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+++ Ticker +++

News von heute: Bewährungsstrafe im Missbrauchsfall Lügde: 49-Jähriger sah über Webcam zu

Staatsanwalt geht in Berufung gegen Freilassung von Kapitänin Rackete +++ "El Chapo" muss lebenslang ins Gefängnis +++ Pinguine zwei Mal aus Sushi-Laden entfernt +++ AKK zur Verteidigungsministerin ernannt +++ Die News von heute im Ticker.  

Polizei in Lügde

Die Polizei war mehrfach in Lügde im Einsatz

DPA

Die wichtigsten Meldungen im Überblick:

  • Bewährungsstrafe im Missbrauchsfall Lügde (19.37 Uhr)
  • Probleme am Flughafen Düsseldorf: Boris Beckers Gepäck blieb stehen (18.29 Uhr)
  • Staatsanwalt geht in Berufung gegen Freilassung von Kapitänin Rackete (17.05 Uhr)
  • "El Chapo" muss lebenslang ins Gefängnis (16.19 Uhr)
  • Stimme gegen Apartheid: Johnny Clegg ist tot (11.36 Uhr)
  • Merkel verfolgt Zeremonie zu Kramp-Karrenbauers Ernennung erneut im Sitzen (11.32 Uhr)


Die Nachrichten des Tages:

+++ 21.16 Uhr: Konfliktparteien in der Ostukraine vereinbaren weitere Waffenruhe +++

Die Konfliktparteien in der Ostukraine haben unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eine neue unbefristete Waffenruhe vereinbart. Der Waffenstillstand zwischen Regierungstruppen und pro-russischen Separatisten solle ab kommenden Sonntag 0.01 Ortszeit (Samstag, 23.01 MESZ) gelten, teilten beide Seiten mit. Die Vereinbarung wurde bei Gesprächen in Minsk (Weißrussland) erzielt. Gleichzeitig sei die Reparatur und Nutzung der Brücke beim Übergangspunkt in der Ortschaft Stanyzja Luhanska vereinbart worden. Es ist der einzige Übergang zwischen Regierungs- und Separatistengebiet in der Region Luhansk.

+++ 20.46 Uhr: Wegen Ebola im Kongo - WHO verhängt globalen Gesundheitsnotstand +++

Wegen der Ausbreitung der lebensgefährlichen Infektionskrankheit Ebola in der Demokratischen Republik Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Es sei "für die Welt an der Zeit zu handeln" und die Ebola-Epidemie in dem armen zentralafrikanischen Land zu bekämpfen, erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Die WHO traf die Entscheidung für die Verhängung des Gesundheitsnotstands, nachdem aus Goma, der zweitgrößten Stadt im Kongo, ein Ebola-Todesfall gemeldet worden war. Goma liegt an der Grenze zu Ruanda. Im Juni waren außerdem zwei Ebola-Fälle im Nachbarland Uganda registriert worden. Im Kongo sind seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie im Sommer vergangenen Jahres bereits fast 1700 Menschen an der Krankheit gestorben.

+++ 20.45 Uhr: Weißes Haus schließt Türkei aus F-35-Programm aus +++

Die USA haben die Türkei endgültig aus dem F-35-Programm gestrichen. Das Weiße Haus stellte am Mittwoch klar, dass die Türkei wegen des Kaufs des russischen Raketenabwehrsystems S-400 nicht mehr Teil des Programms zum Bau der Kampfjets F-35 sein könne. Die Entscheidung der Türkei, das russische System zu kaufen, mache es unmöglich, dass das Land Teil des F-35-Programmes bleibe, hieß es in einer Stellungnahme. Die Jets könnten nicht neben einem russischen Spionageinstrument eingesetzt werden, das dazu genutzt werde, mehr über die Fähigkeiten der Flugzeuge zu erfahren. US-Präsident Trump hatte zuvor noch Verständnis für die türkische Entscheidung geäußert. Die Türkei sei zudem Schritt gezwungen worden, weil sein Vorgänger Barack Obama ihr nicht das US-Patriot-System verkauft habe. Damit übernahm Trump ein Argument der türkischen Regierung. 

+++ 19.46 Uhr: Erstes Urteil im Missbrauchsfall Lügde: Bewährungsstrafe +++

Erstes Urteil im Missbrauchsfall Lügde: Wegen Anstiftung und Beihilfe zum sexuellen und schweren Missbrauch von Kindern hat das Landgericht Detmold den 49-jährigen Heiko V. zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss der Mann aus Niedersachsen sich einer Therapie unterziehen. Der Mann soll in mindestens vier Fällen an Webcam-Übertragungen beim Missbrauch von Kindern auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen teilgenommen haben. V. hatte bereits am ersten Verhandlungstag ein Geständnis abgelegt, das Landgericht hatte das Verfahren gegen ihn im Hauptprozess gegen Andreas V. und Mario S. abgetrennt.

+++ 19.19 Uhr: Orang-Utan-Mütter fordern Nachwuchs zur Abnabelung auf +++

Hotel Mama hat geschlossen: Orang-Utan-Mütter fordern ihren Nachwuchs durch übertriebenes Kratzen zum Aufbruch auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Fachmagazin "Biology Letters" veröffentlicht wurde. Die Mütter teilten ihren Schützlingen auf diese Weise mit, dass es an der Zeit sei, auf eigenen Beinen zu stehen, sagte die Co-Autorin der Studie, Marlen Fröhlich von der Universität Zürich der Nachrichtenagentur AFP. Das Kratzen zur Abnabelung der Jungen kann nach Angaben der Forscherin nicht mit dem Geräusch verwechselt werden, das beim Kratzen nach einem Juckreiz entsteht. Es sei stärker, rhythmischer und von weitem zu hören, sagte Fröhlich. Im Jahr 1986 hatte die britische Primatologin Jane Goodall ein ähnliches Verhalten bereits bei einem Schimpansenweibchen beschrieben.

 

Video: Queen lässt Schwäne auf der Themse zählen

+++ 19.00 Uhr: Sahra Wagenknecht: "Ich hatte ein Burn-Out" +++

Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat sich so deutlich wie nie über die Gründe ihres Abschieds aus der ersten Reihe der Politik geäußert. Der Zeitschrift "Super Illu" sagte sie : "Ja, ich hatte ein Burn-out". Sie sei zwei Monate lang krankgeschrieben gewesen. "Der Arzt hat unmissverständlich zu mir gesagt: "Sie können so nicht weitermachen!" Wagenknecht war am Dienstag 50 Jahre alt geworden. Sie hatte im Frühjahr angekündigt, sich von der Spitze der Fraktion zurückzuziehen und dafür gesundheitliche Gründe angegeben. Der Zukunft blicke sie entspannt entgegen: "Ich führe schon jetzt ein anderes Leben. Die dauernden Attacken und Reibereien haben weitgehend aufgehört." Sie habe wieder viel mehr Energie und sei selten so glücklich gewesen wie heute. Dazu trage vor allem die Liebe zu Ehemann Oskar Lafontaine bei: "Ich lebe in einer wunderbaren Beziehung, die mir sehr viel Halt und Kraft gibt, das kann man sich für kein Geld der Welt kaufen", sagte Wagenknecht.

+++ 18.35 Uhr: Russland weitet umstrittene Passvergabe für Ukrainer aus +++

Russland hat die umstrittene Ausgabe seiner Pässe für Bewohner der Ostukraine ausgeweitet. Einem Dekret von Kremlchef Wladimir Putin zufolge können nun alle zu Kriegsbeginn 2014 in den Regionen Donezk und Luhansk gemeldeten Ukrainer leichter die russische Staatsbürgerschaft erhalten. Das ordnete Putin in Moskau an. Damit könnten auch die Menschen schneller einen russischen Pass bekommen, die nach Ausbruch des Kriegs aus dem Regierungsgebiet in das Nachbarland geflohen waren. Die Führung der Ukraine, aber auch die EU und die USA kritisierten den Schritt als Provokation. Kiew hatte gegen die Ausgabe protestiert und damit gedroht, die Pässe nicht anzuerkennen.

+++ 18.32 Uhr: Ägypten: Sechs Zivilisten im Nordsinai geköpft +++

Auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten haben Unbekannte laut Augenzeugen sechs Zivilisten geköpft. Die Reisenden seien auf einer Straße nahe der Küstenstadt al Arisch in einen Hinterhalt geraten, sagten Augenzeugen der Nachrichtenagentur DPA. Ihre Leichen seien mit abgetrennten Köpfen ins Krankenhaus gebracht worden, erfuhr die DPA aus Kreisen des Krankenhauses. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Im Nordsinai ist der ägyptische Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv, der sich mehrfach zu Angriffen auf ägyptische Sicherheitskräfte und die christliche Minderheit bekannt hat.

+++ 18.29 Uhr: Probleme am Flughafen Düsseldorf: Boris Beckers Gepäck blieb stehen +++

Wegen Problemen an der Gepäckabfertigung des Düsseldorfer Flughafens ist auch das Gepäck des dreifachen Wimbledon-Siegers Boris Becker stehengeblieben. "Viele Taschen/Koffer sind heute am Düsseldorfer Flughafen verloren gegangen, meine auch", schrieb Becker auf Twitter. Ein Flughafensprecher sagte, nichts gehe verloren. Die Gepäckstücke seien am Flughafen stehengeblieben und würden den Besitzern schnellstmöglich nachgeliefert. Falls auch Boris Becker betroffen sei, gelte das natürlich auch für ihn. Wegen einer technischen Panne an der Gepäckabfertigung waren zahlreiche Reisende ohne ihr Gepäck abgeflogen.

+++ 17.52 Uhr: Flughafen räumt Flugsteig - rund 1000 Passagiere betroffen +++

Weil mehrere Reisende durch eine Notfalltür in den Sicherheitsbereich des Düsseldorfer Flughafens eingedrungen sind, ist am Mittwochnachmittag ein kompletter Flugsteig geräumt worden. Rund 1000 Passagiere waren betroffen, wie der Flughafen mitteilte. Aus Flugzeugen, deren Boarding noch nicht abgeschlossen war, mussten alle Reisenden aussteigen und sich erneut kontrollieren lassen. 

Die Übeltäter hatten die Sicherheitstür per Notknopf geöffnet und waren in einen Bereich eingedrungen, den eigentlich nur bereits kontrollierte Passagiere betreten dürfen. Nachdem der Flugsteig aus Sicherheitsgründen geräumt und durchsucht worden war, ging nach einer Dreiviertelstunde der normale Betrieb weiter. 

+++ 17.44 Uhr: Wahl-Umfrage: AfD stärkste Partei in Brandenburg +++

Die AfD ist einer Umfrage zufolge aktuell die stärkste Partei in Brandenburg. Würde an diesem Sonntag gewählt, käme sie auf 21,3 Prozent der Stimmen, wie eine Civey-Befragung für den Berliner "Tagesspiegel" und "Spiegel Online" ergab. Die SPD erreicht demnach 17,2 Prozent und liegt damit knapp vor der Linken mit 16,9 Prozent. Die CDU landet in der Umfrage mit 16,3 Prozent auf Rang vier vor den Grünen mit 15,1 Prozent auf Platz fünf. Die FDP liegt bei 5,2 Prozent und kann nicht sicher damit rechnen, nach der Wahl am 1. September in den Landtag in Potsdam einzuziehen. Die Daten für die aktuelle Befragung wurden vom 19. Juni bis zum 17. Juli erhoben. In die Umfrage flossen Antworten von 2892 Teilnehmern ein.

+++ 17.25 Uhr: Mehr als 800 Fahrgäste müssen ICE wegen Rauch an Lok verlassen +++

Mehr als 800 Fahrgäste haben einen ICE in Offenbach bei Frankfurt/Main wegen Rauch an der Lok verlassen müssen. Der Lokführer eines entgegenkommenden Zuges hatte den Rauch gesehen und die Feuerwehr alarmiert, wie eine Bundespolizeisprecherin sagte. "Wir vermuten einen technischen Defekt." Zuvor hatte die "Offenbach Post" über den Vorfall berichtet. Nachdem der Lokführer vom Rauch erfahren hatte, rollte er laut einer Bahnsprecherin mit dem ICE langsam in den Offenbacher Hauptbahnhof. Dort seien die Fahrgäste auf vier Züge verteilt worden. Der Zug kam in eine Werkstatt. Den Angaben nach wurde niemand verletzt. Zwei Gleise mussten kurz gesperrt werden. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

+++ 17.05 Uhr: Staatsanwalt geht in Berufung gegen Freilassung von Kapitänin Rackete +++

Die Staatsanwaltschaft in Italien hat Berufung gegen die Freilassung von Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete eingelegt. Die Behörde im sizilianischen Agrigent habe diese am Mittwoch beim Kassationsgericht in Rom - Italiens oberstem Gericht - eingereicht, berichteten italienische Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Racketes Anwalt bestätigte dies der Deutschen Presse-Agentur. Die Berufung sei unabhängig von der Vernehmung der Deutschen, die für diesen Donnerstag in Agrigent angesetzt ist. Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer hatte zuvor erklärt, es sei unwahrscheinlich, dass Rackete wieder festgenommen werde.

Video: Rackete fordert Ende der Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache

+++ 16.34 Uhr: Israelische Touristen sollen Frau auf Zypern vergewaltigt haben +++

Die zyprische Polizei hat zwölf aus Israel stammende Touristen festgenommen, weil sie eine 19-jährige Frau im beliebten Ferienort Agia Napa vergewaltigt haben sollen. Dies berichtete die staatliche zyprische Nachrichtenagentur CNA unter Berufung auf die Polizei. Die zwölf Männer sollen am Donnerstag der Justiz vorgeführt werden. Die Ermittlungen und die gerichtsmedizinische Untersuchung dauerten an, berichtete das Staatsradio (RIK). Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums bestätigte die Festnahme der zwölf Israelis. Der israelische Konsul Jossi Wurmbrand verfolge den Fall und stehe im Kontakt mit den Festgenommenen. Die Familien seien informiert.

Joaquin Guzman: Berüchtigter Drogenboss "El Chapo" muss lebenslang ins Gefängnis

+++ 16.19 Uhr: "El Chapo" muss lebenslang ins Gefängnis +++

Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán muss für den Rest seines Lebens ins Gefängnis. Der 62-Jährige sei zu lebenslanger Haft plus 30 Jahre verurteilt worden und dürfe keinen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen, sagte Richter Brian Cogan in New York. Außerdem forderte das Gericht "El Chapo" auf, eine Summe von 12,6 Milliarden Dollar (etwa 11,2 Milliarden Euro) zu zahlen. Dies sei eine "konservative Schätzung" der Summe, die Guzmán aus der Drogenkriminalität eingenommen habe, hatte die Staatsanwaltschaft zuvor mitgeteilt.

In einem der größten Prozesse zu Drogenkriminalität in der Geschichte der USA hatte eine Jury "El Chapo" vor fünf Monaten in allen zehn Anklagepunkten für schuldig befunden - unter anderem wegen Beteiligung an einer Verbrecherorganisation, Herstellung und internationaler Verbreitung der Drogen Kokain, Heroin, Methamphetamin und Marihuana sowie wegen Geldwäsche und Gebrauchs von Schusswaffen.

+++ 16.14 Uhr: Sarkophag von Pharao Tutanchamun wird restauriert +++

Zum ersten Mal seit seiner Entdeckung vor fast 100 Jahren wird der goldene Sarkophag des ägyptischen Pharaos Tutanchamun restauriert. Der berühmte Sarg zeige einige Risse in der Oberfläche und andere Schäden, teilte das Antikenministerium am Mittwoch mit. Die Arbeiten sollen acht Monate dauern. Der Sarkophag soll als Teil der Königssammlung im Großen Ägyptischen Museum ausgestellt werden, dessen Eröffnung nahe den Pyramiden für kommendes Jahr geplant ist.

+++ 16.12 Uhr: Kambodscha schickt 1600 Tonnen Abfall zurück in die USA und nach Kanada +++

Kambodscha will 1600 Tonnen Plastikmüll zurück in die USA und nach Kanada schicken. Der Abfall sei in Schiffscontainern in der Hafenstadt Sihanoukville gefunden worden und werde dorthin zurückgehen, wo er hergekommen sei, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Demnach stammen 70 Container aus den USA und 13 aus Kanada. Bilder von Massen an zu Bündeln gepacktem Plastik hatten in den Online-Netzwerken bei kambodschanischen Nutzern für Empörung gesorgt. 

+++ 15.38 Uhr: Mordprozess: Tumult nach Freispruch für Clan-Angehörigen +++

Mehr als zwei Jahre nach einem tödlichen Baseballschläger-Angriff auf einen Mann in Berlin ist ein 21-Jähriger vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Ein Tatnachweis habe sich nicht führen lassen, begründete das Landgericht. Nach Verkündung des Freispruchs kam es zu einem Tumult im Gerichtssaal. Der als Chef eines bekannten arabischstämmigen Berliner Clans geltende Vater des 21-Jährigen schrie in Richtung des Staatsanwalts, bis ihn Angehörige und Justizwachtmeister auf den Flur drängten. Der Staatsanwalt, der achteinhalb Jahre Jugendstrafe wegen Totschlags gefordert hatte, kündigte Rechtsmittel an.

+++ 14.46 Uhr: Pinguine zwei Mal aus Sushi-Laden entfernt +++

Gleich zweimal hat die Polizei in Neuseeland ein Pärchen Zwergpinguine aufgegriffen, das es sich in einer Sushi-Bar am Hauptbahnhof von Wellington gemütlich gemacht hatte. Die beiden Vögel hätten sich eine warme Ecke des Geschäfts ausgesucht - wohl um für die Brutzeit ein Nest zu bauen, teilte die Polizei der neuseeländischen Hauptstadt mit. Die Pinguine wurden zunächst am Montagmorgen ertappt und umgesiedelt, kehrten Stunden später jedoch wieder zurück, wie es weiter hieß. 

Mitarbeiter der Naturschutzbehörde hätten das Pärchen dann in einer Nistbox nahe dem Hafen untergebracht - samt Zweigen und Gräsern für den Nestbau. Bislang sind die beiden Pinguine nicht wiedergekommen, wie der Sender RNZ berichtete. Die Behörden seien darüber ganz froh, denn auf dem Weg zum Sushi-Laden müssten die Vögel eine mehrspurige Straße überqueren und liefen somit Gefahr, überfahren zu werden. Autofahrer wurden gebeten, dort besonders aufmerksam zu sein.

+++ 14.17 Uhr: 22 Mitglieder von Mara Salvatrucha nach grausamen Morden in den USA angeklagt +++

Gegen 22 Mitglieder der berüchtigten Straßengang Mara Salvatrucha ist in den USA wegen mehrerer grausamer Morde Anklage erhoben worden. Ihnen wird insbesondere die Teilnahme an sieben Morden mit Macheten, Messern und Baseballschlägern in den vergangenen zwei Jahren in Los Angeles zur Last gelegt, wie aus der veröffentlichten Anklageschrift hervorgeht. Vielen droht nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Todesstrafe.    

Einen besonders grausamen Mord begingen sechs Mitglieder der auch als MS-13 bekannten Bande im März 2017: Dem Mitglied einer rivalisierenden Gang wurde der Kopf abgetrennt und das Herz aus der Brust geschnitten - weil er ein MS-13-Graffiti verschandelt haben soll. In einem anderen Fall überfiel die Gang laut Anklageschrift einen Obdachlosen, der zeitweise in einem von der Bande kontrollierten Park lebte.      Angeklagt ist eine besonders gewalttätige Untergruppe von MS-13, die als Fulton-Bande bekannt ist. Sie ist im Gebiet von Los Angeles aktiv und rekrutiert auch junge Migranten aus Zentralamerika. In einer Art Initiationsritus mussten Anwärter nach Behördenangaben Gegner von MS-13 oder Menschen, die als Bedrohung für die Bande angesehen wurden, umbringen.

+++ 14.05 Uhr: Facebook-Aufruf zum Sturm auf US-Militärgebiet erreicht 1,4 Millionen Zusagen +++

"Lasst uns die Aliens sehen": Rund 1,4 Millionen Nutzer des Online-Netzwerks Facebook haben bis Mittwoch ihre Teilnahme an einem Sturm auf die US-Luftwaffenbasis Area 51 bestätigt. Eine weitere Million Menschen teilte ihr "Interesse" an der für September geplanten Erstürmung mit. Hintergrund ist eine Verschwörungstheorie, wonach die US-Regierung dort Außerirdische versteckt hält.    

Die Initiatoren von "Storm Area 51, They Can't Stop All Of Us" rufen dazu auf, sich am Morgen des 20. September vor dem Touristenzentrum des Luftwaffenstützpunkts in der Wüste von Nevada zu treffen. "Wenn wir rennen wie Naruto, sind wir schneller als ihre Kugeln", erklärten sie auf Facebook. Bei Naruto handelt es sich um den Helden aus einer gleichnamigen japanischen Manga-Reihe, der für seine besondere Lauftechnik bekannt ist, mit der er den Luftwiderstand verringert.

+++ 13.39 Uhr: Spahn erfuhr von Kramp-Karrenbauers Ernennung am Telefon +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat von der Neubesetzung des Verteidigungsministeriums durch Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Telefon erfahren. Auf die Frage, ob er überrascht wurde von der Entscheidung, sagte Spahn: "Ich habe die Entscheidung der Parteivorsitzenden und der Kanzlerin, wie alle anderen (CDU-)Präsidiumsmitglieder auch, in der Telefonkonferenz erfahren." Spahn freut sich nach eigenen Worten über die Ernennung von Kramp-Karrenbauer. Dass die Parteivorsitzende in dem Ressort Verantwortung übernehme, sei ein wichtiges Signal an die Bürger und auch für das Land. "Die Bundeswehr ist damit bei der CDU Chefinnen-Sache, im wahrsten Sinne des Wortes. Und das ist gut." 

Neue Verteidigungsministerin: "Alles Komplett Kaputt - passt doch zur Bundeswehr": Twitternutzer reagieren auf AKK

+++ 13.31 Uhr: Hackerangriff in Bulgarien - Verdächtiger festgenommen +++

In Bulgarien ist ein 20-jähriger Verdächtiger für einen Hackerangriff mit Millionen betroffenen Menschen festgenommen worden. Der Bulgare sei bei einer Firma für Cybersicherheit in Sofia beschäftigt, sagte Jawor Kolew, der im Innenministerium für die Bekämpfung der Cyberkriminalität zuständig ist, bulgarischen Medien.

Bei dem offiziell bestätigten Hackerangriff auf die Steuerbehörde NAP des EU-Landes waren persönliche Daten, Steuererklärungen und Angaben über Rentenbeiträgen von mehr als fünf Millionen Bulgaren, Ausländern und Unternehmen entwendet worden - das südosteuropäische Land hat knapp sieben Millionen Einwohner.

+++ 13.07 Uhr: Im Iran inhaftierte Britin in Psychiatrie eingewiesen +++

Die im Iran inhaftierten Britin Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist nach Angaben ihrer Familie in die Psychiatrie eingewiesen worden. Sie sei in der entsprechenden Abteilung eines Krankenhauses untergebracht worden, berichtete ihr Ehemann Richard Ratcliffe am Mittwoch dem britischen Sender BBC. Der Grund für die Einweisung sei nicht bekannt. Der Ehemann befürchtet, dass die Revolutionsgarden auf seine Frau verstärkt Druck ausüben wollen

Zaghari-Ratcliffe war nach einem Besuch bei ihren Eltern 2016 verhaftet worden. Ihr werden Verschwörung, Zusammenarbeit mit westlichen Geheimdiensten und Spionage vorgeworfen. Sie soll mit einem ausländischen Netzwerk versucht haben, das islamische Regime im Iran zu stürzen. Sie wies alle Vorwürfe zurück. 

Mehrere Versuche der britischen Regierung, sie über diplomatische Kanäle frei zu bekommen, sind bis jetzt gescheitert. Dem Iran zufolge muss sie ihre Haftstrafe bis 2021 komplett verbüßen. Die iranische Justiz sei unabhängig und werde sich auch von politischen Protesten nicht beeindrucken lassen, so das Außenministerium in Teheran. Die dortigen Behörden betrachten die Frau ausschließlich als Iranerin, weil sie keine doppelte Staatsangehörigkeit anerkennen.

+++ 13 Uhr: Hockenheims Oberbürgermeister Gummer kannte Angreifer offenbar nicht +++

Der bei einer Faust-Attacke schwer verletzte Hockenheimer Oberbürgermeister Dieter Gummer hat seinen Angreifer nach Angaben der Polizei nicht gekannt. Der SPD-Kommunalpolitiker habe in einem ersten Gespräch über die Attacke von Montagabend keine Hinweise auf einen möglichen Täter oder ein Motiv geben können, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch.

Nach wie vor sucht die Polizei nach dem Mann, der den Oberbürgermeister im Hof seines Hauses in Böhl-Iggelheim (Rheinland-Pfalz) angegriffen und geschlagen haben soll. Gummer erlitt einen Kieferbruch, er liegt auf der Intensivstation

+++ 12.56 Uhr: Bayerischer Landtag nimmt Volksbegehren "Rettet die Bienen" an +++

In Bayern gelten künftig strengere Regeln im Umwelt-, Natur- und Artenschutz. Mit großer Mehrheit billigte der Landtag am Mittwoch den Gesetzentwurf des Volksbegehrens "Rettet die Bienen", den Anfang des Jahres fast 1,75 Millionen Menschen mit ihrer Unterschrift unterstützt hatten. 167 Abgeordnete stimmten mit Ja, 25 mit Nein, 5 enthielten sich. Unter anderem müssen Biotope künftig besser vernetzt, Gewässerrandstreifen besser geschützt und der ökologische Anbau deutlich ausgebaut werden. 

Mit der Annahme des Volksbegehrens geht die schwarz-orange Koalition einem Volksentscheid aus dem Weg - die Rekordbeteiligung an dem Volksbegehren hatte CSU und Freie Wähler unter Zugzwang gesetzt.

+++ 12.45 Uhr: Hackerangriff auf deutsche Krankenhäuser +++

Krankenhäuser und andere Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Rheinland-Pfalz und im Saarland sind von einem Cyberangriff betroffen. Das komplette Netzwerk ihres Krankenhausverbundes sei von einer Schadsoftware befallen gewesen, teilte die DRK Trägergesellschaft Süd-West mit. Die Verfügbarkeit von Daten sei eingeschränkt, die Versorgung der Patienten aber gewährleistet. Zuvor hatte die "Wormser Zeitung" berichtet.

Der Angriff sei am Sonntagmorgen bemerkt worden. Das komplette Netzwerk des Verbundes sei von einer Schadsoftware befallen gewesen, die Server und Datenbanken kryptisch verschlüsselt. Diese Verschlüsselung wurde am Sonntagnachmittag gestoppt, wie die Trägergesellschaft mitteilte. Unter ihrem Dach sind elf Krankenhäuser und vier Altenpflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland organisiert.

Die Server seien aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen worden und würden auf einen Befall überprüft. Die Aufnahme der Patienten und Befunde von Laboruntersuchungen würden in der Zeit mit Bleistift, Kugelschreiber und Papier vorgenommen, sagte der Geschäftsführer der Trägergesellschaft, Bernd Decker. "So wie das früher mal war." Medizinische Geräte seien nicht betroffen. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass unbefugt Einsicht in vertrauliche Daten genommen wurde.

+++ 12.36 Uhr: Revision gegen lebenslange Haftstrafe im "Susanna"-Prozess +++

Die Verteidigung des verurteilten Mörders Ali B. hat Revision gegen die lebenslange Haftstrafe im "Susanna"-Prozess eingelegt. Das teilte eine Sprecherin des Wiesbadener Landgerichts am Mittwoch mit.

Das Gericht hatte es in seinem Urteilsspruch vorige Woche als erwiesen angesehen, dass der irakische Flüchtling das 14-jährige Mädchen aus Mainz vor gut einem Jahr in einem Waldgebiet in der Nähe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim vergewaltigt und ermordet hat. Es wurde zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt - eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist damit für den 22-jährigen Ali B. so gut wie ausgeschlossen.

+++ 12.21 Uhr: Rechtsextreme dürfen in Kassel demonstrieren +++

Ungeachtet des Mordes an Walter Lübcke kann in Kassel voraussichtlich eine Demonstration von Rechtsextremen stattfinden. Das Verwaltungsgericht Kassel hob ein Verbot der für den 20. Juli angemeldeten Veranstaltung auf. Man habe einem Eilantrag des Anmelders der Kundgebung stattgegeben, sagte ein Gerichtssprecher am Mittwoch. Die zuständige Kammer habe festgestellt, dass die Voraussetzungen für ein Totalverbot durch die Stadt Kassel nicht vorlägen. Gegen die Entscheidung kann sich die Stadt vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof wehren. 

Zur Demo hatte die Kleinstpartei "Die Rechte" aufgerufen. Sie spricht von einer Instrumentalisierung des Attentats auf den CDU-Politiker, mit dem Rechte in die Nähe von Gewalt und Terror gerückt würden. Die Stadt Kassel hatte die Veranstaltung verboten, laut Gericht wegen einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Doch die Richter teilten die Einschätzung nicht: Konkrete Anhaltspunkte, dass von den Versammlungsteilnehmern ein aggressives und provokantes Verhalten ausgehen werde, seien nicht ersichtlich. Auch eine Verunglimpfung Lübckes sieht das Gericht nicht.

+++ 12.20 Uhr: Staatsanwaltschaft will Air France wegen Absturzes von Flug Rio-Paris anklagen +++

Zehn Jahre nach dem tragischen Absturz einer Air-France-Maschine über dem Atlantik mit 228 Toten will die französische Staatsanwaltschaft die Fluggesellschaft zur Rechenschaft ziehen. Der Vorwurf lautet unter anderem auf "Fahrlässigkeit", wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Justizkreisen erfuhr. Laut Anklageschrift vom Freitag hat die Fluggesellschaft ihre Piloten nicht ausreichend auf die notwendigen Maßnahmen bei den entsprechenden technischen Problemen hingewiesen, die zu der Notlage und schließlich zum Absturz des Airbus A330 geführt hatten. Dies sei nicht erfolgt, obwohl dem Unternehmen die Risiken nach mehreren Zwischenfällen zuvor bewusst gewesen seien. 

Die Vorwürfe gegen Airbus ließ die Staatsanwaltschaft dagegen fallen. Sie reichen demnach nicht für ein Strafverfahren. Es liegt nun im Ermessen eines Ermittlungsrichters, einen Prozess gegen Air France anzusetzen.     

Der Airbus A330 auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris war am 1. Juni 2009 über dem Atlantik abgestürzt. 228 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, darunter 28 Deutsche. Die Maschine war in ein schweres Gewitter geraten. In mehr als 11.000 Metern Höhe vereisten die Sensoren, so dass die Piloten keine Angaben zur Geschwindigkeit der Maschine mehr hatten.

+++ 12.17 Uhr: Urteil: Versandhändler muss Elektrogeräte zurücknehmen +++

Das Landgericht Duisburg hat einen Versandhändler dazu verurteilt, alte Elektrogeräte zurückzunehmen. Wie die klagende Deutsche Umwelthilfe (DUH) am Mittwoch erklärte, handelte es sich dabei um das erste Urteil seit Inkrafttreten der Verpflichtung zur Rücknahme vor drei Jahren. Das Urteil stärke die Rechte der Verbraucher bei der Rückgabe von Elektroschrott. Die DUH forderte von den Behörden wirksamere Kontrollen der Rücknahmepflicht.

Tests der DUH hätten wiederholt erhebliche Probleme bei der Rücknahme von Elektroaltgeräten im Online-Handel aufgezeigt. Die DUH fordert daher die zuständigen Landesbehörden auf, eigene verdeckte Testbesuche durchzuführen und bei Verstößen hohe Bußgelder zu verhängen.

+++ 12.13 Uhr: Kramp-Karrenbauer räumt Wohl der Soldaten "höchste Priorität" ein +++

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer will sich als Verteidigungsministerin vor allem um das Wohl der Soldaten kümmern. Es sei ihr sehr bewusst, dass die Männer und Frauen in der Bundeswehr "in einer ganz besonderen Art und Weise ihren Einsatz zeigen für dieses Land", sagte sie am Mittwoch nach der Amtsübernahme von ihrer Vorgängerin Ursula von der Leyen. "Deswegen haben sie auch die höchste politische Priorität verdient, haben den vollen Einsatz verdient."

Kramp-Karrenbauer erinnerte daran, dass von der Leyen den Soldaten in ihrem letzten Tagesbefehl gesagt habe: Bleiben sie behütet. "Dann wird es meine Aufgabe als ihre Nachfolgerin sein dafür zu sorgen, dass die Männer und Frauen entsprechend behütet sind." Die neue Oberbefehlshaberin der Bundeswehr würdigte vor allem die Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz. Man dürfe nie vergessen, dass sie im Notfall auch kämpfen müssten, um die Sicherheit Deutschlands zu verteidigen. "Das ist eine hohe Verantwortung, dieser Verantwortung bin ich mir sehr bewusst."

Kramp-Karrenbauer betonte, dass sie hohen Respekt vor ihrer neuen Aufgabe habe. "Ich gehe mit vollem Herzen und auch voller Überzeugung mein Amt als Bundesverteidigungsministerin an."

+++ 12.02 Uhr: Obdachloser erschleicht sich mehr als 400 Krankenhausübernachtungen +++

Ein wohnsitzloser 28-Jähriger soll sich in den vergangenen Jahren durch erfundene Erkrankungen mehrere hundert Krankenhausübernachtungen erschlichen haben. Allein in Nordrhein-Westfalen habe der Mann binnen drei Jahren mehr als 400 Mal in unterschiedlichen Krankenhäusern übernachtet, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Aschaffenburg mit. Dadurch soll er sich Leistungen im Wert von mehreren hunderttausend Euro erschlichen haben.    

Der Mann flog den Angaben zufolge im April im unterfränkischen Erlenbach am Main auf. Er habe sich dort unter dem Vorwand, bei einem Arbeitsunfall eine Kopfverletzung erlitten zu haben, ins Krankenhaus aufnehmen lassen. Außerdem habe er behautet, als Mitarbeiter der Deutschen Bahn Versicherungsnehmer bei der Unfallversicherung Bund und Bahn zu sein, womit eine Kostenübernahme gesichert sei.    

Tatsächlich habe der 28-Jährige eine Nacht in dem Krankenhaus verbracht, am anderen Tag einem Patienten das Handy gestohlen und dann verschwinden wollen. Polizisten konnten ihn aber noch auf dem Klinikgelände festnehmen. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der Tatverdächtige offenbar im gesamten Bundesgebiet mit dieser Masche unterwegs war. In den meisten Fällen habe er die Kliniken nach dem Frühstück wieder verlassen. Immer wieder soll er auch Gegenstände entwendet haben.    

Die Ermittlungen zu den weiteren Tatorten dauern noch an. Der 28-Jährige befindet sich nun wegen Betrugs- und Diebstahlsverdacht in Untersuchungshaft.

+++ 11.51 Uhr: EU-Kommission leitet Wettbewerbsermittlungen gegen Amazon ein +++

Die EU-Wettbewerbshüter gehen dem Verdacht illegaler Geschäftspraktiken im Umgang von Amazon mit Händlern auf seiner Plattform nach. Gegen den US-Onlineversandhändler sei eine offizielle Untersuchung eingeleitet worden, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. 

Amazon habe als Plattform eine doppelte Funktion, hieß es. Zum einen verkaufe das Unternehmen selbst als Einzelhändler Produkte auf seiner Internetseite. Zum anderen stelle es einen Online-Marktplatz zur Verfügung, über den andere Händler ihre Waren direkt an Kunden verkaufen könnten. Dabei sammele Amazon laufend Daten über die Produkte der anderen Anbieter und das Kundenverhalten.

Die Wettbewerbshüter wollten nun vor allem der Frage nachgehen, ob und wie die Nutzung dieser Daten den Wettbewerb einschränkt. Dazu wollen sie unter anderem die Standardvereinbarungen zwischen Amazon und den anderen Marktplatzhändlern prüfen.

+++ 11.42 Uhr: Tönnies-Mitarbeiter wegen Verdachts auf Millionenbetrug vor Gericht +++

Drei Angestellte des größten deutschen Schlachtbetriebes Tönnies sollen das Unternehmen durch jahrelange Betrügereien um fast vier Millionen Euro geschädigt haben. Die drei Mitarbeiter im Alter zwischen 27 und 34 Jahren müssen sich ab dem 25. Juli wegen des Vorwurfs des bandenmäßigen Betruges vor dem Landgericht Bielefeld verantworten, wie das Gericht mitteilte. 

Die Angestellten waren laut Anklage bei Tönnies für die Annahme von Lieferungen und das Wiegen des Fleisches verantwortlich. Das sollen sie ausgenutzt haben, um zwischen 2016 und 2019 in insgesamt 1788 Fällen in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern zweier polnischer Firmen die Gewichtsangaben zu manipulieren. Dabei sei jeweils ein gegenüber der tatsächlichen Lieferung um zwei Tonnen überhöhtes Warengewicht ausgewiesen worden, heißt es in der Anklage. Die Angeklagten sollen laut Staatsanwaltschaft für die Manipulationen insgesamt 250 000 Euro erhalten haben.

+++ 11.36 Uhr: Der "weiße Zulu": Anti-Apartheid-Sänger Johnny Clegg ist tot +++

Der südafrikanische Sänger und Apartheid-Kritiker Johnny Clegg ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Clegg verstarb am Dienstag im Kreise seiner Familie nach einem langen Kampf gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs, teilte sein Manager Roddy Quinn mit. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa erklärte, "eine beliebte, inspirierende und heldenhafte Stimme ist verstummt". Er würdigte Clegg als "Vorreiter für sozialen Zusammenhalt und Kampf gegen Rassismus." Die Nelson-Mandela-Stiftung versprach auf Twitter, weiter für "das Land zu arbeiten, von dem er träumte." Der Sänger mit dem Spitznamen "Der weiße Zulu" mischte Zulu-Rhythmen mit westlichen Musikstilen. Einer seiner berühmtesten Songs mit dem Titel "Asimbonaga" (Zulu für: "Wir haben ihn nicht gesehen") aus dem Jahr 1987 handelt von Nelson Mandela, der sich zu diesem Zeitpunkt in Gefangenschaft befand. Das Lied wurde zur internationalen Hymne für den Kampf gegen die Apartheid - und auch ein internationaler Chart-Erfolg.

+++ 11.36 Uhr: Betreiber der Pkw-Maut erlauben Veröffentlichung von Verträgen +++

Im Streit um die geplatzte Pkw-Maut erlauben die eigentlich vorgesehenen Betreiber nun doch eine Veröffentlichung der Verträge mit dem Bundesverkehrsministerium. "In den vergangenen Tagen ist das öffentliche Interesse an den Inhalten der Pkw-Maut-Betreiberverträge deutlich gestiegen", sagte der Leiter der Unternehmenskommunikation CTS Eventim, Christian Steinhof. "CTS Eventim und Kapsch befürworten daher eine vollständige und ungeschwärzte Veröffentlichung, einschließlich sämtlicher Anlagen." 

Diesen Wunsch hätten die Unternehmen bereits an ihren Auftraggeber, das Verkehrsministerium, herangetragen, sagte Steinhof. Das Interesse an den Verträgen ist groß, da sich daraus nach dem Scheitern der geplanten Maut vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Schadenersatzforderungen der geplanten Betreiber ergeben könnten. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte die Verträge zur Erhebung und Kontrolle der Pkw-Maut unterschrieben, bevor das EU-Gericht entschieden hatte. Unmittelbar nach dem Urteil hatte er sie gekündigt.

Die Abgeordneten des Bundestags konnten sie bisher ungeschwärzt in der Geheimschutzstelle des Bundestags vertraulich lesen, aber nicht öffentlich darüber sprechen. Der Grünen-Abgeordnete Stephan Kühn hatte angekündigt, auf Offenlegung der Verträge zu klagen.

+++ 11.35 Uhr: Kabinett beschließt Apotheken-Reform +++

Die Bundesregierung will Apotheken vor Ort stärken und besser vor der Konkurrenz im Internet schützen. Dafür hat das Bundeskabinett am Mittwoch ein entsprechendes Gesetz und eine Verordnung auf den Weg gebracht. Apotheken vor Ort sollen für Nacht- und Notdienste künftig mehr Geld bekommen. Außerdem dürfen Online-Apotheken aus dem Ausland bei verschreibungspflichtigen Medikamenten für gesetzlich Versicherte keine Rabatte mehr anbieten, sondern müssen sich an feste Preise halten.

Die Neuregelungen sehen zudem vor, dass Apotheken künftig auch Grippeschutzimpfungen anbieten dürfen. Das soll aber zuerst in regionalen Modellprojekten ausprobiert werden. Außerdem sollen chronisch Kranke sich in Zukunft mit einem Rezept bis zu drei Mal ihr Arzneimittel in der Apotheke abholen können.

+++ 11.34 Uhr: U-Bahn-Schubser in Essen identifiziert - Hauptverdächtiger erst 14 +++

Nach einer gefährlichen Schubserei in einer Essener U-Bahn-Station hat die Polizei einen erst 14 Jahre alten Jugendlichen als mutmaßlichen Haupttäter identifiziert. Am Tag zuvor waren Fotos von jungen Leuten veröffentlicht worden, die einen 20 Jahre alten Mann in die Gleise gestoßen hatten. Laut Polizeimitteilung vom Mittwoch wurden die Verdächtigen durch Zeugenhinweise identifiziert.

Auf den Fahndungsfotos waren sechs zum Teil offenbar sehr junge Jugendliche zu sehen. Nach früheren Angaben der Polizei hatte die Gruppe den 20-Jährigen Ende Juni an einer zentralen Essener U-Bahnhaltestelle "unvermittelt" geschlagen und getreten. Danach wurde der junge Mann auf die Gleise geschubst. Der 20-Jährige erlitt leichte Verletzungen, konnte die Gleise aber vor der nächsten Bahn verlassen. Eine Überwachungskamera zeichnete die Szenen auf. Auch aus der Gruppe heraus soll die Tat gefilmt worden sein.

+++ 11.32 Uhr: Merkel verfolgt Zeremonie zu Kramp-Karrenbauers Ernennung erneut im Sitzen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Zeremonie zur Ernennung der neuen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im Sitzen absolviert. Auf Schloss Bellevue nahmen Merkel, die neue Ministerin und deren Vorgängerin Ursula von der Leyen (CDU) Platz auf drei bereitgestellten Stühlen, während Bundesrats-Vizepräsident Michael Müller (SPD) seine Ansprache hielt. 

Annegret Kramp-Karrenbauer, Ursula von der Leyen und Angela Merkel bei der Ernennung AKKs zur neuen Verteidigungsministerin.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Ursula von der Leyen und Angela Merkel bei der Ernennung AKKs zur neuen Verteidigungsministerin

Am gleichen Ort hatte Merkel vor drei Wochen einen ihrer Zitteranfälle erlitten, damals wohnte sie der Ernennung der neuen Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) bei. In den vergangenen Tagen hatte Merkel, die am Mittwoch 65 Jahre alt wurde, auch beim Empfang von ausländischen Gästen mit militärischen Ehren Platz auf einem Stuhl genommen, um neuerliche Zitteranfälle zu vermeiden.    

Merkel hatte nach den Anfällen mehrfach betont, dass es ihr gut gehe. "Ich glaube, dass es so wie es gekommen ist, eines Tages auch vergehen wird", sagte sie vergangene Woche.

+++ 11.31 Uhr: Todesschuss auf Lübcke: Gutachten zur Tatwaffe belastet Stephan E. +++

Nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben Kriminaltechniker die Tatwaffe zweifelsfrei identifiziert. Ihr Gutachten belaste den Tatverdächtigen Stephan E. schwer, berichtete der "Spiegel" am Dienstagabend online. Demnach wurde der tödliche Schuss auf Lübcke mit einer Waffe des Kalibers .38 Spezial abgegeben, die E. mit anderen Waffen auf dem Gelände seines Arbeitgebers vergraben hatte. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte den Bericht am Mittwoch nicht kommentieren. 

Laut "Spiegel Online" handelt es sich um einen kurzläufigen Revolver des brasilianischen Herstellers Rossi. Stephan E. hatte den Ermittlern nach seiner Festnahme selbst von dem Versteck berichtet und die Namen zweier Männer genannt, über die er an die Tatwaffe gekommen sei. Aufgrund dieser Aussage sitzen Elmar J. und Markus H. ebenfalls in Untersuchungshaft, ihnen wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen. Inzwischen hat E. sein ausführliches Geständnis widerrufen. 

+++11.08 Uhr: Jugendliche zeigen vermehrt Hitlergruß in schwedischem Freizeitpark +++

Ein schwedischer Freizeitpark ringt seit längerer Zeit mit Jugendlichen, die in Fahrgeschäften den Hitlergruß zeigen. Sie sollen den rechten Arm in dem Moment ausstrecken, wenn sie von den Kameras einer Wasser- und einer Achterbahn des Parks Liseberg in Göteborg fotografiert werden. "Das ist etwas, das wir in Liseberg nicht tolerieren können", sagte der stellvertretende Parkchef Fredrik Löfgren dem schwedischen Rundfunksender SVT.

Seit Beginn der Sommersaison im April habe es etwa 40 von solchen im Bild festgehaltenen Vorkommnissen gegeben, teilte eine Sprecherin des Parks der Deutschen Presse-Agentur mit. In acht Fällen hat der Park demnach Anzeige erstattet, ansonsten gibt es meist Hausverbot oder Gespräche mit den Eltern. "Wir haben null Toleranz für dieses Verhalten", so die Sprecherin.

Liseberg zählt als einer der größten Freizeitparks Nordeuropas zu den meistbesuchten Touristenattraktionen Schwedens. Jährlich kommen rund drei Millionen Besucher in den Park.

+++ 10.49 Uhr: 62-Jähriger in Nepal von wildem Elefanten getötet +++

Im Himalaya-Staat Nepal hat ein in freier Wildbahn lebender Elefant einen Mann getötet. Das Tier habe den 62-Jährigen in der Nähe des Chitwan-Nationalparks im Süden des Landes 25 Meter weit von der Straße weggeschleppt, sagte Basu Dhungana, Präsident eines Vereins örtlicher Waldnutzer, am Mittwoch. 

Ein wilder Elefant (Symbolbild)

Ein wilder Elefant

Getty Images

Die gewachsene Population der Elefanten führte in dem Gebiet seinen Worten zufolge bereits in der Vergangenheit zu Todesfällen und Zerstörung. Als Schutzmaßnahme baue man nun Mauern zwischen den Siedlungen und dem Wald.

In Nepal kommt es immer wieder zu tödlichen Begegnungen zwischen Menschen und wildlebenden Tieren - besonders am Rande von Wäldern und Nationalparks. Wegen der Abholzung der Wälder und eines Mangels an Beute verlassen Tiere ihre natürliche Umgebung und nähern sich Siedlungen.

+++ 10.46 Uhr: Vertreter von Reporter ohne Grenzen in Istanbul freigesprochen +++

Der Vertreter der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) in der Türkei ist vom Vorwurf der "Terrorpropaganda" freigesprochen worden. Ein Gericht in Istanbul sprach am Mittwoch mit Erol Önderoglu auch die Menschenrechtlerin Sebnem Korur Fincanci und den Autor Ahmet Nesin frei. Sie hatten 2016 die später geschlossene prokurdische Zeitung "Özgür Gündem" unterstützt.

+++ 10.39 Uhr: Künftiger Oberbürgermeister von Görlitz im Netz heftig attackiert +++

Der designierte Görlitzer Oberbürgermeister, Octavian Ursu (CDU),  der sich in einer Stichwahl gegen einen AfD-Kandidaten durchsetzte, ist Ziel von heftigen Attacken in sozialen Netzwerken. Das ergaben  Recherchen des MDR-Magazins "Exakt".

Der neue Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU, l.) und sein Kontrahent Sebastian Wippel (AfD)

Der neue Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU, l.) und sein Kontrahent Sebastian Wippel (AfD)

Getty Images

Der Staatsschutz ermittelte  allein in jüngster Vergangenheit in drei Verfahren. Das wurde "Exakt" durch einen Sprecher der Polizeidirektion Görlitz bestätigt.

In zwei Verfahren sei wegen des Verdachts zu einer öffentlichen  Aufforderung zu Straftaten (§ 111 StGB) ermittelt worden, in einem  Verfahren wegen des Verdachts einer Bedrohung (§ 241 StGB). Alle drei Verfahren wurden an die zuständigen Staatsanwaltschaften in Görlitz  und Cottbus übergeben. Ein von "Exakt" angesprochener Verdächtiger  aus dem Land Brandenburg hat seinen Post auf Facebook bestätigt.

+++ 10.36 Uhr: Bundesregierung bringt Gesetz zu Masern-Impfpflicht auf den Weg +++

Ab März kommenden Jahres wird in Deutschland eine weitreichende Impfpflicht gegen Masern gelten: Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch den Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), demzufolge die Pflicht zur Impfung vor allem in Kitas und Schulen gelten soll. Für bereits aufgenommene Kinder sollen ärztliche Nachweise bis 31. Juli 2020 vorgelegt werden müssen. Das gilt auch für Erzieher und Lehrer. 

Gesundheitsminister Jens Spahn

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit

DPA

"Wir wollen möglichst alle Kinder vor einer Masernansteckung bewahren", erklärte Spahn. "Denn Masern sind in höchstem Maße ansteckend und können einen sehr bösen, teils tödlichen Verlauf nehmen." Bei Impfverweigerern drohen ein Ausschluss vom Kita-Besuch und Bußgelder von bis zu 2500 Euro bei Schulkindern - wegen der Schulpflicht kann hier kein Ausschluss angeordnet werden. Eine Impfpflicht soll es auch in Flüchtlingsunterkünften sowie für Tagesmütter geben.

+++ 10.33 Uhr: 13 Tote nach Hauseinsturz in Mumbai +++

Nach dem Einsturz eines Wohnhauses während eines heftigen Monsunregens in der westindischen Millionenstadt Mumbai ist die Zahl der Toten auf 13 gestiegen. Zehn Menschen seien verletzt aus den Trümmern des vierstöckigen Gebäudes gerettet worden, zwei bis drei weitere würden noch vermisst, teilte ein Polizeisprecher am Mittwoch mit. 

Unter den Todesopfern sei auch ein 15-jähriger Junge. Das etwa 100 Jahre alte Haus in dem dicht besiedelten Dongri-Viertel war am Dienstag eingestürzt - der Monsun hatte in der Gegend schwere Überschwemmungen verursacht. 

Seit Beginn der besonders starken Regenfälle vergangene Woche kamen in Südasien nach Behördenangaben bereits fast 200 Menschen allein in Indien, Nepal, Bangladesch und Pakistan ums Leben.

+++ 10.28 Uhr: Vereidigung Kramp-Karrenbauers im Bundestag am Mittwoch kommender Woche +++

Die Vereidigung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen Bundesverteidigungsministerin soll in der kommenden Woche erfolgen. Die dazu nötige Sondersitzung des Bundestags werde am Mittwoch um 11 Uhr stattfinden, sagte ein Sprecher des Bundestags.    

Da im Plenarsaal derzeit Bauarbeiten stattfänden, werde auf die Lobby des zum Bundestag gehörenden Paul-Löbe-Hauses neben dem Reichstagsgebäude ausgewichen - ein "ungewöhnlicher Ort" für eine Planersitzung, wie der Sprecher sagte.

+++ 10.22 Uhr: Militär und Opposition unterschreiben Einigung für Übergangsregierung im Sudan +++

Nach monatelangen Unruhen im Sudan haben das Militär und die Opposition eine Einigung über eine Übergangsregierung unterschrieben. Das Dokument wurde am Mittwoch in Khartum von Vertretern der Militärführung des Landes und des Oppositionsbündnisses Deklaration für Freiheit und Wandel unterzeichnet. 

Vor knapp zwei Wochen hatten beide Seiten eine Einigung über Sudans Zukunft erzielt. Für eine Übergangszeit von etwas mehr als drei Jahren soll ein Oberster Rat mit gleicher Beteiligung beider Seiten und einer wechselnden Führung eingeführt werden. Danach sollen Wahlen stattfinden. 

Sudans Präsident Omar al-Baschir hatte das Land im Nordosten Afrikas drei Jahrzehnte lang mit harter Hand regiert und wurde im April von den Streitkräften gestürzt. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste und eine Sitzblockade in Khartum vorausgegangen. Bei der gewaltsamen Auflösung der Blockade durch Sicherheitskräfte waren Anfang Juni mehr als 120 Menschen getötet worden.

+++ 10.09 Uhr: Von der Leyen will Nachfolgerin Kramp-Karrenbauer mit militärischen Ehren empfangen +++

Stabwechsel im Bundesverteidigungsministerium: Die scheidende Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) will ihre designierte Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Mittwochmittag mit militärischen Ehren an ihrem neuen Dienstsitz in Berlin empfangen. Dies teilte das Bundesverteidigungsministerium in Berlin mit. 

Zunächst sind die beiden Politikerinnen auf Schloss Bellevue zu Gast: Am Dienstsitz des Bundespräsidenten soll von der Leyen um 11 Uhr ihre Entlassungsurkunde erhalten, CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer erhält ihre Ernennungsurkunde. Danach fahren die Politikerinnen zu der Zeremonie ins Ministerium.     

Die Entlassung und Ernennung nimmt vertretungsweise Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) vor. Eigentlich ist dafür der Bundespräsident zuständig, der derzeit allerdings im Urlaub ist. Auch dessen Stellvertreter, Bundesratspräsident Daniel Günther (CDU), ist derzeit im Ausland. Deswegen fällt es Müller als stellvertretendem Bundesratsvorsitzenden zu, den Ministerwechsel zu beurkunden.

+++ 9.57 Uhr: Schmuggler versteckt Kokain unter seinem Toupet +++ 

Mit einem halben Kilogramm Kokain unter dem Toupet ist ein kolumbianischer Drogenkurier in Spanien gefasst worden. Der Mann sei mit einer Maschine aus Bogotá nach Barcelona gekommen und noch am Flughafen von Beamten festgenommen worden, teilte die spanische Nationalpolizei auf Facebook mit. Er habe bei der Sicherheitskontrolle extrem nervös gewirkt und deshalb die Aufmerksamkeit der Beamten auf sich gezogen, schrieb die Zeitung "La Vanguardia".

Auf Polizeifotos ist das auffallend hohe Haarteil des Verdächtigen zu sehen, unter dem sich das Drogenpäckchen verbarg. "Der Erfindungsreichtum der Drogenhändler kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, die Behörden zu überlisten", hieß es in der Mitteilung der Policía Nacional. Das Kokain habe einen Wert von etwa 30.000 Euro.

+++ 9.33 Uhr: Paris wehrt sich gegen US-Drohungen und hält an Digitalsteuer fest +++

Trotz Sanktionsdrohungen aus den USA hält Paris an seiner Digitalsteuer fest. Diese zielt auf Internetgiganten wie Google, Amazon, Facebook oder Apple ab. "Frankreich wird bei der Einführung der nationalen Besteuerung auf jeden Fall nicht nachgeben", sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire im Sender France Inter. Der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer hatte vergangene Woche bestätigt, er habe auf Anweisung von Präsident Donald Trump eine Untersuchung dazu eingeleitet, welche Auswirkungen die Digitalsteuer auf den US-Handel haben würde. Je nach Ergebnis könnte diese Untersuchung womöglich zu Zöllen oder anderen Handelsrestriktionen für Frankreich führen.

+++ 9.08 Uhr: Italienischer Bestseller-Autor Camilleri gestorben +++

Der italienische Bestseller-Autor Andrea Camilleri ist tot. Der 93-Jährige starb heute in einem Krankenhaus in Rom, wie die Gesundheitsbehörde der Stadt mitteilte. Der Sizilianer war Mitte Juni in kritischem Zustand mit Kreislauf- und Atemstillstand ins Krankenhaus gekommen.

Camilleri ist vor allem für die Krimis mit dem Kommissar Salvo Montalbano bekannt. Er galt als kritische Stimme des Landes und warf auch in seinen Geschichten immer wieder ein Schlaglicht auf heikle Themen wie Korruption oder das organisierte Verbrechen. Er hat mehr als 100 Bücher geschrieben, schaffte aber erst mit fast 70 Jahren mit seinen "Montalbano"-Krimis den Durchbruch.

+++ 8.56 Uhr: Angriff auf Oberbürgermeister von Hockenheim: Polizei ermittelt mit Hochdruck +++

Nach dem gewaltsamen Angriff auf den Oberbürgermeister von Hockenheim, Dieter Gummer (SPD), ermittelt die Polizei "mit Hochdruck". Ermittelt werde "in alle Richtungen", sagte eine Sprecherin der Beamten in Ludwigshafen. "Wir können keinen Sachverhalt ausschließen." Ziel sei es, "schnell konkrete Ergebnisse zu erzielen".

Der 67-jährige Gummer war am Montagabend vor seinem Privathaus im rheinland-pfälzischen Böhl-Iggelheim von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt worden. Er wurde zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der etwa 40 Jahre alte Tatverdächtige verließ nach der Attacke zu Fuß den Tatort. Er wird als dunkelhäutig und schlank beschrieben. Laut Polizei sprach er Deutsch mit leichtem Akzent. Das Motiv für den Angriff ist unklar.

+++ 8.36 Uhr: Militärrat und Protestbewegung im Sudan unterzeichnen Einigung +++

Sudans regierender Militärrat und die Protestbewegung haben ein Abkommen für die Bildung einer Übergangsregierung unterzeichnet, wie AFP-Reporter berichten. Der Einigung gingen monatelange Unruhen mit mehr als hundert Todesopfern voraus. Im Sudan hatte nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Omar al-Baschir im April ein Militärrat die Führung übernommen, der sich zunächst weigerte, die Macht an eine zivile Regierung zu übergeben.

+++ 8.31 Uhr: Schäfer-Gümbel verteidigt SPD-Nein bei Wahl von der Leyens +++

Der kommissarische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hat die Ablehnung der SPD von Ursula von der Leyen bei der Wahl zur EU-Kommissionspräsidentin verteidigt. Die SPD habe es nicht für klug gehalten, das Spitzenkandidatenprinzip, "eines der zentralen Versprechen" vor der Wahl, "einfach beiseite zu schieben", sagte Schäfer-Gümbel im ZDF-"Morgenmagazin". In der Partei sei eine deutliche Mehrheit der Auffassung gewesen, "dass es nicht klug ist, weil es uns auf der langen Linie, spätestens bei der Europawahl einholen wird". Schäfer-Gümbel betonte aber auch, dass die Sozialdemokraten zur Zusammenarbeit mit von der Leyen bereit seien.

+++ 8.14 Uhr: Europäische Pkw-Neuzulassungen gehen wieder deutlich zurück +++

Der europäische Automarkt hat im Juni wieder einen deutlichen Rückschlag erlitten. In der EU wurden 1,45 Millionen Pkw neu zugelassen, das waren 7,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der europäische Branchenverband Acea in Brüssel mitteilte. Zum großen Teil sei das Minus auf einen Kalendereffekt zurückzuführen, hieß es vom Verband. Im Juni habe es durchschnittlich nur 19 Verkaufstage gegeben, vergangenes Jahr waren es demnach zwei Tage mehr. Aber auch im bisherigen Jahresverlauf steht nach dem ersten Halbjahr ein Minus von 3,1 Prozent zu Buche.

+++ 8.01 Uhr: Sechsjährige von Golfball des Vaters tödlich verletzt +++

Auf einem Golfplatz in Orem südlich von Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah ist eine Sechsjährige am Montag von einem Golfball ihres Vaters getroffen worden und an den dabei erlittenen Verletzungen gestorben. Das Mädchen saß knapp 20 Meter entfernt in einem Golfwagen, als der Ball ihren Hinterkopf traf, wie ein Polizeisprecher Medienberichten zufolge mitteilte. Der Golfwagen habe weder direkt vor noch direkt hinter dem Vater gestanden, als dieser den Ball schlug, sondern seitlich von ihm. Das Mädchen sei schwer verletzt zunächst in ein örtliches Krankenhaus gebracht und dann im Hubschrauber in eine Kinderklinik geflogen worden, später jedoch gestorben.

Die Polizei gehe von einem tragischen Unfall aus, hieß es. Die Sechsjährige habe ihren Vater oft zum Golfen begleitet, sagte ihr Onkel nach Angaben der Zeitung "Deseret News": "Sie liebte es und hat immer viel Spaß dabei gehabt." 

+++ 7.40 Uhr: Brinkhaus kritisiert SPD wegen Ablehnung von der Leyens +++

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat nach der Wahl von Ursula von der Leyen zur künftigen EU-Kommissionspräsidentin Kritik an der SPD geübt. "Das muss die SPD erstmal erklären", sagte Brinkhaus im ZDF-"Morgenmagazin" angesichts der Weigerung des Koalitionspartners, von der Leyen zu unterstützen. "Da gibt es noch einigen Klärungsbedarf", betonte Brinkhaus und kündigte Gespräche mit dem Koalitionspartner an. "Aber wir müssen natürlich auch nach vorne schauen, weil wir als Koalition noch wichtige Aufgaben vor uns haben gerade im Herbst."

Die SPD-Europaabgeordneten hatten sich vor der gestrigen Wahl auf eine Ablehnung von der Leyens festgelegt, unter anderem weil die Christdemokratin nicht als Spitzenkandidatin bei der Europawahl angetreten war. Trotz des Widerstands der SPD hatte die Führung der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament dann aber eine Wahlempfehlung für von der Leyen abgegeben.

Szene aus Straßburg: Blick bei Meuthen-Rede: Twitter-Nutzer vergleichen von der Leyen mit der "Königin der Drachen"

+++ 7.33 Uhr: Getötete 18-Jährige in Halle: Verdächtiger festgenommen +++

Im Fall der gestern in Halle an der Saale getöteten 18-Jährigen ist ein Tatverdächtiger festgenommen worden. Bundespolizisten haben den 30 Jahre alten Mann gestern Abend am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main verhaftet, wie die Polizei in Halle heute mitteilte. Zuvor war nach dem Afghanen öffentlich gefahndet worden. Er soll am Vormittag nach Halle überführt werden. 

Die 18 Jahre alte Afghanin war gestern Mittag mit schwersten Verletzungen in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses gefunden worden. Im Krankenhaus erlag sie am Nachmittag ihren Verletzungen. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Mordes eingeleitet, wie die Beamten mitteilten. Zum Motiv machten sie keine Angaben.

+++ 7.04 Uhr: Uber startet in Hamburg +++

Der Fahrdienstvermittler Uber ist nun auch in Hamburg gestartet. Seit heute könnten über die Uber-App Fahrten gebucht werden, teilte der Anbieter mit. Die Hansestadt sei neben Berlin, München, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Köln die sechste Stadt in Deutschland, in der die Dienstleistungen angeboten würden. Hierfür arbeite der Vermittler mit Mietwagenfirmen und Taxi-Betreibern zusammen, sagte ein Sprecher. Ein Grund für den Start ist die Nachfrage: 2018 hätten mehr als 240.000 Menschen in Hamburg versucht, über die App Fahrten in der Hansestadt zu buchen.

Gebucht wird vor Fahrtbeginn zum Festpreis. Er liegt nach Unternehmensangaben rund zehn bis 15 Prozent unter den Taxi-Tarifen. Der Vermittler äußert sich nicht dazu, wie viele Fahrzeuge für ihn im Einsatz sind. Vor Jahren war Uber mit seinem Ursprungsmodell in Hamburg gescheitert, weil damals Privatfahrer zum Einsatz kommen sollten. Das wurde gerichtlich untersagt, um das Personenbeförderungsgesetz mit seinen Auflagen für das Gewerbe weiterhin durchzusetzen.

+++ 6.03 Uhr: Temperaturrekord in nördlichster dauerhaft bewohnter Siedlung gemessen +++

Einen Temperaturrekord hat die nördlichste dauerhaft bewohnte Siedlung der Erde erlebt. Im nordkanadischen Alert, das weniger als 900 Kilometer vom Nordpol entfernt liegt, wurden am Sonntag 21 Grad Celsius gemessen, wie der kanadische Wetterdienst jetzt mitteilte. Das kanadische Umweltministerium sprach von einer wahren "arktischen Hitzewelle". In Alert liegt die Durchschnittstemperatur im Juli für gewöhnlich bei 3,4 Grad. Die jetzt gemessenen 21 Grad seien ein "absoluter Rekord", sagte der Meteorologe Armel Castellan. "Das ist eine ziemlich unglaubliche Statistik. Es ist eines von hunderten Beispielen von Rekorden im Zuge der Erderwärmung." Der bisherige Rekord von 20 Grad in Alert wurde am 8. Juli 1956 gemessen. Seit dem Jahr 2012 wurden an mehreren Tagen Temperaturen zwischen 19 und 20 Grad erreicht.

+++ 5.26 Uhr: Jugendliche schlagen Alarm: Frauen aus verqualmtem Haus gerettet +++

Drei geistesgegenwärtige Jugendliche sind im Saarland vermutlich zu Lebensrettern geworden. Einer von ihnen bemerkte gestern am späten Abend einen ausgelösten Rauchmelder in einem Haus der Gemeinde Quierschied, wie die Polizei mitteilte. Der 14-Jährige klingelte mehrfach und versuchte, die Hausbewohner zu warnen. Weil ihm niemand öffnete, riefen die Jugendlichen die Feuerwehr. Herbeigeeilte Feuerwehrleute öffneten die Tür mit Gewalt und retteten eine schlafende 61-Jährige aus der bereits verqualmten Wohnung im Obergeschoss. Eine 59 Jahre alte Frau und ihr Hund wurden aus dem Erdgeschoss ins Freie gebracht. Grund für die starke Verqualmung war nach ersten Polizeierkenntnissen angebranntes Essen im Backofen. Die 61-Jährige kam zur Untersuchung ins Krankenhaus.

+++ 5.15 Uhr: Merkel wird 65 - und leitet ganz normal die Kabinettssitzung +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel feiert heute ihren 65. Geburtstag. Großes Aufheben darum macht die CDU-Politikerin allerdings nicht. Vielmehr will sie wie üblich die Sitzung des Bundeskabinetts leiten. Auf den Tag angesprochen, hatte Merkel vergangene Woche gesagt: "Das bedeutet eben, dass man nicht jünger wird. Aber erfahrener vielleicht."

Merkel ist seit November 2005 Bundeskanzlerin. Zuletzt drehten sich die Schlagzeilen um ihren Gesundheitszustand, nachdem sie dreimal innerhalb von drei Wochen Zitterattacken erlitten hatte - stets bei öffentlichen Terminen im Stehen. Sie sei "fest davon überzeugt, dass ich gut leistungsfähig bin", versicherte sie. Bei Empfängen zweier ausländischer Regierungschefinnen hatte sie zuletzt pragmatisch reagiert - und der Nationalhymne im Sitzen gelauscht.

+++ 5.08 Uhr: Nach aufwendigem Casting: Neue Stimme für Bahn-Ansagen gefunden +++

Seine Stimme wird bald zu den bekanntesten in Deutschland gehören: Heiko Grauel hat sich bei einem Casting der Deutschen Bahn unter Hunderten professionellen Sprechern durchgesetzt. Im Tonstudio hat er in den letzten Wochen mehr als 14.000 Zeilen Text vorgelesen. Aus den Aufnahmen werden nun die automatischen Durchsagen für alle Bahnhöfe bundesweit zusammengebaut. Rund 20 Millionen Reisende und Bahnhofsbesucher zählt die Bahn täglich.

In einigen Monaten werde der 45-Jährige aus Dreieich bei Frankfurt dann das erste Mal an einem Bahnhof zu hören sein, teilte die Bahn mit. Wo genau, werde gerade geprüft. Zum Jahresende soll es dann so weit sein, dass an einigen Bahnhöfen alle Ansagen mit der neuen Stimme erfolgen. Das Unternehmen führt gleichzeitig eine neue Technologie für die automatischen Ansagen ein, die für einen harmonischeren Klang sorgen soll. Grauel arbeitet auch sonst als Sprecher, er leiht unter anderem Werbeclips und Dokumentationen seine Stimme.

+++ 5.05 Uhr: Druck vom Kartellamt: Amazon ändert Geschäftsbedingungen mit Händlern +++

Auf Druck des Bundeskartellamts ändert der Amazon seinen Umgang mit Händlern, die über sogenannte Amazon Marktplätze ihre Produkte verkaufen. Nach Beschwerden solcher Firmen hatten Deutschlands oberste Wettbewerbshüter Ende 2018 ein Missbrauchsverfahren gegen den US-Konzern eingeleitet. Dies werde nun eingestellt, teilte das Bundeskartellamt in Bonn mit. Die Behörde hat wesentliche Änderungen der Geschäftsbedingungen zugunsten der Händler erwirkt. So wurden zum Beispiel Regelungen zur Haftung kaputter Produkte umformuliert, die bisher zulasten der Händler gingen - künftig sind sie ausbalancierter.

Die Änderungen werden zum 16. August wirksam. Für den Privatkunden ändert sich nichts, die global gültigen Änderungen betreffen nur das Binnenverhältnis zwischen Amazon und den sogenannten Dritthändlern.

+++ 4.46 Uhr: Frittierte Zutat soll mysteriöse Brände in US-Sushi-Restaurants ausgelöst haben +++

Eine frittierte Zutat soll der Auslöser für mysteriöse Brände in Sushi-Restaurants in den USA sein. Die Feuerwehr der Stadt Madison im Bundesstaat Wisconsin mahnte nun Vorsicht bei der Zubereitung des Tempura-ähnlichen Teigs an, der wegen seiner knusprigen Konsistenz "crunch" oder "crunchy" genannt wird. Dabei wird ein Teig aus Mehl und Wasser in Öl frittiert und dann zum Abkühlen in ein Gefäß gegeben. Wenn die Hitze beim Abkühlen nicht entweichen kann, droht allerdings ein Feuer: Speiseöle wie Sojaöl und Rapsöl könnten sich unter bestimmten Voraussetzungen selbst erhitzen und dann entzünden, warnte die Feuerwehr.

Die Feuerwehr von Madison hatte zwei Brände in japanischen Restaurants in der Stadt untersucht, bei denen ein Sachschaden von mindestens 575.000 Dollar entstanden war. Die Behörden bringen zudem mindestens fünf weitere Brände mit der Zubereitung von "crunch" in Verbindung. Die Feuerwehr empfiehlt nun, den frittierten Teig zum Abkühlen auf einer flachen Oberfläche wie einem Backblech auszubreiten, damit die Hitze entweichen kann.

+++ 3.29 Uhr: Perus Ex-Präsident Toledo wegen Korruptionsvorwürfen in den USA festgenommen +++

Wegen Korruptionsvorwürfen ist der frühere peruanische Präsident Alejandro Toledo in den USA festgenommen worden. Das US-Justizministerium erklärte, damit sei auf ein Auslieferungsgesuch der peruanischen Regierung reagiert worden. Toledo wird in seiner Heimat vorgeworfen, vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht Bestechungsgelder in Höhe von 20 Millionen Dollar erhalten zu haben. Im Gegenzug soll der Präsident der Jahre 2001 bis 2006 dem Unternehmen den Auftrag für den Bau einer Schnellstraße zwischen Peru und Brasilien verschafft haben.

Der in Kalifornien lebende Ex-Staatschef weist die Vorwürfe zurück. Das Auslieferungsverfahren gegen den 73-Jährigen könnte Monate dauern. Odebrecht soll in einer ganzen Reihe lateinamerikanischer Staaten Politiker bestochen haben, um an lukrative öffentliche Aufträge zu kommen.

+++ 2.12 Uhr: Klage gegen Beschränkung des Asylrechts in den USA eingereicht +++

In den USA haben mehrere Menschenrechtsorganisationen bei einem Gericht im Bundesstaat Kalifornien Klage gegen die Verschärfung des Asylrechts eingereicht. In der Klageschrift argumentieren die American Civil Liberties Union und weitere Gruppen, mit den neuen Regeln werde faktisch das Asylrecht für alle jene abgeschafft, die auf ihrem Weg in die USA durch ein anderes Land gereist seien. Das Vorgehen sei ein "illegaler" Versuch, an der Grenze zu Mexiko das US-Asylsystem bedeutsam einzuschränken oder gar komplett abzuschaffen.

Die US-Regierung hatte am Montag angekündigt, dass an der Grenze zu Mexiko Asylanträge abgelehnt werden sollen, wenn die Migranten auf ihrem Weg nicht zuvor in einem anderen Land den Flüchtlingsstatus beantragt haben.

+++ 1.48 Uhr: Partielle Mondfinsternis über Deutschland +++

In der Nacht konnten Beobachter in Deutschland eine partielle Mondfinsternis betrachten. Für etwa drei Stunden lagen Teile des Erdtrabanten im Kernschatten der Erde. Der Mond schimmerte dadurch in orangenen bis rostroten Tönen. Fast zwei Drittel des Mondes lagen dabei im Schatten.

Eine Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond geben. Die von der Sonne angestrahlte Erde wirft wie ein Sonnenschirm einen Schatten in den Weltraum. Wenn der Mond dann durch diesen Schatten läuft, sieht man eine Mondfinsternis. Steht der Trabant im vollen Umfang in diesem Schatten, spricht man von einer totalen Finsternis. Vergangene Nacht war dies nicht der Fall, deshalb spricht man auch nur von einer partiellen Mondfinsternis.

+++ 1.42 Uhr: R. Kelly bleibt vorerst weiter in Haft +++

Der wegen Missbrauchs- und Kinderpornographie-Vorwürfen festgenommene US-Sänger R. Kelly bleibt vorerst weiter in Haft. Ein Richter in Chicago lehnte es ab, den Musiker gegen Kaution auf freien Fuß zu setzen. Der 52-jährige R&B-Star selbst wies die neuen Vorwürfe gegen ihn vor Gericht zurück und plädiert in allen 13 Punkten auf nicht schuldig.

Der in den 90er-Jahren durch den Hit "I Believe I Can Fly" weltberühmt gewordene Musiker war vergangene Woche festgenommen worden. Die US-Justiz wirft ihm unter anderem vor, Sex mit fünf Minderjährigen gehabt, dies teilweise gefilmt und Beweise versteckt zu haben.

+++ 1.05 Uhr: Scheuer für härteres Durchgreifen bei Verstößen mit E-Rollern +++

Nach zahlreichen Berichten über Unfälle mit Elektrorollern und alkoholisierte Fahrer ruft Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zu härterem Durchgreifen auf. In einem Brief an den Präsidenten des Deutschen Städtetags, den Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), aus dem die Zeitungen der Funke-Mediengruppe zitieren, bittet Scheuer die Kommunen, die Möglichkeiten der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung "für eine sichere und sachgemäße Nutzung in vollem Rahmen auszuschöpfen". Der Minister verweise dabei auf die vorgesehenen Sanktionsmöglichkeiten für Verstöße wie die Mitnahme von weiteren Menschen auf dem Trittbrett oder die Nutzung von nicht zulässigen Flächen wie Gehwegen und Fußgängerzonen.

"Die sonstigen Grundregeln des Straßenverkehrs gelten selbstverständlich ebenfalls für Elektrokleinstfahrzeuge", zitiert die Mediengruppe Scheuer. Das bedeute insbesondere, dass die Bußgeld- und Strafvorschriften über das Führen eines Fahrzeugs unter Alkoholeinfluss auch bei E-Rollern anzuwenden seien.

+++ 1.02 Uhr: US-Repräsentantenhaus verurteilt "rassistische Kommentare" Trumps +++

Das von den Demokraten kontrollierte US-Repräsentantenhaus hat die als rassistisch kritisierten Attacken von Präsident Donald Trump gegen vier demokratische Abgeordnete verurteilt. 240 Abgeordnete stimmten für eine entsprechende Resolution, darunter vier Republikaner, 187 votierten dagegen. In der nicht bindenden Resolution heißt es, Trumps "rassistische Bemerkungen" hätten Hass auf Menschen mit ausländischen Wurzeln und anderer Hautfarbe legitimiert und verstärkt.

Trump hatte am Sonntag in einem Tweet mehrere Demokratinnen dazu aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen und die Probleme dort zu lösen, statt den USA gute Ratschläge zu geben. Seither legte er mehrfach nach. Trump hatte in der Nachricht keine Namen genannt, spielte aber unmissverständlich auf vier demokratische Abgeordnete mit Migrationshintergrund an: Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley. Sie sind alle amerikanische Staatsbürger, drei von ihnen wurden in den USA geboren.

+++ 0.42 Uhr: USA verhängen Sanktionen gegen Militärs in Myanmar +++

Die US-Regierung hat wegen der gewaltsamen Unterdrückung der muslimischen Rohingya-Minderheit in Myanmar Sanktionen gegen hochrangige Militärs in dem südostasiatischen Land verhängt. Die Maßnahmen richten sich gegen Militärchef Min Aung Hlaing, seinen Stellvertreter, zwei Kommandeure sowie deren Familien. US-Außenminister Mike Pompeo erklärte, die Betroffenen seien verantwortlich für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen, darunter außergerichtliche Hinrichtungen im Bundesstaat Rakhine. Die Sanktionen verbieten es ihnen, in die USA zu reisen.

Aus Myanmar (ehemals Birma), wo die große Mehrheit der Bevölkerung buddhistischen Glaubens ist, sind seit August 2017 mehr als 730.000 Muslime ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Das Militär und die Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi stehen wegen der Verfolgung von Rohingya international schwer in der Kritik. Die UN spricht von Völkermord, die US-Regierung von ethnischer Säuberung.

mad / mik / dho / DPA / AFP