbieten. Der Fahrdienst-Vermittler stellte jetzt Pläne für ein Netzwerk aus kompakten Fluggeräten vor, die Menschen in der Stadt befördern. Die Technik soll von Partnern wie dem Hubschrauber-Hersteller Bell oder dem Flugzeugbauer Embraer kommen. Uber will ein Netz aus "Vertiports" betreiben, an denen die Fluggeräte senkrecht starten und landen können. Zum Jahr 2020 sind Tests in der texanischen Stadt Dallas und Dubai geplant. Das Ziel sei, drei Jahre später einen kommerziellen Betrieb aufzunehmen.

+++ 19.50 Uhr: Verdächtiger nach Anschlag von Stockholm wieder auf freiem Fuß +++

Nach dem tödlichen Lkw-Anschlag von Stockholm haben die schwedischen Behörden einen am Sonntag festgenommenen Verdächtigen wieder freigelassen. Die Person sei nicht länger verdächtig, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Der 39-jährige Usbeke Rachmat Akilow hatte gestanden, am 7. April mit einem gestohlenen Lastwagen in der Innenstadt von Stockholm durch eine Einkaufsstraße gerast zu sein. Dabei waren vier Menschen getötet worden. Die schwedischen Ermittler suchen aber weiterhin nach den Hintermännern des Anschlags, zu dem sich bisher keine Organisation bekannt hat. Der mutmaßliche Attentäter Akilow gilt als Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). 

+++ 18.38 Uhr: Sechs junge Islamisten in Hamburg in Haft - NDR: Wollten nach Syrien +++

Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sechs junge Islamisten. Ihnen werde die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach. Gegen die Männer im Alter von 16 bis 25 Jahren mit angeblich salafistischer Ausrichtung habe das Amtsgericht Hamburg am Mittwoch vergangener Woche Haftbefehle erlassen. Am Tag darauf seien acht Wohnungen in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein durchsucht worden. Nach Recherchen des NDR-Magazins "Panorama 3" waren zumindest einige der Verdächtigen am 12. April an der bulgarischen Grenze zur Türkei gefasst worden. Sie seien offenbar auf dem Weg nach Syrien gewesen. Diese Details konnte Frombach nicht bestätigen. 

+++ 18.01 Uhr: Prozess gegen französischen Serienmörder wegen doppelten Kindesmordes +++

Mehr als 30 Jahre nach einem doppelten Kindesmord hat in Frankreich ein Prozess gegen einen berüchtigten Serienmörder begonnen. Dem bereits wegen neun anderer Morde verurteilten Francis Heaulme wird vorgeworfen, 1986 zwei Kinder brutal getötet zu haben. Der 58-Jährige bestritt die Tat vor dem Schwurgericht der ostfranzösischen Stadt Metz. Zwei achtjährige Jungen waren 1986 im lothringischen Montigny-lès-Metz mit Steinschlägen ermordet worden. Es folgte eine jahrzehntelange Justizsaga: Der damals 16-jährige Patrick Dils gestand die Morde zunächst, widerrief diese Aussage aber später. Er wurde 1989 zu lebenslanger Haft verurteilt, 2002 aber freigesprochen, nachdem er 15 Jahre vermutlich unschuldig im Gefängnis gesessen hatte.

In der Zwischenzeit war der Verdacht auf den seit 1992 wegen anderer Morde inhaftierten Francis Heaulme gefallen. Zeugen hatten ihn 1986 in der Nähe des Tatorts gesehen. Ermittlern zufolge tragen die Kindesmorde seine Handschrift. Es folgten jahrelange Ermittlungen mit zahlreichen Wendungen. Zwischenzeitlich geriet ein dritter Mann in Verdacht, die Vorwürfe gegen ihn wurden aber schließlich fallengelassen. Bei dem am Dienstag begonnenen Mammutprozess gegen Heaulme sollen rund hundert Zeugen befragt werden. Allerdings wurden die Beweismittel in dem Fall 1995 zerstört, weil mit Patrick Dils der angebliche Täter in Haft saß.

+++ 17.42 Uhr: Netanjahu verteidigt Absage des Treffens mit Gabriel +++

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Absage des Treffens mit Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) verteidigt. "Die Politik von Ministerpräsident Netanjahu ist, sich nicht mit ausländischen Besuchern zu treffen, die auf diplomatischen Trips in Israel wiederum Gruppen treffen, die israelische Soldaten als Kriegsverbrecher verleumden", teilte sein Büro mit. Führende Politiker anderer Länder, wie die USA oder Großbritannien, würden ein solches Treffen auch nicht akzeptieren.

+++ 17.38 Uhr: Polizei stoppt Einschleusung von Iranern - zum Schein Christ geworden +++

Die Polizei hat ein auf das Einschleusen von Iranern spezialisiertes Netzwerk zerschlagen und im Raum Hannover zwei 37 und 54 Jahre alte Männer verhaftet. Die Schleuser sollen Iraner gezielt für ihr Anhörungsgespräch als Asylbewerber trainiert und sie auf die Schilderung falscher Fluchtgeschichten sowie die vorgetäuschte Annahme des christlichen Glaubens vorbereitet haben, teilte die Bundespolizei mit. Als Schleuserlohn sollen vier bis fünfstellige Beträge verlangt worden sein.

+++ 16.53 Uhr: 46-Jähriger schlägt mit Axt Autoscheibe ein und attackiert Fahrerin +++

Mit einer Axt hat ein Mann im baden-württembergischen Walldürn ein Autofenster eingeschlagen und die 20-jährige Fahrerin des Wagens attackiert. Der Begleiter der jungen Frau habe dem 46-jährigen Angreifer nach einer kurzen Rangelei seine Waffe entrissen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Mosbach und Heilbronn mit. Die Fahrerin erlitt demnach leichte Verletzungen, die Hintergründe der Tat waren unklar.

Die Attacke ereignete sich den Angaben zufolge am frühen Montagabend. Alarmierte Polizisten nahmen den Angreifer noch vor Ort fest. Am Dienstag wurde der Mann nach Angaben der Ermittler einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Die Ermittlungen dauerten an.

+++ 16.30 Uhr: Kleines Mitgliederplus nach AfD-Parteitag in Köln +++

Trotz der heftigen Grabenkämpfe des Parteivorstandes hat die AfD nach ihrem Parteitag in Köln eine kleinen Mitgliederzuwachs verzeichnet. Seit dem Wochenende hätten sich 119 Neumitglieder gemeldet, sagte Parteisprecher Christian Lüth. 16 Mitglieder hätten ihren Austritt erklärt. Aktuell hat die Partei von Frauke Petry und Jörg Meuthen den Angaben zufolge 27.756 Mitglieder.

+++ 16.15 Uhr: Volksentscheid über Berlin-Tegel findet zeitgleich mit Bundestagswahl statt +++

Die Berliner können am 24. September nicht nur über den künftigen Bundestag abstimmen, sondern auch über das Schicksal des Flughafens Tegel. Der Senat entschied, den Volksentscheid über den möglichen Weiterbetrieb des Hauptstadtflughafens zeitgleich zur Bundestagswahl abzuhalten.

Die Initiatoren des Volksentscheids, darunter die FDP, hatten in einem Volksbegehren die erforderlichen 200.000 Stimmen gesammelt. Sie wollen erreichen, dass der 1974 eröffnete Flughafen weiter genutzt wird, auch wenn der neue Hauptstadtflughafen BER in Betrieb geht. Dies ist nach jahrelangen Verzögerungen derzeit für 2018 geplant.

+++ 15.39 Uhr: 20-Jährige stürzt auf Rügen in den Tod - vermutlich wegen eines Fotos +++

Eine 20-Jährige aus Hamburg ist am Samstag im Nationalpark Jasmund ums Leben gekommen, nachdem sie an einem Kreidefelsen der Ostseeinsel ins Straucheln geraten und rund 60 Meter tief gefallen war. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hat sie sich zu nah an die Felskante gewagt - wahrscheinlich zum Fotografieren. Ihr 22 Jahre alter Ehemann erlitt einen Schock.

+++ 15.30 Uhr: Falscher DDR-Volkspolizist will Rostocker Seniorin betrügen +++

Ein mutmaßlicher Betrüger hat sich bei einer Rostocker Seniorin als Mitarbeiter der DDR-Volkspolizei ausgegeben. Der vermeintliche Vopo rief die 82-jährige an und wollte sie unter einem Vorwand ausfragen, ob sie Bargeld, Schmuck oder andere Wertsachen bei sich in der Wohnung habe, wie die Polizei in Rostock mitteilte. Als die Frau dies verneinte, kündigte der Mann an, sich demnächst erneut zu melden, und legte auf.

Die 82-Jährige vertraute sich einer Bekannten an, die die Polizei über den falschen Vopo informierte. Die Ermittler haben es häufiger mit Trickbetrügern zu tun, die sich als Polizisten ausgeben - nicht aber als Mitarbeiter der DDR-Volkspolizei, die mit der Wiedervereinigung 1990 aufgelöst wurde.

+++ 14.49 Uhr: Eklat bei Israel-Besuch: Netanjahu lässt Treffen mit Gabriel platzen +++

Eklat beim Antrittsbesuch von Außenminister Sigmar Gabriel in Israel: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sein Treffen mit dem SPD-Politiker in Jerusalem am Dienstag kurzfristig platzen lassen. Hintergrund ist eine geplante Diskussionsrunde Gabriels mit Regierungskritikern, die vor allem den israelischen Siedlungsbau in den palästinensischen Gebieten verurteilen. Netanjahu hatte bereits in den vergangenen Tagen unter der Hand signalisiert, dass er mit diesem Treffen nicht einverstanden ist. Gabriel verteidigte es dagegen vor der Absage als "ganz normal". "Das tun wir seit vielen Jahren in vielen Ländern", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Eine Absage wäre aber auch keine "Katastrophe" für ihn. "Das verändert mein Verhältnis zu Israel nicht."  

+++ 14.41 Uhr: Islamist Pierre Vogel als Zeuge im Prozess gegen Sven Lau +++

Im Terrorprozess gegen den Islamisten Sven Lau ist in Düsseldorf dessen langjähriger Weggefährte Pierre Vogel als Zeuge vernommen worden. "Ich bin überzeugt davon, dass Herr Lau unschuldig ist", sagte Vogel und bekannte, das Lau ein sehr enger Freund von ihm sei. Lau ist am Düsseldorfer Oberlandesgericht wegen Unterstützung der islamistischen Terrorgruppe Jamwa angeklagt. Ihm wird seit vergangenem September der Prozess gemacht. An die Pilgerfahrt 2013, bei der Lau einen Islamisten in die Jamwa-Reihen gelotst haben soll, habe er keine besondere Erinnerung, obwohl er bei der Fahrt dabei gewesen sei, sagte Vogel. Er könne sich aber gar nicht vorstellen, dass jemand Lau frage, wie er nach Syrien komme. Dafür hätten in der Szene alle viel zu viel Angst vor V-Leuten.

+++ 14.25 Uhr: Erneut Video von gewaltsamer Tötung auf Facebook verbreitet +++

Die Online-Plattform Facebook ist erneut wegen einer online gestellten brutalen Gewalttat in den Schlagzeilen: In Thailand filmte ein Mann, wie er zunächst seine kleine Tochter tötete und anschließend sich selbst. Wie die thailändische Polizei mitteilt, wurde die Straftat in einem verlassenen Flughafenhotel in Phuket verübt. Die Polizei, die von Freunden des Mannes auf das Online-Video aufmerksam gemacht wurde, konnte vor Ort nur noch den Tod der beiden feststellen. Die Beamten fanden am Tatort ein an eine Wand gelehntes Smartphone, wie einer der Ermittler sagte. Offenbar war der Tötung ein Streit des Mannes mit der Mutter des elf Monate alten Mädchens vorausgegangen. Der Vater habe daraufhin sich und das Kind erhängt.

+++ 14.14 Uhr: NSU-Prozess: Gericht setzt neue Frist für letzte Beweisanträge +++

Im NSU-Prozess hat das Gericht erneut eine Frist für letzte Beweisanträge verfügt. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl forderte die Prozessbeteiligten auf, noch offene Anträge bis zum 17. Mai zu stellen. Es ist das zweite Mal, dass das Gericht versucht, die Beweisaufnahme in dem seit annähernd vier Jahren laufenden Prozess zu beenden. Eine erste Frist im März nahm es wieder zurück, weil mehrere Befangenheitsanträge den Zeitplan durcheinander brachten. Hauptangeklagte im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ist die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe. Sie ist wegen Mittäterschaft an allen Verbrechen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" angeklagt. Dazu gehört eine Serie von neun Morden, deren Opfer türkisch- oder griechischstämmige Gewerbetreibende in ganz Deutschland waren. Als zehntes NSU-Mordopfer zählt die Heilbronner Polizistin Michèle Kiesewetter, deren gewaltsamer Tod sich heute zum zehnten Mal jährt.


+++ 13.10 Uhr: Totes Baby in Sachsen-Anhalt entdeckt +++

In Weißenfels in Sachsen-Anhalt ist ein totes Baby gefunden worden. Laut "Bild" lag es versteckt auf einem Grundstück in der Innenstadt. Der Säugling soll lebensfähig gewesen sein. Zum Geschlecht des Kindes wollten die Behörden keine Angaben machen. Eine Obduktion soll genauere Erkenntnisse über die Todesursache bringen. Die Polizei sucht nun nach den Eltern des Säuglings und nach Zeugen. Offenbar ist das Kind schon seit etwa Ostern tot. Gesucht wird eine Frau, die vor den Osterfeiertagen schwanger war, aber nun kein Baby hat. Hinweise nimmt die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd unter der Rufnummer 0345/224-1291 entgegen.

+++ 12.54 Uhr: Lastwagen fährt bei Lübeck in Stauende und geht in Flammen auf +++

Schwerer Autobahn-Unfall bei Lübeck: Ein Lastwagen ist unter einer Eisenbahnbrücke auf der A226 in ein Stauende gefahren und in Flammen aufgegangen. Der mit Kies beladene Lastwagen sei auf ein Auto aufgefahren, das durch den Aufprall auf die Überholspur geschoben wurde. Dann habe der Truck noch drei weitere Laster gegeneinander gedrückt, teilte ein Polizeisprecher mit. Der Unfallfahrer erlitt in dem brennenden Führerhaus schwerste Brandverletzungen und wurde in die Lübecker Uniklinik gefahren, wie der Polizeisprecher sagte. Auch die 21-jährige Lübeckerin in dem Kleinwagen wurde nach Angaben der Polizei schwer verletzt.

+++ 12.31 Uhr: Zeugin im Mordprozess von Höxter: Angeklagtem ging es ums Geld +++

Im Prozess um die tödlichen Misshandlungen im sogenannten Horror-Haus von Höxter hat eine ehemalige Freundin dem Angeklagten Wilfried W. Geldgier vorgeworfen. Heute sei ihr klar, dass es wohl nur ums Finanzielle ging, sagte die 51-Jährige aus Niedersachsen vor dem Landgericht Paderborn. "Ich habe zwischen 15.000 und 16.000 Euro verloren." Wilfried W. habe von ihr Geld zum Beispiel für ein Auto gewollt. Die Frau aus Neuenkirchen-Vörden hatte den Beschuldigten im Herbst 2010 über das Internet kennengelernt. Über ein halbes Jahr habe es Treffen in der Wohnung von Wilfried W. gegeben. Im Zeugenstand beschrieb sie den 47-Jährigen als liebevoll und nett. Sie hätten auch heiraten wollen. Allerdings habe es dauernd Streit wegen Kleinigkeiten gegeben. Wilfried W. habe sie mit Anrufen unter Druck gesetzt und etwa wegen ungemachter Betten kritisiert. Körperliche Gewalt habe aber keine Rolle gespielt.

+++ 11.27 Uhr: Frankreich nimmt von getöteten Polizisten Abschied +++

Frankreich hat feierlich von dem Polizisten Abschied genommen, der bei dem Terroranschlag auf den Pariser Champs-Elysées erschossen worden war. Staatspräsident François Hollande, Premier Bernard Cazeneuve und weitere führende Vertreter des Staates versammelten sich zu einer nationalen Gedenkfeier im Hof der Pariser Polizeipräfektur. Der Sarg des getöteten Polizisten Xavier Jugelé war mit einer französischen Trikolore bedeckt. Unter den Gästen waren der frühere Staatspräsident Nicolas Sarkozy, Ex-Premier Manuel Valls und die Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron und Marine Le Pen. Ein 39-Jähriger hatte am vergangenen Donnerstag das Feuer auf Polizisten eröffnet, Jugelé getötet und zwei weitere Ordnungshüter sowie eine deutsche Passantin verletzt. Die Terrormiliz IS hatte die Tat für sich reklamiert.

+++ 11.12 Uhr: Offenbar mehr als 20 Kurden bei türkischen Luftangriffen in Syrien und Irak getötet +++

Bei Angriffen der türkischen Luftwaffe auf Stellungen von Kurdenmilizen in Syrien und dem Irak sind nach Angaben aus verschiedenen Quellen mehr als 20 Menschen getötet worden. Bei einem Angriff auf die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Syrien seien 18 Menschen getötet worden, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Ein Vertreter der im Irak kämpfenden kurdischen Peschmerga sagte der Nachrichtenagentur AFP, die türkische Luftwaffe habe im Nordwesten des Landes sechs Mitglieder der dortigen kurdischen Sicherheitskräfte getötet.

+++ 10.49 Uhr: Überraschung im Fall Niklas - Anklage fordert Freispruch +++

Paukenschlag im Bonner Prozess um den Tod des verprügelten Schülers Niklas: Die Staatsanwaltschaft hat im Kernvorwurf einen Freispruch gefordert. Es sei nicht zweifelsfrei sicher, dass der 21 Jahre alte Angeklagte das Opfer angegriffen habe, sagte der Staatsanwalt beim Landgericht. "Wir haben alles versucht." Es komme auch ein anderer Mann als Täter in Betracht. Der 17 Jahre alte Niklas war im Mai 2016 im Bonner Stadtteil Bad Godesberg auf offener Straße mit einem Schlag gegen den Kopf niedergestreckt worden. Anschließend wurde ihm gegen den Kopf getreten. Er starb wenige Tage später im Krankenhaus. Allerdings forderte die Staatsanwaltschaft wegen einer anderen, mitangeklagten Tat zwölf Monate Jugendstrafe auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Angeklagte hatte die Beteiligung an einer Schlägerei wenige Tage vor dem Angriff auf Niklas bereits eingeräumt.

+++ 10.15 Uhr: Anklage gegen mutmaßlichen Berliner U-Bahn-Treter +++

Gegen den mutmaßlichen Berliner U-Bahn-Treter ist Anklage erhoben worden. Dem 27-Jährigen werde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Die Attacke hatte bundesweit Bestürzung hervorgerufen. Der Mann soll Ende Oktober 2016 unvermittelt eine Passantin eine Treppe im U-Bahnhof Hermannstraße hinuntergetreten haben. Die 26-Jährige erlitt einen Armbruch und eine Platzwunde am Kopf. Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Er war zunächst untergetaucht, mit Haftbefehl gesucht und kurz vor Weihnachten gefasst worden, als er auf dem Zentralen Omnibusbahnhof aus Südfrankreich in der Hauptstadt ankam. Die Attacke war von einer Videokamera aufgezeichnet worden.


+++ 9.34 Uhr: Thailand verabschiedet sich fünf Tage lang von verstorbenem König Bhumibol +++

Mit einer fünftägigen Zeremonie wird Thailand Ende Oktober Abschied vom verstorbenen König Bhumibol nehmen. Die Feuerbestattung, zu der Trauergäste aus aller Welt erwartet werden, ist für den 27. Oktober geplant. Den Termin, über den seit Monaten spekuliert wurde, gab Vize-Premierminister Prawit Wongsuwan bekannt. König Bhumibol war am 13. Oktober vergangenen Jahres nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren gestorben. Mit einer Amtszeit von 70 Jahren war er dienstälteste Monarch der Welt. Im eigenen Land wurde er ähnlich wie ein Gott verehrt. In Thailand gilt immer noch Staatstrauer. Der neue König Maha Vajiralongkorn ist zwar schon im Amt, aber noch nicht gekrönt. Zuvor soll die Beisetzung des Vaters abgewartet werden. Diese erstreckt sich vom 25. bis 29. Oktober.

+++ 9.14 Uhr: USA, Südkorea und Japan wollen mehr Druck auf Nordkorea +++

Die USA und ihre Verbündeten Japan und Südkorea wollen im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm mehr Druck auf den kommunistischen Staat ausüben. Die Chefunterhändler der drei Länder für die seit 2009 eingefrorenen Mehrparteien-Gespräche mit Nordkorea forderten das Land bei einem Treffen in Tokio auf, sein Atom- und Raketenprogramm aufzugeben. Zudem einigten sie sich nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo darauf, China zu drängen, seinen Einfluss auf Nordkorea zu nutzen. Am Tag des Treffens der drei Chefunterhändler hielt Nordkorea an der Ostküste südkoreanischen Medienberichten zufolge massive Schießübungen ab.

+++ 9.09 Uhr: Gangster erbeuten 30 Millionen Dollar in Paraguay +++

Bei dem Raubüberfall gegen ein Geldtransport-Unternehmen in Paraguay sind nach ersten Schätzungen um die 30 Millionen Dollar (etwa 28 Millionen Euro) aus einem Tresor entnommen worden. Rund 60 Verbrecher aus Brasilien nahmen an dem sogenannten Jahrhundert-Raub in Ciudad del Este teil, wie die paraguayische Polizei mitteilte. Ein Polizist wurde bei dem Angriff am Montag getötet. Drei der Räuber kamen Stunden später bei einem Schusswechsel mit der brasilianischen Polizei 50 Kilometer weiter nördlich bei Itaipulandia um. Fünf weitere Kriminelle wurden nach dem Schusswechsel festgenommen. Ein Teil der Beute wurde dabei sichergestellt, wie die Zeitung "ABC Color" berichtete. 

+++ 8.21 Uhr: Alitalia vor dem Ende - Referendum gescheitert +++

Die schwer angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia steht vor dem Ende. In einem Referendum stimmte die Mehrheit der Mitarbeiter gegen einen mit der Regierung ausgehandelten Kompromiss zur Rettung der Fluglinie. Am Dienstag sollte der Verwaltungsrat zu Beratungen über die Zukunft zusammenkommen, teilte die Airline mit. Im Vorfeld hatte Italiens Regierungschef Paolo Gentiloni gesagt, falls der Plan scheitere, könne Alitalia nicht überleben. Die Airline steckt seit Jahren in der Krise. Mitte März hatte das Management einen Rettungsplan vorgestellt. Er sieht ein drastisches Sparprogramm vor, der die einstige Staatsfluglinie binnen zwei Jahren wieder in die Gewinnzone bringen soll. Die Gewerkschaften riefen angesichts der vorgesehenen Stellenstreichungen und Kürzungen der Gehälter des Flugpersonals mehrfach zu Streiks auf. 

+++ 7.16 Uhr: Gabriel hofft auf Treffen mit israelischem Ministerpräsidenten Netanjahu +++

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat bei seinem Besuch in Israel die Hoffnung geäußert, dass Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu an einem geplanten Treffen festhält. "Wir hören aus den israelischen Medien, dass der israelische Ministerpräsident Netanjahu, den ich übrigens schon sehr häufig getroffen habe, diesen Besuch absagen will, weil wir uns auch mit regierungskritischen Vertretern der israelischen Zivilgesellschaft treffen wollen", sagte Gabriel im ZDF-Morgenmagazin. "Ich kann mir das fast nicht vorstellen, weil es außerordentlich bedauerlich wäre", fügte Gabriel hinzu. "Es ist ganz normal, dass wir bei Auslandsbesuchen auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft sprechen." Umgekehrt wäre es "undenkbar", ein Gespräch mit Netanjahu abzusagen, wenn er in Deutschland Regierungskritiker treffen würde.  

+++ 7.01 Uhr: Le Pen lässt Parteivorsitz ruhen +++

Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hat vorübergehend den Vorsitz der rechtsextremen Front National (FN) niedergelegt und will damit offenkundig ihre Wählerbasis verbreitern. "Heute Abend bin ich nicht mehr Präsidentin der FN, ich bin Präsidentschaftskandidatin", sagte die Populistin im TV-Sender France 2. Sie wolle "alle Franzosen zusammenbringen" und "über den Parteiinteressen stehen". Die im ersten Wahlgang unterlegenen Sozialisten und Konservativen wollen Le Pen indes unter allen Umständen aufhalten und ihrem linksliberalen Kontrahenten Emmanuel Macron den Weg ins höchste Staatsamt ebnen.


+++ 6.15 Uhr: Arkansas richtet zwei Häftlinge an einem Tag hin +++

Zum ersten Mal seit 17 Jahren sind in den USA zwei Häftlinge am selben Tag hingerichtet worden. Die beiden in den 90er Jahren wegen Vergewaltigung und Mordes zum Tode verurteilten Männer Jack Jones und Marcel Williams seien am Montag durch die Giftspritze getötet worden, teilte die Generalstaatsanwältin des Bundesstaats Arkansas, Leslie Rutledge, mit. Versuche, in letzter Minute einen gerichtlichen Aufschub zu bekommen, waren zuvor gescheitert. Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, wollte ursprünglich bis Ende April acht Häftlinge hinrichten lassen, weil das Haltbarkeitsdatum des bei Giftinjektionen verwendeten Mittels Midazolam abläuft. Hutchinson hatte deshalb per Dekret die größte Hinrichtungswelle in den USA seit 40 Jahren angeordnet. Vier der geplanten Exekutionen wurden aber inzwischen von Gerichten gestoppt. Ein erster Häftling war vergangene Woche per Giftspritze getötet worden, die letzte Hinrichtung ist für den 27. April geplant. 

+++ 3.16 Uhr: Millionen Versicherte können Stimme bei Sozialwahl abgeben +++

Heute startet die Sozialwahl 2017. Rund 52 Millionen Renten- und Krankenversicherte können daran teilnehmen. Die dafür nötigen Wahlunterlagen sollen ab dem Morgen im Briefkasten der Wahlberechtigten landen. "Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen bei dieser Sozialwahl ihre Stimme abgeben", sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach. Gewählt werden die Selbstverwaltungen gesetzlicher Sozialversicherungen. Die Wähler haben bis Ende Mai Zeit für die Briefwahl.


+++ 3.12 Uhr: Gefährliches radioaktives Material in Mexiko gestohlen +++

Nach dem Diebstahl radioaktiven Materials hat die mexikanische Regierung in mehreren Bundesstaaten Alarm ausgelöst. Wie das Innenministerium mitteilte, wurde im Bundestaat Jalisco eine für industrielle Zwecke genutzte Röntgenausrüstung von einem Lastwagen gestohlen. Das darin enthaltene radioaktive Iridium-192 könne bei direktem Kontakt schwere Schäden hervorrufen, warnte das Ministerium. Es rief für die Bundesstaaten Jalisco, Colima, Nayarit, Aguascalientes, Guanajuato, Michoacán, San Luis Potosí, Durango und Zacatecas Alarm aus. Die Einwohner forderte es auf, bei einem Fund des Materials 30 Meter Anstand zu halten und örtliche Behörden einzuschalten. Es ist nicht das erste Mal, dass in Mexiko radioaktives Material gestohlen wird. Seit 2013 wurden mindestens sieben Fälle gemeldet. Bisher wurde es aber stets unbeschadet an die Besitzer zurückgegeben.

+++ 2.11 Uhr: Blutige Proteste: Mehrere Tote in Venezuela +++

Bei Protesten im blutigen Machtkampf in Venezuela sind mindestens zwei weitere Menschen getötet worden. Wie der Menschenrechtsbeauftragte der Regierung, Tarek William Saab, mitteilte, wurde im westvenezolanischen Mérida ein Mitarbeiter der örtlichen Verwaltung durch einen Schuss in den Hals getötet. Vier Personen seien dort zudem schwer verletzt worden. Er machte die Opposition für die Tragödie verantwortlich, da es sich um Demonstranten gehandelt habe, die für den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro auf die Straße gingen. In der Stadt Barinas starb mindestens ein Mann durch Schüsse, hier machte die Opposition wiederum Motorradbanden der Sozialisten verantwortlich. Seit Ausbruch der Proteste Anfang April, die sich an der zeitweisen Entmachtung des Parlaments durch den Obersten Gerichtshof entzündet hatten, starben damit mindestens 24 Menschen - zwölf bei Demonstrationen und zwölf weitere bei Unruhen und Plünderungen in Caracas.


+++ 1.14 Uhr: Elton John sagt wegen schwerer Infektion Konzerte ab +++

Pop-Star Elton John muss wegen einer "gefährlichen und ungewöhnlichen" bakteriellen Infektion geplante Konzerte in Kalifornien und Las Vegas absagen. Nach Mitteilung seiner Sprecherin war der 70-Jährige nach einer Tour durch Südamerika auf dem Rückflug von Chile nach England schwer erkrankt. Nach zwei Nächten auf der Intensivstation und einem "längeren" Krankenhausaufenthalt sei er am vergangenen Samstag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Nach Anweisung seiner Ärzte müsse er sich nun zu Hause ausruhen. "Ich bin extrem dankbar für die großartige Betreuung durch mein medizinisches Team", ließ der Musiker ausrichten. Laut der Mitteilung sind derartige Infektionen "selten und potenziell tödlich". Seine Ärzte erwarteten aber ein vollständige Genesung, hieß es.

jen / DPA / AFP