HOME

Schlag gegen Boko Haram: Nigerianisches Militär will eingenommene Orte befreien

Die Gewalt im Nordosten Nigerias nimmt weiter zu. Kämpfe in den vergangenen Tagen haben offenbar Hunderte Menschenleben gefordert. Tausende sind vor den Kämpfen in Nachbarländer geflohen.

Nigerianische Soldaten im Kampf gegen die Terrormiliz Boko Haram in der Nähe der Stadt Mubi

Nigerianische Soldaten im Kampf gegen die Terrormiliz Boko Haram in der Nähe der Stadt Mubi

Die nigerianischen Streitkräfte wollen die von der islamistischen Terrororganisation Boko Haram eingenommenen Ortschaften im Nordosten des Landes zurückerobern.

Das sagte ein ranghoher Regierungsvertreter örtlichen Medienberichten zufolge. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass bei den Angriffen der Terrororganisation rund um die Stadt Baga im Bundesstaat Borno in den vergangenen Tagen offenbar Hunderte Menschen getötet worden sind.

Über 7000 Flüchtlinge im Tschad angekommen

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) teilte mit, etwa 7300 Flüchtlinge seien allein in den vergangenen zehn Tagen im benachbarten Tschad angekommen, um sich vor den Kämpfen rund um Baga in Sicherheit zu bringen. Insgesamt sind in Nigeria laut UNHCR rund 650.000 Menschen wegen des Boko-Haram-Terrors in andere Landesteile geflohen, und Zehntausende haben im Laufe der vergangenen Monate in Nachbarländern Zuflucht gesucht.

Der Sprecher des nationalen nigerianischen Informationszentrums, Mike Omeri, sagte der Zeitung "Premium Times" zufolge jedoch, die Lage in Baga habe sich bereits gebessert. Er weigerte sich aber Einzelheiten zu nennen, da es sich um einen laufenden Militäreinsatz handle. Die Regierung äußerte sich nicht zu möglichen Opferzahlen. Staatschef Goodluck Jonathan begann unterdessen die heiße Phase des Präsidentschaftswahlkampfs vor der Abstimmung am 14. Februar.

Falschmeldungen zurückgewiesen

Zwei örtliche Beamte im umkämpften Nordosten des Landes wiesen Medienberichte entschieden zurück, wonach bei den Angriffen der Terrorgruppe bis zu 2000 Menschen getötet worden seien. Es seien rund ein Dutzend Dörfer zerstört worden und es gebe möglicherweise Hunderte Opfer, räumte einer von ihnen ein. Boko Haram hatte Baga schon vor wenigen Tagen angegriffen, eine Militärbasis überrannt und Teile der Stadt niedergebrannt.

In der umkämpften Region funktionieren Telefonverbindungen nur noch sehr eingeschränkt, weshalb Informationen häufig erst spät und ungenau nach außen dringen.

Boko Haram will im Norden Nigerias und in den angrenzen Gebieten Kameruns und des Tschads einen Gottesstaat errichten. Bei Terroranschlägen der sunnitischen Organisation sind in dem ölreichen westafrikanischen Staat allein im vergangenen Jahr Tausende Menschen getötet worden.

yps/DPA / DPA