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News von heute: Staatsanwaltschaft ermittelt erneut gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann

Israel verweigert Trump-kritischen US-Abgeordneten Omar und Tlaib die Einreise +++ Ministerin Giffey stellt Rücktritt in Aussicht +++ Corbyn will No-Deal-Brexit mit Misstrauensvotum gegen Johnson verhindern +++ News des Tages im stern-Ticker.

Lutz Bachmann

Wiederholungstäter: Lutz Bachmann hat erneut Ärger mit der Justiz

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Die Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Staatsanwaltschaft ermittelt erneut gegen Pegida-Chef Bachmann (18.38 Uhr)

  • Israel verweigert US-Demokratinnen die Einreise (16.44 Uhr)

  • Gibraltar: Festsitzender iranischer Tanker darf auslaufen (16.27 Uhr)

  • Medienbericht: Familienministerin Giffey stellt offenbar Rücktritt in Aussicht (13.55 Uhr)

  • Corbyn will No-Deal-Brexit mit Misstrauensvotum gegen Johnson verhindern (3.33 Uhr)

Die News des Tages im stern-Ticker: 

+++ 20.39 Uhr: Mordprozess gegen "Hollywood-Ripper" endet mit Schuldspruch +++

In Kalifornien ist der Prozess gegen einen mutmaßlichen Serienmörder mit einem Schuldspruch zu Ende gegangen. Zwölf Geschworene in Los Angeles befanden den 43-jährigen Angeklagten Michael Gargiulo, der als "Hollywood Ripper" Schlagzeilen machte, wegen Mordes an zwei Frauen und wegen versuchten Mordes schuldig. Gargiulo hatte die Taten abgestritten. Kommende Woche will das Gericht über das Strafmaß beraten. Er habe seine weiblichen Opfer äußerst brutal und kaltblütig umgebracht, hatte die Staatsanwaltschaft in dem seit Mai laufenden Verfahren erklärt. Die 22-jährige Ashley Ellerin war 2001 in ihrem Haus mit 47 Messerstichen getötet aufgefunden worden. Ellerin war eine Bekannte des Schauspielers Ashton Kutcher. Er war als Zeuge in dem Prozess aufgetreten. 

+++ 20.27 Uhr: US-Abgeordnete kritisiert Israel-Einreiseverbot als Affront +++

Die demokratische US-Kongressabgeordnete Ilhan Omar hat die Entscheidung der israelischen Regierung, sie und ihre Parteikollegin Rashida Tlaib nicht ins Land zu lassen, vehement kritisiert. Es sei ein Affront, dass der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu - unter dem Druck von US-Präsident Donald Trump - gewählten Vertretern des US-Kongresses die Einreise verweigern wolle, erklärte Omar. Traurigerweise sei dies keine Überraschung - angesichts der öffentlich geäußerten Positionen Netanjahus. Omar warf dem israelischen Premier vor, er verweigere sich konsequent Friedensbemühungen, beschränke die Bewegungsfreiheit für Palästinenser und tue sich mit Islamfeinden wie Trump zusammen.

+++ 19.20 Uhr: Gericht prüft Aufnahme von Mädchen in Berliner Knabenchor +++

Das Verwaltungsgericht Berlin verhandelt am Freitag (10.00 Uhr) darüber, ob ein Mädchen in den bisher nur aus Jungen bestehenden Domchor aufgenommen werden muss. Die Neunjährige klagte gegen die Entscheidung, sie nicht in den reinen Knabenchor aufzunehmen. Sie macht unter anderem geltend, dass die Zugangsbeschränkung auf Jungen sie unzulässig diskriminiere. Der Domchor erklärte laut Gericht dagegen, dass die Entscheidung nicht in erster Linie auf das Geschlecht zurückzuführen sei. Sie wäre vielmehr aufgenommen worden, wenn sich die Auswahlkommission von ihrer außergewöhnlichen Begabung hätte überzeugen können und ihre Stimme dem Klangbild eines Knabenchors entsprochen hätte. In dem Fall könnte bereits am Freitag ein Urteil fallen.

+++ 18.38 Uhr: Staatsanwaltschaft ermittelt erneut gegen Pegida-Chef Bachmann +++

Der Mitbegründer und Chef des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses, Lutz Bachmann, steht erneut unter dem Verdacht der Volksverhetzung. Bei der Staatsanwaltschaft Dresden gibt es unter anderem deswegen ein Ermittlungsverfahren, wie ein Sprecher bestätigte. Weitergehende Angaben würden dazu nicht gemacht. "Es ist noch ganz am Anfang." Nach einem Bericht der "Sächsischen Zeitung" soll es um eine Videosequenz im Internet gehen, in der Bachmann Flüchtlinge unter anderem als Mörder, Vergewaltiger und Terroristen bezeichnet haben soll. 

Der vielfach Vorbestrafte war im März 2018 wegen Volksverhetzung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte 2015 eine Hetzrede des Bonner Autors Akif Pirinçci im Internet verbreitet und bei der zentralen Feier zur Deutschen Einheit am 3. Oktober 2016 in Dresden eine Demonstration initiiert, bei der die Ehrengäste mit Pöbeleien bedacht wurden. Aus dem Jahr 2016 datiert eine weitere Geldstrafe wegen Volksverhetzung. Bachmann hatte Flüchtlinge in Facebook-Posts pauschal verunglimpft.

+++ 16.58 Uhr: Gibraltar gibt Supertanker mit iranischem Öl frei +++

Gibraltar will einem Medien-Bericht zufolge den mit iranischem Öl beladenen Supertanker "Grace 1" nicht länger festhalten. Das berichtete der "Gibraltar Chronicle" im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker Anfang Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt.

+++ 16.56 Uhr: Norwegen entdeckt nach Atom-Unfall in Russland radioaktives Jod +++

Nach dem atomaren Unfall in Russland haben die Behörden im Nachbarland Norwegen geringe Mengen radioaktiven Jods festgestellt. Die Messungen seien vom 9. bis 12. August in einer Luftfilteranlage im nordnorwegischen Svanhovd nahe der russischen Grenze vorgenommen worden, teilte die Atombehörde in Oslo mit. Zunächst ließ sie offen, ob ein Zusammenhang mit dem Unfall auf dem russischen Militärstützpunkt am Weißen Meer besteht.

+++ 16.44 Uhr: Israel verweigert US-Kongressabgeordneten Ilhan Omar und Rashida Tlaib die Einreise +++

Israel hat den US-Kongressabgeordneten Ilhan Omar und Rashida Tlaib die Einreise verweigert. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die stellvertretende israelische Außenministerin Tzipi Hotovely. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump getwittert, es wäre ein Zeichen großer Schwäche Israels, die beiden Politikerinnen einreisen zu lassen. Diese würden "Israel und alle Juden hassen und es gebe nichts, was gesagt oder getan werden könne, ihre Ansichten zu ändern". 

Die beiden Demokratinnen muslimischen Glaubens gehören zur Gruppe um die streitbare New Yorker Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, der sogenannten "Squad". Die Frauen kritisieren Trump vor allem wegen seiner Migrationspolitik und rassistischer Angriffe immer wieder scharf. Laut CNN erfolgte die Mitteilung über das Einreiseverbot kurz nachdem Trump seinen Tweet abgesetzt habe. Wann genau die Entscheidung gefallen sei, sei aber unbekannt. Der US-Präsident und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatten sich seit Trumps Amtsantritt stets gegenseitiger Wertschätzung versichert.

+++ 16.35 Uhr: Versuchter Einbruch bei Berlins Polizeipräsidentin +++

Pikantes Ziel: Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik ist Opfer eines versuchten Einbruchs geworden. In der Nacht zu Mittwoch bemühte sich ein Täter, eine Tür an der Wohnadresse von Slowik aufzubrechen, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Aufmerksame Nachbarn sahen das und alarmierten die Polizei. Als ein Streifenwagen ankam, war der Einbrecher weg. Slowik (53) war zu der Zeit im Haus.

+++ 16.33 Uhr: Zentralrat der Juden kritisiert CDU Niedersachsen für geplantes Schächt-Verbot +++

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat einem Zeitungsbericht zufolge scharfe Kritik an der Forderung der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion nach einem Verbot des betäubungslosen rituellen Schächtens geübt. Eine zusätzlich Betäubung der zu schlachtenden Tiere sei im Judentum verboten, schrieb Zentralratspräsident Josef Schuster laut einer Vorabmeldung des Redaktionsnetzwerks Deutschland in einem Brief an die CDU-Landtagsabgeordneten. Die niedersächsische CDU-Landtagsfraktion hatte nach eigenen Angaben vom Mittwoch einen Beschluss gefasst, in dem sie ein Verbot des Schächtens ohne vorherige Betäubung der Schlachttiere fordert. Das Landesagrarministerium wird aufgefordert, dieses in die Wege zu leiten. Schuster beklagte, dass die CDU damit eine frühere Forderung der AfD übernehme, dies sei eine "unsägliche Allianz". Das betäubungslose Schächten von Tieren ist in Deutschland grundsätzlich verboten; aus "zwingenden religiösen Gründen" können aber Ausnahmen beantragt werden.

+++ 16.27 Uhr: In Gibraltar festgesetzter iranischer Tanker darf auslaufen +++

Das Oberste Gericht des britischen Überseegebiets Gibraltar hat das Auslaufen des seit Anfang Juli dort festgesetzten iranischen Öltankers "Grace 1" erlaubt. Ein Antrag der US-Regierung, das Schiff dauerhaft zu beschlagnahmen, wurde damit verworfen. Großbritannien hatte die mit iranischem Erdöl beladene "Grace 1"  mit der Begründung festgesetzt, dass sie im Verstoß gegen EU-Sanktionen Erdöl nach Syrien habe transportieren wollen. 

+++ 15.36 Uhr: Sanktionen gegen Bundes-CDU wegen illegaler Spenden sind rechtens +++

Die Bundes-CDU bekommt nach einem Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts kein Geld aus der Parteienfinanzierung zurück. Der Sanktionsbescheid der Bundestagsverwaltung vom April 2017 sei rechtens, entschied das Gericht und wies damit eine Klage der Partei zurück. Es ging um eine Summe von 234.500 Euro, die sich aus zu Unrecht angenommenen Spenden sowie Strafzahlungen nach dem Parteiengesetz zusammensetzte. Eine Berufung wurde zugelassen. Die CDU wollte den Bescheid gerichtlich aufheben lassen und das Geld zurückerstattet bekommen. In dem Papier vom April 2017 hatte die Verwaltung des Bundestages festgestellt, die Partei habe von 2002 bis 2016 gegen das Verbot verstoßen, Auslandsspenden beziehungsweise anonyme Spenden anzunehmen. 

+++ 15.22 Uhr: Kinderporno-Ring im Darknet zerschlagen +++

Polizei und Staatsanwaltschaft in Mecklenburg-Vorpommern haben eine Darknet-Plattform mit Kinderpornografie vom Netz genommen. Ein Verdächtiger - ein Nutzer der Plattform - konnte festgenommen werden, wie die Staatsanwaltschaft Rostock mitteilte. Bei ihm handele es sich um einen Deutschen, der sein eigenes Kind sexuell missbraucht habe und den Angaben zufolge auch anderen zum Missbrauch anbieten wollte. Ein erster Hinweis auf die Plattform sei im Dezember 2017 anonym über die Onlinemeldestelle "Netzverweis.de" des LKA Mecklenburg-Vorpommern eingegangen. Auf der Chat-Plattform im sogenannten Tor-Netzwerk hätten mehrere Hundert Nutzer aus mehreren Ländern Zugriff auf mehr als 200.000 illegale kinderpornografische Daten gehabt. Zur Herkunft der Täter machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Der Server stand in einem Rechenzentrum in den Niederlanden.

+++ 15.16 Uhr: Abgelehnte Asylbewerber werden meist wegen fehlender Papiere geduldet +++

Wenn deutsche Behörden einem abgelehnten Asylbewerber eine Duldung erteilen, liegt das häufig an fehlenden Dokumenten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Grünen-Abgeordneten Filiz Polat hervor. Ende Februar waren in Deutschland rund 240.000 Menschen ausreisepflichtig. 184.013 Ausländer besaßen aber eine Duldung. Das heißt, die Behörden sehen bei ihnen Gründe, die einer kurzfristigen Abschiebung entgegenstehen. Nach Angaben der Bundesregierung lebten zum Stichtag 28. Februar 2019  mehr als 76.000 Ausländer in Deutschland, die wegen fehlender Reisedokumente eine Duldung erhalten hatten. Bei knapp 74.000 Geduldeten wurden im Ausländerzentralregister "sonstige Gründe" angegeben. Dem Vernehmen nach spielen teilweise auch bei diesen Fällen fehlende Papiere und ungeklärte Identitäten eine Rolle. Rund 11.300 Ausländer durften wegen familiärer Bindungen zu einem Duldungsinhaber erst einmal in Deutschland bleiben.

+++ 15.13 Uhr: Zoll am Stuttgarter Flughafen entdeckt 20.000 Euro in Babywindeln +++

Der Inhalt dieser Babywindeln war ein Fall für den Zoll: 20.000 Euro hat ein Mann am Stuttgarter Flughafen in zwei unbenutzten Windeln versteckt. Bei einer Kontrolle am Stuttgarter Flughafen gab der 32-Jährige an, keine größere Menge Bargeld dabei zu haben, wie das Hauptzollamt mitteilte. Im Gepäck fanden die Beamten jedoch die Scheine in zwei Windeln, zudem weitere 8000 Euro. Da der Reisende schlüssig erklären konnte, dass er das Geld für Bekannte mitgebracht habe, leitete der Zoll kein Verfahren wegen möglicher Geldwäsche ein. Allerdings wurde ein Bußgeld von rund 3600 Euro fällig, weil der von Mailand kommende Mann das Geld in seinem Gepäck nicht angemeldet hatte. Bei der Einreise aus dem EU-Ausland muss eingeführtes Geld ab einem Betrag von 10.000 Euro angemeldet werden.

20.000 Euro in Babywindeln

Diese Windeln soll voll: Der Zoll am Stuttgarter Flughafen entdeckte dicke Packen Geldscheine.

DPA

+++ 15.12 Uhr: Französische Behörden weisen freien Mitarbeiter von deutschem Radiosender aus +++

Die französischen Behörden haben vor dem G7-Gipfel in Biarritz einen freien Mitarbeiter eines deutschen Radiosenders ausgewiesen. Das französische Innenministerium teilte am Donnerstag mit, gegen den Deutschen liege seit dem 18. Juli ein Aufenthaltsverbot vor. Zu den Gründen dieses Verbots äußerte sich das Ministerium nicht.    

Der linksalternative Freiburger Sender Radio Dreyeckland protestierte "auf das Schärfste" gegen die Ausweisung seines freien Mitarbeiters. Dieser sei auf dem Weg zum G7-Gipfel gewesen, um von dort unter anderem für den Sender zu berichten. Er sei "ohne Bescheid und ohne Einräumen einer Frist unverzüglich ausgewiesen" worden. Als Begründung sei ihm mitgeteilt worden, er sei verdächtig, beim G20-Gipfel in Hamburg im Sommer 2017 Straftaten verübt zu haben.

+++ 15.07 Uhr: Weltkriegsbombe im Moskauer Kreml entdeckt +++

Mitten im Kreml in der russischen Hauptstadt haben Bauarbeiter eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Das Gelände rund um das Präsidialamt von Staatschef Wladimir Putin sei abgesichert und die Bombe entfernt worden, teilte der Chef des Kreml-Militärkommandos, Sergej Chlebnikow, russischen Agenturen am Donnerstag mit. "Im Kreml ist alles ruhig", sagte er. Die Lage sei unter Kontrolle. Die Bombe habe wahrscheinlich seit der Schlacht um Moskau 1941-42 unter mehreren Bodenschichten in einem Keller aus der Zarenzeit gelegen. 

Der Kreml am Roten Platz im Stadtzentrum zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Landes. Neben dem Präsidentensitz befinden sich hier mehrere Museen und Kirchen. Der Kreml steht auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes. In der Nähe der Fundstelle liegt der Hubschrauberlandeplatz von Putin.

+++ 15.06 Uhr: Messerangriff vor dem britischen Innenministerium – ein Verletzter +++

Bei einem Messerangriff vor dem Innenministerium in London ist ein Mann verletzt worden. Ein Verdächtiger sei bereits festgenommen worden, teilte die Londoner Polizei auf Twitter mit.

Die Polizei sperrte das Gebiet rund um den Tatort im Herzen der britischen Hauptstadt ab. Nachdem sie zunächst erklärt hatte, das Opfer schwebe in Lebensgefahr, sprach sie später lediglich von einer Verletzung. Der Mann wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, das Ministerium mitten in London abgeriegelt. Die Hintergründe des Vorfalls sind bislang unklar. Nach Angaben des Senders BBC soll es sich nicht um einen Terroranschlag handeln.

+++ 15.04 Uhr: Mindestens 14 Tote nach Attacken von Rebellen auf Armeeeinrichtungen in Myanmar +++

Bei Kämpfen zwischen Rebellengruppen und dem Militär in Myanmar sind mindestens 14 Menschen getötet worden. Bewaffnete Rebellen attackierten am Donnerstag mehrere Einrichtungen der Sicherheitsbehörden in der bei Touristen beliebten Stadt Pyin U Lwin nahe Mandalay, darunter ein Ausbildungszentrum der Armee. Ebenfalls angegriffen wurde ein Polizeiposten. Dort sah ein AFP-Reporter die Leichen von sieben Soldaten und vier Polizisten. Nach Angaben des Militärs wurden darüber hinaus zwei weitere Soldaten und ein Zivilist getötet.     

Die paramilitärische "Nationale Befreiungsfront Taaung" (TNLA) bekannte sich zu den Angriffen und bezeichnete sie als Vergeltung für Offensiven des Militärs auf von ihr kontrollierte Gebiete. 

+++ 14.50 Uhr: Maas über den SPD-Vorsitz: "Natürlich ist es eine Verlockung" +++

Außenminister Heiko Maas hat den SPD-Vorsitz grundsätzlich als "Verlockung" bezeichnet, sich zu möglichen eigenen Ambitionen aber bedeckt gehalten. Für sozialdemokratische Politiker und vor allem Spitzenpolitiker gelte: "Wer das nicht als eine Verlockung empfindet, der lügt oder er ist am falschen Platz", sagte Maas dem Berliner "Tagesspiegel" in einem Video-Interview zum 50. Jubiläum der Kanzlerwahl Willy Brandts auf eine entsprechende Frage. Aber: "Nicht jeder, der gerne SPD-Vorsitzender werden würde, kann es werden." 

Auf die Nachfrage, ob es für ihn persönlich eine Verlockung wäre, sagte der Außenminister: "Da ich nicht lügen will und da ich auch nicht am falschen Platz bin, würde ich immer sagen: Natürlich ist es eine Verlockung. Trotzdem würde ich nicht jedem empfehlen, der das als Verlockung empfindet, danach zu streben."

+++ 14.48 Uhr: Netanjahu: Zusätzliche deutsche Zahlungen an Holocaust-Überlebende +++

 Deutschland hat nach israelischen Angaben zusätzliche Zahlungen an Tausende Holocaust-Überlebende zugesagt. Die deutsche Regierung habe Israel darüber informiert, schrieb Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag auf Twitter. Es gehe um Hunderte Euro pro Monat pro Person. "Das ist wichtig, das haben die Überlebenden verdient", schrieb Netanjahu. Er danke der Regierung. Auch Israel habe seine Hilfen für die Menschen erhöht. Von der Bundesregierung gab es dazu zunächst keine Stellungnahme.

Allein in Israel wohnen nach Angaben des zuständigen Finanzministeriums vom Januar acht Jahrzehnte nach Beginn des Zweiten Weltkriegs noch 220 000 Holocaust-Überlebende. Israels Zentrales Statistikbüro geht dagegen von einer etwas niedrigeren Zahl aus. Laut einer zum Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar veröffentlichten Studie wohnten Ende 2017 noch 212 300 Holocaust-Überlebende in Israel.

+++ 14.28 Uhr: Kramp-Karrenbauer: Keine Regierung mit Rechts oder Links im Osten +++

Angesichts anderslautender Stimmen in den eigenen Reihen hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer Bündnisse der CDU mit AfD oder Linken in Brandenburg und Sachsen erneut ausgeschlossen. "Wir haben dazu ganz klare Beschlussfassungen. Diese Beschlussfassungen sind getroffen worden unter Einbeziehung aller Landesverbände und das gilt", sagte Kramp-Karrenbauer am Donnerstag im ARD-Mittagsmagazin. Sie verwies damit auf einen Beschluss des CDU-Parteitags in Hamburg im Dezember 2018. Die CDU-Chefin fügte hinzu: "Wir konzentrieren uns darauf, dass wir Regierungsverantwortung übernehmen, und zwar ohne Links und ohne Rechts." 

+++ 14.23 Uhr: Rettungsschiff "Open Arms": Sechs Länder zur Aufnahme bereit  – Conte geht Salvini an +++

Sechs europäische Staaten sind bereit zur Aufnahme der Migranten auf dem blockierten Rettungsschiff "Open Arms". Frankreich, Deutschland, Rumänien, Portugal, Spanien und Luxemburg hätten sich bereit erklärt, schrieb der italienische Regierungschef Giuseppe Conte in einem Brief, den er an Innenminister Matteo Salvini richtete und der am Donnerstag auf Facebook veröffentlicht wurde. Das Schiff der spanischen Organisation Proactiva Open Arms liegt unmittelbar vor der italienischen Insel Lampedusa, darf aber nicht in den Hafen einfahren. 

Seit Amtsantritt der populistischen Regierung aus Salvinis rechter Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung wurde Rettungsschiffen immer wieder die Einfahrt in die Häfen verweigert. Conte attestierte Salvini in seinem Schreiben nun, er konzentriere sich zwanghaft auf das Thema Migration und reduziere das Thema auf die Formel "geschlossene Häfen" - und das, um als Politiker an Zustimmung zu gewinnen. "Wenn wir wirklich unsere "nationalen Interessen" schützen wollen, können wir uns nicht darauf beschränken, Positionen der absoluten Unnachgiebigkeit zu vertreten", erklärte Conte. Hintergrund für die überraschend klaren Worte des parteilosen Premiers ist, dass Salvini die Regierung vor einer Woche in die Krise gestürzt hat. Er fordert eine Neuwahl.

+++ 13.55 Uhr: Familienministerin Giffey stellt Rücktritt in Aussicht +++

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will nicht für den SPD-Vorsitz kandidieren und im Fall der Aberkennung ihres Doktortitels das Ministeramt niederlegen. Eine Sprecherin ihres Ministeriums bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der "FAZ". Richtig sei auch, dass sich Giffey gegen eine Kandidatur für den SPD-Parteivorsitz entschieden habe. 

Die Familienministerin sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, in ihrer Doktorarbeit mindestens geschlampt, schlimmstenfalls sogar abgeschrieben zu haben. Die Anschuldigungen waren vom "Vroniplag Wiki", das wissenschaftliche Arbeiten von Politikern auf Plagiate prüft, erhoben worden. Auf aktuell 76 der insgesamt 205 Seiten seien demnach Stellen gefunden worden, die nicht oder nur unzureichend als aus Fremdquellen stammend markiert wurden. Meist handele es sich um einzelne Sätze oder Absätze, bei zwölf Seiten seien die Hälfte der Seite und mehr nicht ordentlich zitiert worden, so "Vroniplag".

Die Überprüfung von Giffeys Doktorarbeit wegen Plagiatsvorwürfen solle "die personelle Neuaufstellung der SPD nicht überschatten oder gar belasten", erklärte die Sprecherin weiter. Solange eine Entscheidung aber nicht gefallen sei, konzentriere sich die Ministerin "mit Freude und großem Engagement auf die Arbeit, die im Ministerium ansteht -  so wie in den zurückliegenden Monaten auch".

+++ 13.54 Uhr: Randalierender Passagier an Bord – Maschine unterbricht Flug +++

Eine Maschine der ungarischen Billigfluglinie Wizz Air hat einen Flug nach Island wegen eines aggressiven Passagiers in Norwegen unterbrechen müssen. Das in Budapest gestartete Flugzeug mit rund 200 Menschen an Bord sei am Donnerstag im westnorwegischen Stavanger außerplanmäßig gelandet und der Mann den Behörden übergeben worden, teilte die Polizei mit. Sie wies Spekulationen über einen Entführungsversuch zurück. Verletzt wurde niemand. 

Die Maschine setzte anschließend ihren Flug fort und landete mit anderthalb Stunden Verspätung in Islands Hauptstadt Reykjavik. Einzelheiten zu dem Verhalten des etwa 60-jährigen Isländers gab es zunächst nicht. Wizz Air teilte mit, auf dem Flug habe ein Passagier ein "ordnungsstörendes und aggressives Verhalten an den Tag gelegt". Ein Sprecher der norwegischen Polizei sagte, der Mann habe Beamten erklärt, er habe Medikamente genommen und erinnere sich an nichts. Er werde nun medizinisch untersucht, hieß es weiter. Dem Passagier könnte auch eine Ermittlung wegen Ungehorsams gegenüber dem Piloten drohen, sagte der Sprecher weiter.

+++ 13.37 Uhr: Ermittler in Mecklenburg-Vorpommern schalten Kinderpornoplattform aus +++

Die Rostocker Staatsanwaltschaft hat in Zusammenarbeit mit internationalen Behörden eine Kinderpornoplattform im sogenannten Darknet des Internets abschalten lassen. Mehrere hundert Nutzer der Plattform hätten auf mehr als 200.000 illegale kinderpornografische Dateien zugreifen können, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern. Ein deutscher Nutzer sei inzwischen festgenommen worden. Er soll den Angaben zufolge sein eigenes Kind missbraucht und anderen Nutzern angeboten haben, es zu missbrauchen. Weitere Nutzer seien identifiziert worden. Nähere Angaben machte die Behörde nicht.

Der Server der Plattform wurde von einem Anbieter in Dubai vermietet, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Er stand allerdings in einem Rechenzentrum in den Niederlanden, wo er beschlagnahmt und Daten gesichert wurden. Die Ermittlungen laufen seit Dezember 2017. Sie gehen auf einen ersten anonymen Hinweis zurück, der laut Staatsanwaltschaft über die Onlinemeldestelle Netzverweis.de einging.

+++ 13.31 Uhr: SPD-Politiker Bovenschulte ist neuer Regierungschef von Bremen +++

Der SPD-Politiker Andreas Bovenschulte ist neuer Bremer Bürgermeister. Die Bürgerschaft der Hansestadt wählte den 54-Jährigen am Donnerstag zum Senatspräsidenten. Damit nimmt auch die rot-grün-rote Regierungskoalition ihre Arbeit auf, die SPD, Grüne und Linke nach der Bürgerschaftswahl vom 26. Mai bildeten.

+++ 13.30 Uhr: Studie: Knapp 500 antisemitische Vorfälle in Brandenburg +++

In Brandenburg hat es einer Studie zufolge von 2014 bis 2018 insgesamt 492 antisemitische Vorfälle gegeben. Darunter seien 433 polizeilich registrierte Straftaten gewesen. Das sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus, Benjamin Steinitz, am Donnerstag bei der Vorstellung der Studie in Potsdam. Die übrigen Vorfälle seien von Beratungsstellen gemeldet worden. Die meisten Straftaten wie Schmierereien oder Sachbeschädigungen hätten sich im Umfeld von jüdischen Einrichtungen ereignet, berichtete Steinitz.

+++ 13.29 Uhr: Brände auf griechischer Insel Euböa teils unter Kontrolle +++

Auf der griechischen Insel Euböa hat die Feuerwehr einen seit Dienstag tobenden Waldbrand in einer Schlucht eingedämmt. "Es gibt aber immer wieder neue Brandherde", sagte ein Sprecher der Feuerwehr im staatlichen Rundfunk am Donnerstag.

Neun Löschflugzeuge, darunter zwei aus Italien und eins aus Spanien, sowie acht Hubschrauber wurden mit dem ersten Tageslicht eingesetzt. Sie warfen Wasser auf die Brandherde, berichtete das Staatsfernsehen. Der Brand gefährde nicht mehr die Dörfer der Region um die Kleinstadt Psachná, teilte die Feuerwehr mit. Nach Schätzungen des Gouverneurs der Region seien rund 2500 Hektar Pinienwald und unzählige Wildtiere den Flammen zum Opfer gefallen. Ein Mensch war am Dienstag verletzt worden.

+++ 13.13 Uhr: Moskau: Zehntausende Ukrainer wollen russische Staatsbürger werden +++

Mehr als 60.000 Ukrainer aus den von Separatisten kontrollierten Teilen der Donbass-Region haben nach Darstellung Moskaus seit April Anträge auf die russische Staatsbürgerschaft gestellt. Mehr als 25.0 Menschen hätten bereits einen russischen Pass bekommen, meldete Interfax am Donnerstag unter Berufung auf das Innenministerium in Moskau. Für dieses vereinfachte Verfahren kommen demnach insgesamt rund drei Millionen Ukrainer in Frage.

Präsident Wladimir Putin hatte einen entsprechenden Erlass im April unterzeichnet. Die Ukraine protestierte dagegen und will neben weiteren Ländern wie Kanada diese Pässe nicht anerkennen. Kiew will im Gegenzug politisch verfolgten Russen die ukrainische Staatsbürgerschaft anbieten.

+++ 13.06 Uhr: China droht den USA Gegenmaßnahmen wegen neuer Zölle an +++

China hat erneut mit Vergeltung gedroht, sollten die USA weiter Strafzölle verhängen. Die zuletzt von den USA beschlossenen Zölle seien eine Verletzung von Absprachen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, die beide auf dem G20-Gipfel in Osaka getroffen hätten. Das schrieb Chinas Finanzministeriums am Donnerstag in einer knappen Mitteilung. Für den Fall neuer Zölle wird China demnach mit "Gegenmaßnahmen" reagieren.

China hatte bereits mit Konsequenzen gedroht, nachdem Trumps Regierung Anfang August die neuen Strafzölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar angekündigt hatte. Diese sollten ursprünglich von September an in Kraft treten. Die US-Regierung verschob allerdings am Dienstag die neuen Strafzölle auf zahlreiche Konsumgüter - darunter etwa Smartphones, Laptops und Spielzeug - überraschend bis zum 15. Dezember. Konkrete Maßnahmen, die China ergreifen will, erwähnte die Mitteilung der Chinesen am Donnerstag nicht.

+++ 12.52 Uhr: Fast 70 Sportler auf Usedom infizieren sich mit Magen-Darm-Virus +++

Fast 70 Sportler haben sich an einer Sportschule in Zinnowitz auf der Ostsee-Ferieninsel Usedom mit einem Magen-Darm-Virus infiziert. Die Sportler, bei denen es sich laut dem Einrichtungsleiter um Fechter, Fußballer, Schwimmer und Kampfsportler aus Sachsen und Thüringen handele, seien angehalten worden, das Gelände nicht zu verlassen – an einer Verbreitung der Infektion habe niemand Interesse, sagte ein Landkreissprecher.

Nach dem Auftreten der ersten Symptome in der Nacht auf Donnerstag waren rund 60 Erkrankte von etwa 100 Gesunden getrennt worden, von denen bis zum Vormittag jedoch weitere Betroffene Symptome zeigten, wie der Leiter der Einrichtung sagte. Die Zahl habe sich damit auf 67 erhöht. Den Angaben zufolge hatte es gut die Hälfte der Erkrankten am Mittag jedoch bereits überstanden oder befand sich auf dem Weg der Besserung. Mitarbeiter von Gesundheits- und Lebensmittelüberwachungsamt nahmen auf der Suche nach dem Ursprung der Krankheit Proben vom Stuhl der Erkrankten, von Trinkwasser und Lebensmitteln.

+++ 12.25 Uhr: Elbphilharmonie will an Konzerttermin für Plácido Domingo festhalten +++

Die Hamburger Elbphilharmonie hält nach den Vorwürfen mehrerer Frauen gegen Opernstar Plácido Domingo (78) an dem Konzert im November zunächst fest. "Vorbehaltlich weiterer Entwicklungen" werde Domingo am 27. November auftreten, teilte die Elbphilharmonie mit. Domingo hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. "Die Anschuldigungen dieser ungenannten Personen, die bis zu dreißig Jahre zurückliegen, sind zutiefst beunruhigend und - so wie sie dargestellt werden - unzutreffend", hatte er erklärt. Mehrere Sängerinnen und eine Tänzerin hatten Domingo sexuelle Übergriffe vorgeworfen. 

"Als öffentliche Institution können wir sexuelle Übergriffe weder tolerieren noch verharmlosen, sind aber in unserem Handeln auch an rechtsstaatliche Prinzipien gebunden", sagte Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter am Donnerstag auf dpa-Anfrage. Für den Auftritt bestünden gültige Verträge mit dem Veranstalter des Konzertes. In den USA hatten die Oper in San Francisco und das Philadelphia Orchestra geplante Konzerte mit Domingo abgesagt. Die Salzburger Festspiele wollen ihn wie geplant im August singen lassen.

+++ 12.16 Uhr: Metallica spendet 250.000 Euro für Rumäniens erste Kinderkrebsklinik +++

Metal-Band mit harter Schale und weichem Kern: Die US-Band Metallica hat 250.000 Euro für Rumäniens erste Kinderkrebsklinik gespendet. "Das ist eine Geste, von der wir nicht zu träumen gewagt haben", sagte Carmen Uscatu, eine der Gründerinnen der Organisation Daruieste Viata (Leben geben), die das Geld für den Bau der Klinik erhielt, der Nachrichtenagentur AFP. "Unser Ziel ist es, kranken Kindern ein bisschen Freude zu bringen, so wie Metallica Fans in aller Welt glücklich macht", versprach Uscatu. Die Band um James Hetfield hatte am Vorabend ein Konzert in der rumänischen Hauptstadt Bukarest gegeben und aus diesem Anlass ihre Großspende verkündet. "Die letzte Etappe unserer Europa-Tournee beginnt mit einer ganz besonderen Spende", teilte die von Metallica gegründete Wohltätigkeitsstiftung All Within My Hands mit.

Rumänien hat in Europa die niedrigste Überlebensrate bei Krebserkrankungen. Die Kindersterblichkeit ist in dem Land doppelt so hoch wie im europäischen Durchschnitt.

+++ 12.15 Uhr: USA bremsen Freigabe des iranischen Supertankers in Gibraltar aus +++

Im Streit um den in Gibraltar seit mehr als einem Monat festgesetzten iranischen Tanker haben die USA Medienberichten zufolge in letzter Sekunde eine Freigabe gestoppt. Das berichteten übereinstimmend der US-Sender CNN und die Tageszeitung "Gibraltar Chronicle". Demnach hat ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft von Gibraltar am Morgen vor dem Obersten Gericht Gibraltars eine entsprechende Eingabe des US-Justizministeriums vorgetragen. Die Gründe dafür seien noch unbekannt, hieß es. 

Ursprünglich war erwartet worden, dass das Gericht am Morgen eine Entscheidung darüber fällt, ob der Tanker "Grace 1" freigegeben wird, wie CNN weiter berichtete. Der "Gibraltar Chronicle" hingegen schrieb, die Freigabe habe unmittelbar bevorgestanden. Eine Entscheidung darüber solle nun am Nachmittag fallen, hieß es. Großbritannien hatte am 4. Juli im britischen Überseegebiet Gibraltar den mit iranischem Öl beladenen Tanker "Grace 1" festgesetzt, weil er gegen EU-Sanktionen zum Syrien-Boykott verstoße. Am 19. Juli stoppten dann die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) in der Straße von Hormus den britischen Öltanker "Stena Impero". Einen vom Iran vorgeschlagenen Austausch der beiden Tanker lehnte die neue britische Regierung ab.

+++ 12.08 Uhr: Indiens Premier Modi warnt vor "Bevölkerungsexplosion" +++

Indiens Bevölkerung soll nach dem Willen von Premierminister Narendra Modi in Zukunft langsamer wachsen als bisher. "Die Familie klein zu halten ist auch eine Form von Patriotismus", sagte Modi bei seiner Rede zum indischen Unabhängigkeitstag in Neu Delhi. "Eine Bevölkerungsexplosion kann in der Zukunft zu Problemen führen", sagte Modi. Er rief seine Bevölkerung dazu auf, sich zu überlegen, ob sie die Bedürfnisse eines Kindes decken können, bevor sie es in die Welt setzten. Modi ermutigte auch seine eigene Regierung dazu, Maßnahmen zu finden, die das Bevölkerungswachstum verlangsamten.

Nach China ist Indien mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen das zweitgrößte Land der Welt. Rund ein Drittel von ihnen ist unter 25 Jahren alt. Die Arbeitslosigkeit beträgt 6,1 Prozent.

Auch rief Modi seine Bürger auf, nachhaltiger zu leben und auf Einwegplastik zu verzichten. Sie sollten etwa Stoffsäcke verwenden. Bauern sollten weniger chemische Düngemittel verwenden.

+++ 11.43 Uhr: Nepal will mehr Sicherheitsrichtlinien für Mount-Everest-Bergsteiger +++

Wer den Mount Everest erklimmen möchte, muss davor wohl bald mindestens einen 6500-Meter-Gipfel bezwungen haben. Nachdem im Mai innerhalb weniger Tage elf Kletterer bei der Besteigung des 8848 Meter hohen Berges gestorben waren, will das Tourismusministerium in Nepal solche Sicherheitsmaßnahmen bald umsetzen, sagte ein Mitarbeiter der Behörde. Ein Komitee hatte in einem 59-seitigen Bericht die Todesfälle untersucht und mehr als ein Dutzend Maßnahmen vorgestellt. 

Jeder, der den Mount Everest besteigen möchte, braucht dafür eine Genehmigung von der Tourismusbehörde. Experten hatten kritisiert, dass Nepal bisher davon zu viele erteilt habe und dass zu viele unerfahrene Bergsteiger den Aufstieg gewagt hätten. Bisher mussten Kletterer für eine Genehmigung 11.000 US-Dollar (9900 Euro) bezahlen. Das Komitee schlägt nun vor, diese Gebühr auf 35.000 US-Dollar (31.000 Euro) zu erhöhen. Auch sollen ihrer Meinung nach künftig höchstens 150 Leute pro Tag den Berg besteigen dürfen. Seit der Erstbesteigung 1953 haben mehr als 5000 Männer und Frauen den Everest erklommen. Mehr als 300 kamen dabei ums Leben.

+++ 11.41 Uhr: Mehr als 430.000 Diesel-Besitzer in Musterklage gegen VW-Konzern +++

Mehr als 430.000 VW-Kunden haben sich der Musterfeststellungsklage gegen den VW-Konzern wegen des Diesel-Skandals angeschlossen. Der Prozess gegen den Autokonzern soll am 30. September vor dem Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig beginnen - das Bundesamt für Justiz schickte nun zur Vorbereitung auf die mündliche Verhandlung den Auszug aus dem Klageregister an das Gericht, wie die Behörde in Bonn am Donnerstag mitteilte.     

Sie übersandte den Auszug bereits am 15. August, und zwar in elektronischer Form. "Ausgedruckt wäre er annähernd 67.000 Seiten lang", erklärte der Präsident des Bundesamtes, Heinz-Josef Friehe. 

+++ 11.33 Uhr: Mindestens ein Toter und mehr als 20 Verletzte bei Wirbelsturm "Krosa" in Japan +++

In dem schweren Wirbelsturm "Krosa" ist in Japan mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Ein 82-jähriger Mann sei beim Versuch, an der Küste von Hiroshima sein Boot zu verankern, ins Meer gefallen und gestorben, erklärte ein Behördensprecher am Donnerstag. Mindestens 21 weitere Menschen wurden dem öffentlich-rechtlichen Sender NHK zufolge verletzt. Die japanischen Behörden warnten angesichts von Starkregen vor Erdrutschen und Überflutungen.     

"Krosa" traf am Donnerstag mit einer Windgeschwindigkeit von 126 Kilometern pro Stunde bei Hiroshima auf der japanischen Hauptinsel Honshu an Land. Im Fernsehen waren entwurzelte Bäume, umgeknickte Straßenlaternen und die heftig wackelnden Gondeln eines Riesenrads zu sehen. 

+++ 11.29 Uhr: Tirol plant 20 Tage Blockabfertigung an der Grenze +++

Das österreichische Bundesland Tirol will im ersten Halbjahr 2020 Lastwagen an 20 Tagen nur blockweise die deutsch-österreichische Grenze passieren lassen. Das beschloss die Tiroler Landesregierung am Donnerstag. "Nach knapp zwei Jahren bestätigen sich die Blockabfertigungen als unverzichtbares Verkehrslenkungsinstrument, um die Verkehrs- und Versorgungssicherheit an besonders kritischen Tagen zu gewährleisten", sagte Tirols Landeschef Günther Platter. 

Im gesamten Jahr 2018 wurden Lastwagen an der Grenze nach Tiroler Angaben an 27 Tagen blockweise abgefertigt, im laufenden Jahr an bislang 19 Tagen. Auf bayerischer Seite hat die Lkw-Blockabfertigung oft lange Staus zur Folge. Aus Deutschland gibt es viel Kritik an dem Vorgehen.

+++ 10.48 Uhr: In Türkei wochenlang festgehaltener Bremer wieder in Deutschland +++

Ein in der Türkei rund vier Wochen lang festgehaltener Bremer Sozialarbeiter und Musiker ist wieder daheim. Er sei am Dienstag in Deutschland angekommen, bestätigte Özgür C. (43) der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagmorgen. "Ich durfte ausreisen, nachdem ich eine Kaution von 30.000 Lira (etwa 4800 Euro) hinterlegt habe." 

Die türkische Justiz wirft ihm Terrorpropaganda vor. Sie gründe ihre Vorwürfe unter anderem auf Facebook-Einträge aus den Jahren 2014, 2015 und 2017, sagte Özgür C.. C. hat nur die deutsche Staatsbürgerschaft und kurdische Wurzeln. Als Musiker spielt er auf Festen in Deutschland auch kurdische Lieder. Auf den bei Facebook beanstandeten Bildern seien wohl auch Fahnen von kurdischen Vereinen zu sehen gewesen, denen die Türkei Terrorvorwürfe macht, sagte C.. Außerdem werde ihm vorgeworfen, eine Reportage geteilt zu haben, in der es um Gefechte zwischen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und türkischen Streitkräften in Tunceli, der Heimatstadt seiner Familie, ging. Dort war C. war Mitte Juli festgenommen und eine Nacht lang inhaftiert worden.

+++ 10.42 Uhr: Passagierjet fängt vor Start in Irland Feuer +++

Wegen eines Zwischenfalls mit einer Boeing 767 am irischen Flughafen Shannon musste der Flugbetrieb dort eingestellt werden. Dies teilte der Flughafenbetreiber auf Twitter mit. Medienberichten zufolge sollen Rauch und Flammen aus dem Fahrwerk des Flugzeugs gekommen sein. Die Flughafenfeuerwehr habe das Feuer aber gelöscht, so etwa die "Irish Times". Zwei Flüge mussten in Folge des Vorfalls gestrichen werden, Check-In bei einigen Airlines wurden pausiert, so der Flughafen.

Bei der Boeing 767 handelt es sich um ein Flugzeug der Omni Air International. Die Airline schrieb auf Twitter, dass das Flugzeug den Start abgebrochen habe und "sicher evakuiert" wurde. Laut dem Tweet habe es keine ernsthaften Verletzungen bei Passagieren oder Crew gegeben. Omni Air International ist eine US-amerikanische Charterfluggesellschaft, die auch Flüge für das US-Militär durchführt.  

+++ 10.35 Uhr: Sachsen-Anhalt will Schüler in Unternehmen schicken +++

Angesichts des Fachkräftemangels will Sachsen-Anhalt Schüler tageweise in Unternehmen schicken. Mit Beginn des neuen Schuljahres können Sekundar- und Gemeinschaftsschulen sogenannte Praxislerntage neu in die Stundenpläne aufnehmen, wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtete. Alle zwei Wochen verbringen Acht- und Neuntklässler einen Schultag in einem regionalen Unternehmen, einer sozialen Einrichtung oder Berufsschule.

Ziel der Praxislerntage sei es, "Handwerk, Industrie und Schule einander näherzubringen", sagte Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) der Zeitung.

+++ 10.24 Uhr: Mehr als 500 Feuerwehrleute kämpfen gegen Waldbrand in Südfrankreich +++

In Südfrankreich kämpfen mehr als 500 Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand. 900 Hektar in dem Pinienwald in der Gemeinde Montirat nahe der Stadt Carcassonne seien bereits zerstört worden, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Philippe Fabre, der Nachrichtenagentur AFP. Das Feuer breite sich weiter aus.

Das Feuer war aus noch unbekannter Ursache ausgebrochen. Wegen der starken Trockenheit galt der betroffene Wald als stark brandgefährdet. Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40 Kilometern pro Stunde fachten den Waldbrand über Nacht weiter an.

+++ 10.21 Uhr: Immer mehr Flüchtlinge in Ausbildung +++

Betriebe in Deutschland bilden immer mehr Flüchtlinge aus. Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) bilden 16 Prozent der Unternehmen Geflüchtete aus. Im Vorjahr waren es 14 Prozent, vor zwei Jahren sieben Prozent, wie der DIHK mitteilte. Insgesamt seien derzeit rund 25.000 Geflüchtete in einer Ausbildung in einem IHK-Betrieb. Rechne man das Handwerk dazu, seien es rund 44.000. Insgesamt gebe es derzeit 1,3 Millionen Auszubildende.

+++ 10.15 Uhr: Hongkong lässt Protest-Anführer von 2014 frei +++

Inmitten der neuen Protestbewegung in Hongkong ist ein prominenter Anführer der Proteste von 2014 vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Der Juraprofessor Benny Tai durfte gegen eine Kaution von umgerechnet etwa 11.500 Euro nach Hause, wie die Justiz mitteilte. Er darf jedoch Hongkong nicht verlassen.

Tai war eines der prominentesten Gesichter der sogenannten Regenschirm-Bewegung für Demokratie. Wegen Störung der öffentlichen Ordnung wurde er im April zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Seit mehr als zwei Monaten gibt es in Hongkong erneut Proteste gegen die Regierung, die das Ausmaß der "Regenschirm-Proteste" vor fünf Jahren mittlerweile übersteigen. 

+++ 09.26 Uhr: Ibiza-Video und Schredder-Affäre: Staatsanwaltschaft prüft Verbindung +++

Die österreichische Korruptionsstaatsanwaltschaft prüft einen möglichen Zusammenhang zwischen der Ibiza- und der Schredder-Affäre. Das geht aus einer Antwort des österreichischen Justizministeriums auf eine Anfrage der Partei Neos hervor, berichteten die Nachrichtenagentur APA und der ORF. Beide Affären hatten zuletzt für großes Aufsehen in der Alpenrepublik gesorgt. Die Ibiza-Affäre sorgte für den Bruch der rechtskonservativen Regierung von ÖVP und FPÖ. Einige Wochen später war bekannt geworden, dass ein Mitarbeiter des Bundeskanzleramts mehrere Festplatten vor dem Regierungswechsel hatte vernichten lassen.

+++ 09.15 Uhr: Tod von 15-jähriger Nora in Malaysia - keine Hinweise auf Verbrechen  +++

Die im Dschungel von Malaysia verschwundene und nach zehn Tagen tot aufgefundene 15-jährige Nora ist an inneren Blutungen gestorben. Die Autopsie habe ergeben, dass der Teenager aus London vom Hunger ausgelöste Magen-Darmblutungen erlitten habe, teilte die malaysische Polizei mit. Anzeichen für ein Verbrechen gibt es demnach nicht: Es spreche bisher nichts für eine Vergewaltigung oder eine Entführung.

Die Jugendliche aus London hatte mit ihren Eltern in einem Öko-Resort im bergigen Hinterland der Hauptstadt Kuala Lumpur Urlaub machen wollen. Schon kurz nach der Ankunft verschwand sie aus ihrem Zimmer. Nora war nach Angaben der Eltern mit einem Gehirndefekt auf die Welt gekommen, sie war geistig etwas zurückgeblieben und hatte Probleme beim Gehen. 

+++ 08.42 Uhr: Weniger Baugenehmigungen für Wohnungen im ersten Halbjahr +++

Weiterhin keine Entspannung auf dem vielerorts engen Wohnungsmarkt in Deutschland: Im ersten Halbjahr 2019 erteilten die Behörden weniger Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis einschließlich Juni gab es grünes Licht für den Neubau oder Umbau von gut 164.600 Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker 2,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

+++ 08.35 Uhr: Elf Verletzte nach Brand in Flüchtlingsheim in NRW +++

Bei einem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Ratingen sind elf Menschen verletzt worden. Vier davon mussten ins Krankenhaus gebracht werden, wie die Feuerwehr mitteilte. Unter den Verletzten waren auch zwei Feuerwehrleute. Die Brandursache blieb zunächst unklar, wie eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur AFP sagte. 417 Bewohner der Unterkunft wurden in Sicherheit gebracht.

Den Angaben zufolge war das Feuer in der Nacht zum Donnerstag im vierten Stock des Gebäudes ausgebrochen. Mehrere Räume eines Flurs waren betroffen.

+++ 08.24 Uhr: "Bild": Entwurf der neuen Straßenverkehrsordnung fertig +++

Autofahrer, die auf Rad- oder Gehwegen parken und die keine Rettungsgasse bilden, sollen künftig deutlich höhere Bußgelder zahlen müssen. Das sieht die neue Straßenverkehrsordnung vor, deren Entwurf das Bundesverkehrsministerium fertig gestellt habe, wie die "Bild"-Zeitung berichtete. Demnach sollen Autos mit mindestens drei Insassen und E-Tretroller Busspuren in Städten befahren dürfen.

Parken in zweiter Reihe, auf Geh- und Radwegen sowie das Halten auf Schutzstreifen soll laut Bericht künftig 100 Euro Strafe kosten. Bislang sind es 15 bis 30 Euro. Fahrer, die keine Rettungsgasse bilden, sollen dem Entwurf zufolge 320 Euro Bußgeld zahlen; dazu kämen ein Monat Fahrverbot sowie zwei Punkte in Flensburg.

+++ 08.14 Uhr: Russisches Passagierflugzeug landet bei Moskau in einem Maisfeld +++

Ein russisches Passagierflugzeug mit mehr als 230 Menschen an Bord ist nach einer Kollision mit Vögeln in einem Maisfeld gelandet. Dabei seien mindestens zehn Menschen verletzt worden, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf die Behörden. Die Verletzten, darunter drei Kinder, hätten Prellungen und Hautabschürfungen erlitten.

Ein Schwarm Vögel war demnach offenbar kurz nach dem Start in das Triebwerk der Maschine der Fluglinie Utair geraten. Dies habe zu erheblichen Störungen geführt, weshalb die Piloten zurück zum Flughafen Schukowski vor den Toren Moskaus flogen. Die Triebwerke seien kurz vor der Landung auf dem Feld abgeschaltet worden, teilten die Behörden mit.

+++ 08.04 Uhr: Vodafone aktiviert 5G-Masten in Berlin +++

Mit neuen Standorten in Berlin baut Vodafone die Infrastruktur für den neuen Mobilfunkstandard 5G weiter aus. Die erste Station ist im Wissenschafts- und Technologie-Park Adlershof an den Start gegangen. Schon bald würden zwei weitere 5G-Stationen folgen, kündigte Vodafone an. Sowohl Vodafone als auch die Deutsche Telekom bieten bereits erste Smartphone-Tarife an, die die Nutzung von 5G einschließen. Die Telekom hat ihr Netz allerdings noch nicht für Endkunden aktiviert.

+++ 07.30 Uhr: Brasiliens Präsident an Merkel: Deutschland wieder aufforsten +++

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat nach dem Stopp deutscher Projekte zum Schutz des Regenwaldes Bundeskanzlerin Angela Merkel empfohlen, das Geld daheim zu verwenden. "Ich möchte auch der geliebten Frau Angela Merkel eine Nachricht hinterlassen: Nehmen Sie diese Knete und forsten Sie Deutschland wieder auf, ok? Dort ist es viel nötiger als hier", sagte Bolsonaro laut Medienberichten vor der Presse.

Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze hatte am Wochenende angekündigt, angesichts der verschärften Abholzung des brasilianischen Regenwaldes Fördermittel ihres Hauses auf Eis zu legen. Die deutsche Beteiligung am internationalen Amazonasfonds über das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) ist davon nicht betroffen.

+++ 07.05 Uhr : Experten entdecken Datenleck in Kaspersky-Virenschutz +++

In der Virenschutz-Software von Kaspersky hat nach Analysen des Fachmagazins "c't" über Jahre ein Datenleck geklafft, das die Privatsphäre der Nutzer gefährdet. Demnach hätten Angreifer darüber die Nutzer beim Surfen ausspionieren können, berichtet das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe. Selbst der Inkognito-Modus eines Browsers habe daran nichts geändert, schreibt das Magazin. Betroffen sein sollen alle Software-Versionen für private Windows-Nutzer sowie Pakete für kleine Unternehmen.

Der Analyse zufolge schleust die Antiviren-Software beim Aufrufen einer Webseite einen individuellen Code in den HTML-Code ein, egal welchen Browser man benutzt. Das Skript sei anscheinend dafür zuständig, grüne Schutzschilde hinter Google-Suchtreffern einzublenden, wenn ein Link nach Einschätzung von Kaspersky sauber ist. Über das Skript sei aber jeder Nutzer eindeutig zu identifizieren.

+++ 07.03 Uhr: Übung chinesischer Truppen in Shenzhen an der Grenze zu Hongkong +++

Tausende chinesische Truppen haben an einer Übung in einem Sportstadion in der Stadt Shenzhen an der Grenze zu Hongkong teilgenommen. Die Uniformierten gehörten offenbar der chinesischen Militärpolizei an, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Auch gepanzerte Fahrzeuge und Truppentransporter fuhren ins Shenzhen-Bay-Stadion in der südchinesischen Metropole, viele weitere standen davor.

In der Sonderverwaltungszone Hongkong gibt es seit zehn Wochen Demonstrationen gegen die pekingtreue Regierung. Die Furcht vor einem militärischen Eingreifen Pekings nahm zuletzt zu.

+++ 06.33 Uhr: Bewaffneter gibt nach Schusswechsel mit Polizei in Philadelphia auf +++

Nach stundenlanger Belagerung durch ein starkes Polizeiaufgebot und einem steten Schusswechsel hat ein Bewaffneter in der US-Ostküstenstadt Philadelphia aufgegeben. Der Mann hatte bei einer Polizeiaktion am Mittwoch das Feuer auf die Beamten eröffnet und dabei sechs Polizisten verletzt. Weitere drei Beamte verletzten sich, als sie vor dem Kugelhagel in Deckung gingen.

Der polizeibekannte Mann verschanzte sich daraufhin in einem Haus und lieferte sich über Stunden hinweg einen Schusswechsel mit der Polizei. Fernsehbilder zeigten, wie der Mann in der Nacht aufgab und mit erhobenen Händen aus dem Haus kam.

Die Polizei hatte das Gelände im Stadtteil Nicetown-Tioga der Großstadt im Bundesstaat Pennsylvania mit einem Großaufgebot umstellt und weiträumig abgeriegelt. Menschen wurden über Twitter gewarnt, sich dem Tatort zu nähern.

+++ 05.26 Uhr: Brasilianisches Gericht ordnet erstmals Prozess wegen Verbrechen der Diktatur an +++

Ein brasilianisches Gericht hat erstmals einen Prozess gegen einen früheren Soldaten wegen Verbrechen während der Militärdiktatur (1964-1985) angeordnet. Ein Berufungsgericht urteilte, dass der frühere Unteroffizier Antonio Waneir Pinheiro de Lima sich nicht auf ein Amnestiegesetz aus dem Jahr 1979 berufen könne.

Bei den Taten, die ihm vorgeworfen würden, handle es sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit, erklärten die Richter. Diese seien nicht durch das Amnestiegesetz abgedeckt. Dem früheren Unteroffizier werden die Entführung, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung einer Historikerin Anfang der 1970er Jahre vorgeworfen.

+++ 05.08 Uhr: Linke-Chef will 1. Klasse im Regionalexpress abschaffen +++

Linke-Bundesvorsitzender Bernd Riexinger fordert eine Abschaffung der 1. Klasse in Nahverkehrszügen. "In Bussen kommen wir schon heute problemlos ohne Klassen aus. Die 1. Klasse im Nahverkehr gehört abgeschafft", sagte Riexinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Wir reden über Verkehrswende und die Kosten für den notwendigen Ausbau des Nahverkehrs", sagte Riexinger. "Aber wir leisten es uns, in überfüllten Regionalexpressen fast leere Waggons mit Wagen der 1. Klasse mitzuschleppen. Die sollten einfach für alle geöffnet werden, dann hätten wir auf einen Schlag mehr Kapazität - und zwar praktisch gratis."

+++ 05.04 Uhr: Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit sinkt +++

Der Unternehmergeist der Menschen in Deutschland schwindet - die wenigsten wollen inzwischen ihr eigener Chef sein. Nur ein Viertel der Erwerbsbevölkerung hatte 2018 den Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit, wie aus einer Umfrage der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Das ist der niedrigste Wert seit der erstmaligen Erhebung im Jahr 2000. Damals habe sich fast jeder Zweite (45 Prozent) eine selbstständige Tätigkeit gewünscht.

Die guten Bedingungen am Arbeitsmarkt und eine alternde Gesellschaft seien wichtige Gründe für den schwindenden Unternehmergeist, hieß es in der Studie. Bei Menschen unter 30 ist der Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit allerdings noch vergleichsweise stark. Mehr als jeder Dritte habe sich 2018 eine Selbstständigkeit vorstellen können.

+++ 04.53 Uhr: Ausländische Studenten lieben Deutschland +++

Die Bundesrepublik ist einem Bericht zufolge zum beliebtesten nicht-englischsprachigen Gastland für Studenten aus aller Welt aufgestiegen. Nach den USA, Großbritannien und Australien waren in Deutschland 2016 - neuere Vergleichszahlen liegen noch nicht vor - die meisten ausländischen Studenten eingeschrieben. Damit hat Deutschland Frankreich als viertbeliebtestes Land zum Studieren abgelöst.

Das geht aus dem Bericht "Wissenschaft weltoffen 2019" hervor, den der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)  vorlegen wollen. Der Bericht lag der Deutschen Presse-Agentur vorab vor.

2016 haben demnach fast 252.000 sogenannte Bildungsausländer (ausländische Studierende, die nicht in Deutschland ihr Abitur gemacht haben) an deutschen Hochschulen studiert - rund 16.000 mehr als ein Jahr zuvor und gut 6000 mehr als in Frankreich. Die Zahlen sind auch nach 2016 weiter gestiegen. Im Wintersemester 2017/2018 waren demnach schon 282.000 internationale Studenten in Deutschland eingeschrieben.

+++ 03.39 Uhr: Schulze wirbt fürs Leitungswasser-Trinken +++

Bundesumweltministerin Svenja Schulze ruft für mehr Umwelt- und Klimaschutz dazu auf, Leitungswasser zu trinken. Das Wasser aus dem Hahn in Deutschland sei "einwandfrei", sagte die SPD-Politikerin. "Wer Leitungswasser trinkt, spart Geld, Energie und unnötige Verpackungen." Trinkwasserbrunnen seien eine "gesunde und umweltfreundliche Alternative zu den vielen Einweg-Wasserflaschen, die die Leute täglich mit sich herumtragen" - und machten es vor allem an heißen Tagen angenehmer sich in Städten aufzuhalten.

+++ 03.33 Uhr: Corbyn will No-Deal-Brexit mit Misstrauensvotum gegen Johnson verhindern +++

Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn will mit einem Misstrauensvotum gegen Premierminister Boris Johnson einen ungeregelten Brexit verhindern. Der Labour-Vorsitzende rief die Abgeordneten auf, Johnson das Misstrauen auszusprechen. Er selbst könne für eine "zeitlich strikt begrenzte" Dauer die Regierungsgeschäfte übernehmen, um die anderen EU-Staaten um eine Verschiebung des auf 31. Oktober festgesetzten Brexit zu bitten.

Er wolle auch Neuwahlen ansetzen, schrieb Corbyn in einem Brief an Abgeordnete. Labour wolle sich im Wahlkampf dafür einsetzen, dass die Briten über die Modalitäten eines EU-Austritts abstimmen und sich auch für einen Verbleib in der Europäischen Union aussprechen dürften. Wann er einen Misstrauensantrag gegen Johnson einreichen will, ließ Corbyn offen.

+++ 02.21 Uhr: Schwerer Unfall auf A8 - Eine Tote und sieben Verletzte +++

Bei einem Unfall mit einem Kleinbus ist auf der Autobahn 8 in Schwaben eine Frau getötet worden - sieben weitere Businsassen wurden verletzt. Wie die Polizei mitteilte, verlor die 30 Jahre alte Fahrerin des Busses beim Spurwechsel die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Bus krachte nahe Zusmarshausen (Landkreis Augsburg) in die Leitplanke, rammte einen Lastwagen und kippte auf die Seite. Alle acht Insassen kamen ins Krankenhaus, wo eine 65 Jahre alte Frau an ihren schweren Verletzungen starb. Die Autobahn war in Richtung München rund drei Stunden total gesperrt.

+++ 01.23 Uhr: Trump schlägt in Hongkong-Krise offenbar persönliches Treffen mit Xi vor +++

In der Hongkong-Krise hat US-Präsident Donald Trump offenbar ein persönliches Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping vorgeschlagen. Trump schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, Xi könne die Krise in Hongkong "schnell und menschlich lösen", wenn er das wolle. Er fügte hinzu: "Persönliches Treffen?"

Zuvor hatte sich die US-Regierung "zutiefst besorgt" angesichts von Berichten über chinesische Truppenbewegungen an der Grenze zu Hongkong gezeigt. Washington fordere Peking "nachdrücklich" auf, das "hohe Maß an Autonomie" Hongkongs zu respektieren, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums.

+++ 01.39 Uhr: Mindestens sechs Polizisten bei Schießerei in US-Stadt Philadelphia verletzt +++

Bei einer Schießerei in der US-Stadt Philadelphia sind mindestens sechs Polizisten verletzt worden. Die angeschossenen Beamten seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, teilte die Polizei im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Den Angaben zufolge erlitten sie keine lebensbedrohlichen Verletzungen. Weitere Polizisten würden wegen Verletzungen behandelt, die nicht von Schusswaffen stammten.

"Der Verdächtigte schießt immer noch", schrieb die Polizei am frühen Abend. Der Sender CBS News berichtete unter Berufung auf einen Polizeivertreter, die Beamten seien zunächst wegen "Drogen-Aktivitäten" gerufen worden. Dann habe die Schießerei begonnen.

Die Zeitung "The Philadelphia Inquirer" hatte zuvor über zwei Verdächtige berichtet. Einer von ihnen habe sich in einem Haus verschanzt und nehme von dort aus die Polizei unter Beschuss.

+++00.27 Uhr: Ein Toter und fünf Verletzte nach Kohlenmonoxid-Vergiftung auf Jacht +++

Nach der tödlichen Vergiftung eines Urlaubers durch Kohlenmonoxid an Bord einer Segeljacht hat die kroatische Polizei auf der Insel Hvar den Besitzer und den Skipper festgenommen. Den beiden Männern werde vorgeworfen, gegen alle Sicherheitsvorschriften einen mit Benzin betriebenen Generator im Schiffsinneren eingebaut und ohne entsprechende Belüftung betrieben zu haben, berichteten die kroatischen Medien. Dabei sei hochgiftiges Kohlenmonoxid ausgetreten, das den 57-jährigen italienischen Urlauber das Leben kostete.

Fünf weitere Urlauber erlitten dabei schwere Vergiftungen, die Ärzte kämpften am Mittwoch noch um das Leben von zwei Kindern im Alter von 5 und 14 Jahren. Ihr Zustand sei weiterhin kritisch, hieß es.

kng / rw / mik / wue / DPA / AFP