HOME
Live

+++ Tag im Ticker +++: Trotz Protesten: Indonesien richtet Drogenhändler hin

Ansbach betet für die Anschlagsopfer +++ Türkei fordert von Deutschland Auslieferung von Gülen-Anhängern +++ Barack Obama lobt Hillary Clinton +++ Kleines Mädchen stirbt nach vier Stunden in überhitztem Auto +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Konnten nichts ausrichten: Aktivisten hioelten eine Mahnwache gegen die Hinrichtung der Drogendealer ab

Konnten nichts ausrichten: Aktivisten hioelten eine Mahnwache gegen die Hinrichtung der Drogendealer ab

+++ 22.25 Uhr: Türkischer Militärrat befördert mehrere Generäle +++

Nach dem versuchten Militärputsch besetzt die türkische Regierung wichtige Posten in der Armeeführung neu. Der Oberste Militärrat beförderte mehrere Generäle bei einer Sitzung am Donnerstag in Ankara, nachdem fast die Hälfte aller Generäle entlassen worden war. Nach der Sitzung des Militärrats verkündete der Präsidentensprecher Ibrahim Kalin, dass der stellvertretende Generalstabschef Yasar Güler das Kommando über die Gendarmerie übernehme, während der Kommandeur der 1. Armee, Ümit Dündar, zum Vize-Generalstabschef befördert werde. Generalstabschef Hulusi Akar wurde ebenso auf seinem Posten belassen wie die Kommandeure der Armee, der Marine und der Luftwaffe. Es wurde erwartet, dass niedrigrangige Offiziere befördert würden, um die entlassenen Generäle zu ersetzen, doch kündigte Kalin keine Neubesetzung der freien Posten an.

+++ 21.31 Uhr: Drogendealer in Indonesien hingerichtet +++

Trotz internationaler Proteste hat Indonesien vier verurteilte Drogenhändler hinrichten lassen. Sie wurden am Freitag um kurz nach Mitternacht (Ortszeit) bei strömendem Regen von einem Erschießungskommando auf der Gefängnisinsel Nusa Kambangan getötet, wie ein hoher Justizbeamter berichtete. Exekutiert wurden drei Nigerianer und ein Indonesier.

Erst am Mittwoch und Donnerstag hatten die Bundesregierung und auch die Vereinten Nationen an Indonesien appelliert, auf die angekündigte Hinrichtung von insgesamt 14 zum Tode verurteilten Drogenhändlern zu verzichten. Darunter sind auch mehrere Ausländer.

Deutschland lehnt die Todesstrafe grundsätzlich ab. Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, verwies auf Berichte von Menschenrechtlern, wonach manche Urteile in Indonesien möglicherweise durch Folter erzwungen wurden.

Bei den Ausländern handelt es sich mehrheitlich um Nigerianer.
Vergangenes Jahr waren in dem riesigen Inselstaat in Südostasien trotz internationaler Proteste 14 Menschen hingerichtet worden.
Aktuell sitzen dort mindestens 121 Menschen in Todeszellen, fast alle wegen Drogendelikten.

+++ 21.16 Uhr: Steinmeier erwägt Lockerung der Russland-Sanktionen +++

Trotz der anhaltenden Kämpfe in der Ukraine erwägt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) eine schrittweise Lockerung der Russland-Sanktionen. "Wenn wir signifikante Fortschritte erreichen, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, die Sanktionen sukzessive zu lockern", sagte Steinmeier der "Passauer Neuen Presse" (Freitagsausgabe). Deutschland und Frankreich seien gemeinsam mit Russland und der Ukraine im Gespräch, um die Umsetzung des Minsker Abkommens vom Februar 2015 zu erreichen.

Spätestens im September werde klar sein, "ob etwas geht", sagte Steinmeier. Bisher knüpft die EU die Aufhebung der Sanktionen an eine vollständige Erfüllung der Minsker Vereinbarungen, die ein Ende der Gefechte und den Abzug schwerer Waffen von der Front in der Ostukraine vorsieht. Steinmeier brachte bereits Ende Mai die schrittweise Lockerung der Sanktionen ins Gespräch. Anfang Juli wurden die Sanktionen jedoch von der EU um weitere sechs Monate verlängert.

+++ 20.51 Uhr: Ansbach betet für die Anschlagsopfer +++

Bis zu 200 Menschen haben in Ansbach an einem ökumenischen Gottesdienst für die Betroffenen des Bombenanschlags in der mittelfränkischen Kleinstadt teilgenommen. Zu den Gästen der Andacht für Verletzte, Angehörige und Helfer zählte am Donnerstagabend auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Die Ansbacher Regionalbischöfin Gisela Bornowski sagte in ihrer Predigt, die Stadt sei durch den Terror aus den Fugen geraten, die Angst sei in Ansbach angekommen. "Vielen Menschen geht es richtig schlecht." Bis zu diesem Abend habe niemand für möglich gehalten, dass es zu einem Anschlag in der Stadt kommen könnte.

Bei dem mutmaßlich islamistisch motivierten Attentat nahe einem Konzert waren am Sonntagabend 15 Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. Der Täter war ein 27 Jahre alter Flüchtling aus Syrien. Er kam bei der Explosion seiner Bombe ums Leben. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen und prüft, ob der Mann Mitglied in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) war.

+++ 19.24 Uhr: Türkei will Vermögen von Richtern beschlagnahmen +++

Nach dem Putschversuch in der Türkei hat die Staatsanwaltschaft in Ankara die Beschlagnahmung aller Vermögenswerte von mehr als 3000 Richtern und Staatsanwälten beantragt. Betroffen seien 3049 Richter und Staatsanwälte mit mutmaßlichen Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fetullah Gülen, deren Festnahme bereits angeordnet worden sei, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag. Die betroffenen Juristen seien bereits vom Dienst suspendiert. Beschlagnahmt werden sollen unter anderem Immobilien, Bankkonten oder Fahrzeuge.

+++ 18.30 Uhr: Sigmar Gabriel traf sich öfter mit Edeka-Chef +++

In der Affäre um die Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch den Konkurrenten Edeka gerät Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel wegen möglicher Befangenheit immer stärker unter Druck. Wie der "Spiegel" am Donnerstag vorab berichtet, räumte Gabriels Ministerium ein weiteres "Geheimtreffen" mit dem Edeka-Vorstandsvorsitzenden Markus Mosa ein. Die Grünen forderten den SPD-Chef zu vollständiger Transparenz auf.

In der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Abgeordneten Katharina Dröge gibt das Wirtschaftsministerium laut "Spiegel" zu, Gabriel habe "im Nachgang" an sein Treffen mit Mosa und dem Kaiser's-Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub vom 18. Dezember 2015 ein "kurzfristiges" Treffen mit dem Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, "vermittelt". Dieses habe am 22. Dezember 2015 "im Beisein von Bundesminister Gabriel" stattgefunden.

+++ 17.48 Uhr: Angriffslustiger Emu in Thüringen darf abgeschossen werden +++

Einem angriffslustigen Emu droht in Thüringen ein jähes Ende. Der ausgebüxte australische Laufvogel darf nun abgeschossen werden. Eine entsprechende Genehmigung sei am Donnerstag an die Forstämter Marksuhl und Bad Salzungen sowie die angrenzenden Jagdbezirke gegangen, teilte das Landratsamt im Wartburgkreis mit. Die Behörden sehen in dem Tier eine Gefahr für die Bevölkerung.

"Bisherige Einfangversuche sind gescheitert", erklärte eine Sprecherin. Nach ihren Angaben sehen die Behörden auch geringe Chancen auf Erfolg, das Tier zu fassen und es wieder in sein Gehege in Marksuhl zurückzubringen. Dort war der Emu in der vergangenen Woche ausgebrochen. Er attackierte einen Jogger und einen 60-Jährigen, der ihn einzufangen versuchte. Das Tier verpasste dem Mann blaue Flecken auf dem Rücken. In den vergangenen Tagen war der 1,50 Meter große Laufvogel nicht mehr gesehen worden.

+++ 16.55 Uhr: Athener Polizei verhindert Bombenanschlag auf Staatsanwalt +++

Mit einer kontrollierten Explosion haben Sprengstoffexperten der Polizei eine Paketbombe in Athen entschärft. Die Bombe hatten Unbekannte an einen Staatsanwalt geschickt. Dies sagte ein leitender griechischer Polizist der Deutschen Presse-Agentur. Das Staatsradio hatte zunächst berichtet, die Paketbombe sei an einen Richter geschickt worden. Es werde vermutet, dass die Drogenmafia hinter der Tat stecke, hieß es seitens der Polizei. "Die Ermittlungen gehen aber in alle Richtungen." 

Der Staatsanwalt nimmt an einem Prozess gegen mehrere Drogenhändler teil. Die Dealer waren an einem der spektakulärsten Transporte von Heroin von Asien nach Europa beteiligt. Das Strafmaß soll am 2. August ausgesprochen werden.

+++ 16.25 Uhr: Algerier nicht der Verdächtige aus Bremer Kaufhaus +++

Der 19-jährige Mann, der am Mittwoch aus einer Psychiatrie entwichen ist, ist nach neuen Erkenntnissen wohl nicht für den Polizeieinsatz in einem Bremer Einkaufszentrum verantwortlich. Das Gebäude war am Mittwoch geräumt worden, weil einem Ladenbesitzer ein verdächtiger Mann aufgefallen war. Wegen der treffenden Beschreibung des Zeugen war die Polizei zunächst davon ausgegangen, dass es sich dabei um den Gesuchten aus dem niedersächsischen Bassum handelte.

Nach der Festnahme des 19-Jährigen habe dieser jedoch glaubhaft versichert, an dem Tag nicht in dem Einkaufszentrum gewesen zu sein, bestätigte ein Polizeisprecher aus Diepholz. Zuerst hatte der "Weser-Kurier" darüber berichtet. "Zu 100 Prozent können wir natürlich nicht sicher sein", sagte der Sprecher. Der 19-Jährige ist inzwischen wieder auf freiem Fuß und an seinen Wohnort im Landkreis Diepholz zurückgekehrt.

Ob nun nach einem weiteren Verdächtigen gefahndet wird, war zunächst offen. "Fakt ist, dass der Verdächtige aus dem Kaufhaus keine Ordnungswidrigkeit, geschweige denn eine Straftat begangen hat", sagte ein Sprecher der Bremer Polizei. Einen Grund zur Fahndung gebe es deshalb nicht. Der Zeuge hatte den Beamten gesagt, der Verdächtige in dem Kaufhaus sei hektisch auf und ab gelaufen, habe ständig in seinen Rucksack geschaut und diesen oft abgelegt.

+++ 15.53 Uhr: DNS-Abgleich bestätigt Tod von Unister-Chefs +++

Genau zwei Wochen nach dem Flugzeugabsturz in Slowenien ist der Tod der beiden Unister-Chefs amtlich. Ein DNs-Abgleich habe ergeben, dass es sich bei den Leichen um die beiden Gesellschafter des Leipziger Internetunternehmens, Thomas Wagner und Oliver Schilling, sowie einen Finanzvermittler mit dem Vornamen Heinz Horst handele, berichtete am Donnerstag die Lokalzeitung "Primorske Novice" unter Berufung auf den Leiter der Kriminalpolizei in Nova Gorica, Marino Pangos. Es handele sich "um einen 38-jährigen, 65-jährigen und 39-jährigen deutschen Staatsbürger", bestätigte Pangos der Deutschen Presse-Agentur. Die deutschen Behörden seien informiert worden.

Weder die zuständige Staatsanwaltschaft in Leipzig noch die Generalstaatsanwaltschaft Dresden konnten den Eingang der Nachricht zunächst jedoch bestätigen. Allerdings hatte es dort schon in den vergangenen Tagen "keine begründbaren Zweifel" daran gegeben, dass es sich tatsächlich um die Leipziger Unternehmer und den 65-Jährigen Finanzvermittler handelt. Auch der 73 Jahre alte Pilot des einmotorigen Kleinflugzeugs starb bei dem Absturz.

Die drei Deutschen hatten sich auf dem Rückflug von Venedig nach Leipzig befunden, als die Maschine in ein Waldgebiet stürzte und ausbrannte. Zuvor hatte der Pilot Probleme mit Vereisung gemeldet.

+++ 15.22 Uhr: Türkei fordert Deutschland zur Auslieferung von Gülen-Anhängern auf +++ 

Nach dem Putschversuch in der Türkei fordert die Regierung in Ankara auch von Deutschland die Auslieferung von Gülen-Anhängern. Das sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag dem Sender CNN Türk nach dessen Angaben.

+++ 15.11 Uhr: Flüchtling klettert auf Strommast +++

Offenbar aus Verzweiflung wegen seiner bevorstehenden Abschiebung nach Italien ist ein 19-jähriger Flüchtling aus dem Sudan am Donnerstag im niedersächsischen Remlingen auf einen Strommast einer Hochspannungsleitung geklettert. Dort habe er damit gedroht, sich umzubringen, erklärte die Polizei in Wolfenbüttel. Höhenretter der Feuerwehr und speziell geschulte Polizisten hätten den Mann nach langen Gesprächen zum Abstieg bewegen können.

Er sei zur psychiatrischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben der Beamten geriet der Mann anscheinend "in Panik", weil seine Abschiebung unmittelbar bevorsteht. Er hatte seine Wohnung den Ermittlungen zufolge mitten in der Nacht verlassen und wurde bei Tagesanbruch nahe Remlingen von Freunden entdeckt, die ihn suchten.

Daraufhin stieg der 19-Jährige auf einen Strommast an der Bundesstraße 79, der zu einer Hochspannungsleitung mit 110.000 Volt gehört. Polizei- und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort, der Netzbetreiber stellte zwischenzeitlich den Strom ab.

+++ 14.03 Uhr: Spaniens Arbeitslosenquote auf tiefstem Stand seit 2010 +++

Der Arbeitsmarkt im Ex-Krisenland Spanien entwickelt sich weiter positiv: Die Arbeitslosenquote sank im zweiten Quartal 2016 auf den tiefsten Stand seit dem Sommer 2010. Im Vergleich zum ersten Quartal sei die Quote um einen Punkt auf 20 Prozent gefallen, teilte die Statistikbehörde INE am Donnerstag mit.

Im Sommer sinkt die Arbeitslosigkeit in Spanien vor allem dank des Tourismusgeschäfts. Der Wirtschaftsminister der geschäftsführenden konservativen Regierung, Luis de Guindos, sagte, der Rückgang sei zwar eine "gute Nachricht", mit 20 Prozent sei die Quote aber noch sehr hoch.

Kurz vor Ausbruch der Wirtschaftskrise hatte die Quote noch bei unter acht Prozent gelegen, im Frühjahr 2013 erreichte sie mit 26,3 Prozent einen Höchststand. Mit 18,3 Millionen liegt auch die aktuelle Beschäftigtenzahl noch unter dem Niveau vor Krisenbeginn 2008, als in Spanien rund 20 Millionen eine Arbeitsstelle hatten.

Laut Statistik wurden zwischen April und Juni gut 271 000 Arbeitsplätze geschaffen. In der Zeit fiel die Zahl der registrierten Erwerbslosen um 216 000 auf 4,57 Millionen. Das ist ebenfalls der niedrigste Wert seit Sommer 2010.

+++ 14.21 Uhr: Dänischer Rechtspopulist fordert Aufnahmestopp für Muslime +++

Nach den Terroranschlägen in Europa hat sich der dänische Rechtspopulist Søren Espersen für einen Aufnahmestopp von Asylsuchenden aus muslimischen Ländern in Dänemark ausgesprochen. "Der Großteil des Terrorismus im Westen hat dort seine Wurzeln; und solange wir keinen Überblick und keinen Krisenplan haben, brauchen wir eine Pause", schrieb der stellvertretende Vorsitzende der Dänischen Volkspartei in einem am Donnerstag veröffentlichten Gastbeitrag für die Tageszeitung "Berlingske". Als zweitstärkste Kraft im Land stützt Espersens Partei die Mitte-Rechts-Regierung von Premierminister Lars Løkke Rasmussen.

Løkke Ramussens Liberale und die Dänische Volkspartei von Kristian Thulesen Dahl hatten es zuvor abgelehnt, Asylsuchende aufgrund ihrer Religion zu diskriminieren. Dem widerspreche seine Forderung nicht, sagte Espersen der Nachrichtenagentur Ritzau. "Es ist keinesfalls dasselbe wie zu sagen, alle Muslime seien Terroristen."

+++ 13.38 Uhr: Düsseldorfer müssen für "Hitler-Asphalt" zahlen +++

Düsseldorfer Bürger müssen für eine Straßendecke aus dem Jahr 1937 bezahlen. Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht erklärte am Donnerstag, dass die Gebührenbescheide der Stadt insoweit rechtmäßig seien (Az.: 12 K 8122/13). Erst mit dem Bau von Gehwegen 2009 sei die 1937 begonnene Erschließung des Straßenabschnitts abgeschlossen gewesen. Der betroffene Straßenabschnitt sei "über Jahrzehnte gewachsen". Die Stadt sei sogar verpflichtet, die Beiträge zu erheben. Für die Dauer der Erschließung gebe es "keine Verjährung, keine Verwirkung und keinen Vertrauensschutz".

+++ 12.22 Uhr: Kleines Mädchen stirbt nach vier Stunden in überhitztem Auto +++

Ein für vier Stunden in einem überhitzten Auto in Norditalien vergessenes Kind ist tot. Das 18 Monate alte Mädchen starb am Mittwochabend wahrscheinlich an den Folgen eines Hitzeschlags, wie die behandelnde Kinderklinik in Florenz mitteilte.
Demnach hatte die Mutter das Mädchen am Dienstag für rund vier Stunden auf dem Rücksitz ihres Wagens "vergessen".

Sie brachte die sechsjährige Schwester des Mädchens am Morgen zu einem Ferienlager, vergaß aber, ihre Jüngste im Kinderhort abzuliefern, bevor sie zur Arbeit ging. Erst als die Frau in der Mittagspause zu ihrem Auto zurückkehrte, entdeckte sie das bewusstlose Kind auf dem Rücksitz.

Das Auto habe sich bei der Hitze schnell in einen Backofen verwandelt, hieß es. Im Küstenort Vada bei Livorno hätten die Temperaturen schon am Vormittag die 30-Grad-Marke überstiegen.

+++ 12.07 Uhr: Polizei fasst Verdächtigen nach Luftgewehrschuss auf spielenden Jugendlichen +++

Nach einem Luftgewehrschuss auf einen 13-Jährigen auf einem Hamburger Spielplatz hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Der 53-Jährige sei nach umfangreichen Ermittlungen in der Wohnung seiner Freundin in unmittelbarer Tatortnähe festgenommen worden, teilten die Beamten am Donnerstag in der Hansestadt mit. Sie ermitteln demnach wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Auch die mutmaßliche Tatwaffe fanden die Polizisten in der Wohnung der Freundin.

Der Junge hatte am vergangenen Samstag beim Fußballspielen auf dem Spielplatz plötzlich zu Weinen begonnen und andere Menschen auf sich aufmerksam gemacht. Diese bemerkten eine blutende Verletzung an seinem Oberkörper und verständigten den Rettungsdienst.

+++ 11.43 Uhr: Ikea weitet Rückruf von Schokolade aus +++

Die Möbelhauskette Ikea hat sechs weitere Schokoladensorten zurückgerufen, weil der Mandel- und Haselnussgehalt auf den Packungen nicht ausreichend angegeben ist. Gefährdet sind Kunden mit einer Allergie oder Unverträglichkeit, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Von dem Rückruf betroffen sind alle Mindesthaltbarkeitsdaten der Sorten Choklad Lingon & Blåbar, Choklad Ljus Utz, Choklad Nöt Utz, Godis Chokladkrokant, Godis Chokladrån und Chokladkrokant Bredbar. Wer Haselnüsse und Mandeln vertrage, könne die Schokolade bedenkenlos essen. Bislang seien jedoch keine Vorfälle in Bezug auf die Produkte bekannt. Kunden können die Produkte auch ohne Kassenbon in einem Ikea-Einrichtungshaus zurückgeben und sich den Kaufpreis erstatten lassen.

Ikea hatte Ende Juni bereits zwei Sorten dunkler Schokolade (Choklad Mörk 60 und 70 Prozent) zurückgerufen, deren Milch- und Haselnussgehalt ebenfalls nicht ausreichend gekennzeichnet war.

Köttbullar & Co.: Von dieser Seite kennen Sie Ikea noch nicht

+++ 11.13 Uhr: Filmaufnahmen mit Adolf Hitler wiederentdeckt +++

Adolf Hitler privat - in wieder aufgetauchten Filmaufnahmen ist der Diktator in Bayreuth im Kreis der Familie Wagner zu sehen. Das Material ist nun auf CD für Forschungszwecke einzusehen, wie die Direktorin im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Sylvia Krauss, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag sagte. "Man schaut die Szenen mit einer gewissen Beklemmung an", sagt die Historikerin. "Man sieht Hitler in ganz unbekannter Pose, nicht das Staatsmännische, sondern er kommt ganz freundlich rüber."

Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte zunächst über das Filmmaterial berichtet. Die Aufnahmen zeigen Hitler als Privatmenschen in ziviler Kleidung, aufgenommen wohl 1936 von Wolfgang Wagner, dem Enkel des Komponisten Richard Wagner und späteren Festspielleiter.

Es handelt sich um zwei Filme, von denen der kürzere der qualitativ bessere und ein Teil des Längeren sei. Der erste Streifen ist etwas mehr als vier Minuten lang, der zweite zehn Minuten und 40 Sekunden.
Der breiten Öffentlichkeit können sie Krauss zufolge nicht zugänglich gemacht werden, weil mit Verena Lafferentz - einer Schwester von Wolfgang Wagner - auch eine Person zu sehen sei, die noch lebt. Ihre Persönlichkeitsrechte seien zu schützen.

Den Nachlass ihres Vaters Wolfgang hatte Festspielleiterin Katharina Wagner dem Archiv 2013 übergeben. 

Mein Kampf

+++ 10.06 Uhr: Schüler durch geschlossene Bahnschranken geführt: Lehrer entlassen+++

Drei Lehrerinnen sollen Ende Juni mehr als 80 Schüler trotz geschlossener Schranke über einen Bahnübergang gelotst haben und sind deshalb nun vom Schulrat der österreichischen Hauptstadt entlassen worden. Gegen eine vierte Lehrerin, die anders als die übrigen Beamtenstatus genießt, läuft ein dienstrechtliches Disziplinarverfahren - auch sie kann noch entlassen werden. Die Personalvertretung und der Elternverein der betreffenden Schule hatten sich gegen eine Entlassung ausgesprochen. Man habe aber keine andere Handhabe gehabt, als die Entlassung auszusprechen, hieß es aus dem Stadtschulrat. Den Lehrerinnen steht noch der Rechtsweg offen.

+++ 10.00 Uhr: Arbeitslosenzahl im Juli auf 2,661 Millionen gestiegen +++

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli um 47 000 auf 2,661 Millionen gestiegen. Das sind 112 000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,0 Prozent.

+++ 9.57 Uhr: Bericht: Trotz Vereinbarung kaum Abschiebungen nach Marokko +++

Die zwischen Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und seinem marokkanischen Amtskollegen Mohammed Hassad geschlossene Vereinbarung zur schnelleren Rückführung von Marokkanern zeigt bisher offenbar kaum Wirkung. Zwischen Januar und Juni wurden nach einem Bericht des "Westfalen-Blatts" 43 ausreisepflichtige Menschen nach Marokko abgeschoben, 74 seien freiwillig ausgereist.
Die Zeitung beruft sich auf Angaben des Bundesinnenministeriums. Ende Mai waren demnach 2997 marokkanische Staatsangehörige zur Ausreise verpflichted.

+++ 8.52 Uhr: Sky Deutschland schafft die Wende +++

Der Pay-TV-Sender Sky Deutschland hat erstmals einen Jahresgewinn vor Zinsen und Steuern erwirtschaftet. Die Zahl der Abonnenten stieg um fast 350 000 auf über 4,6 Millionen. Und da die Abonnenten im Durchschnitt auch mehr ausgaben, legte der Umsatz sogar um 12 Prozent zu auf über 2,0 Milliarden Euro. Als Betriebsergebnis blieben für das Geschäftsjahr 2015/16 immerhin fünf Millionen Euro übrig, wie Sky Deutschland am Donnerstag in Unterföhring bei München mitteilte. Ob es für einen Nettogewinn reichte, ließ das Unternehmen offen.

Der 1990 unter dem Namen Premiere gegründete und 2009 in Sky Deutschland umbenannte Pay-TV-Sender hat bisher Milliarden Verlust gemacht und nur ein Mal unter dem Strich schwarze Zahlen geschrieben, für das Jahr 2005. Inzwischen aber gehört Sky Deutschland komplett zum Sky-Konzern in London und bewegt sich stetig weiter Richtung Gewinnzone. Neben der Bundesliga bietet der Sender auch immer mehr Unterhaltungsformate, investiert in Eigenproduktionen und in neue Zugangswege für die Kunden. 

+++ 8.17 Uhr: Özoguz fordert Moscheen zu mehr Engagement auf +++

Nach den mutmaßlich islamistischen Anschlägen von Würzburg und Ansbach hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, mehr Eigeninitiative des organisierten Islams in Deutschland in der Präventionsarbeit gefordert. "Für mich gehören aber auch die Moscheen dazu, die wir stärker in die Verantwortung nehmen sollten, wenn es um Aufklärung bei Jugendlichen geht", sagte sie der "Heilbronner Stimme". Die Moscheen, die dabei gute Arbeit leisteten, sollten unterstützt werden. "Diese wissen es übrigens auch als erste, wenn irgendwo Hass gepredigt wird", begründete die SPD-Politikerin ihren Vorstoß.

Zugleich äußerte Özoguz die Sorge, dass die Moscheen in Deutschland zunehmend auf Ablehnung stoßen könnten. "Moscheen sind für viele Bürger immer noch vermeintliche No-Go-Areas. Ich habe die Befürchtung, dass sich diese Distanz jetzt noch verstärken wird." Die meisten Bürger seien sich nicht so sicher, ob sie eine Moschee betreten können - "trotz des jährlichen Tages der offenen Moschee", sagte Özuguz.

+++ 7.16 Uhr: Barack Obama wirbt für Hillary Clinton +++

Verbunden mit einer eindringlichen Warnung vor Donald Trump hat US-Präsident Barack Obama die Demokraten-Kandidatin Hillary Clinton für seine Nachfolge im Amt empfohlen. "Es hat noch nie jemanden gegeben, weder mich selbst noch Bill (Clinton), der so gut für das Amt vorbereitet war", sagte Obama unter dem Jubel von mehr als 4700 Delegierten auf dem Parteitag der Demokraten in Philadelphia. "Die Demokratische Partei ist in guten Händen", betonte er. 

Hillary Clinton habe in ihrer politischen Karriere Stehvermögen bewiesen. "Ich habe vier Jahre einen Sitz in der ersten Reihe gehabt", sagte Obama über die Zusammenarbeit mit Clinton als Außenministerin. Er habe ihre Intelligenz, ihr Urteilsvermögen und ihre Disziplin schätzen gelernt. Donald Trump, der Kandidat der Republikaner, biete dagegen keine Lösungen an. "Er bietet nur Slogans. Und Angst.", sagte Obama. 

+++ 6.58 Uhr: Nowitzki unterschreibt neuen Vertrag in Dallas +++

Basketball-Superstar Dirk Nowitzki hat wie angekündigt einen neuen Vertrag bei den Dallas Mavericks unterzeichnet. Das bestätigte der Club aus der nordamerikanischen Profiliga NBA am Mittwoch (Ortszeit) auf seiner Internetseite. In seinen 18 Jahren bei den Mavericks habe Nowitzki das Team bereits zu großen Erfolgen geführt, lobte der Verein in dem Statement. Der 38 Jahre alte Würzburger hatte bereits zuletzt bestätigt, dass es sich bei seinem neuen Arbeitspapier um einen Einjahresvertrag mit clubseitiger Option für eine weitere Saison handele. Zudem hatte Nowitzki betont, dass er seine Laufbahn beim NBA-Meister von 2011 beenden wolle.

+++ 5.52 Uhr: FC Bayern verliert gegen AC Mailand +++

Der FC Bayern München hat das erste Spiel auf seiner USA-Reise unglücklich gegen den AC Mailand verloren. Der deutsche Fußball-Meister unterlag am Mittwochabend (Ortszeit) im Rahmen des International Champions Cup in Chicago mit 3:5 im Elfmeterschießen. Rafinha scheiterte bei den Münchnern am Milan-Torwart. Nach 90 Minuten hatte es vor 44 826 Zuschauern 3:3 (2:1) gestanden. Der zweifache Torschütze Franck Ribéry hatte per Foulelfmeter für den Ausgleich in letzter Minute gesorgt. Zudem traf in der regulären Spielzeit für die Bayern David Alaba. Für Milan waren M'Baye Niang, Andrea Bertolacci und Juraj Kucka erfolgreich. Bei den Münchnern feierte Holger Badstuber nach fünf Monaten Verletzungspause ein 30-Minuten-Comeback.

+++ 3.04 Uhr: Facebook verdreifacht seinen Gewinn +++

Kein Ende des Turbo-Wachstums in Sicht: Sprudelnde Werbeerlöse haben Facebook im zweiten Quartal einen weiteren Milliarden-Gewinn in die Kassen gespült. Vor allem mit Anzeigen auf Smartphones verdient das größte Online-Netzwerk der Welt prächtig. Die am Mittwoch nach US-Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich.

Auch bei Anlegern kamen die Ergebnisse gut an: Die Facebook-Aktie schoss nachbörslich um über sechs Prozent nach oben und markierte außerhalb des regulären Handels ein Rekordhoch bei über 130 Dollar. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um knapp 18 Prozent zugelegt. Bereits im Vorquartal hatte Facebook überraschend gute Geschäfte gemacht, entsprechend hoch lag die Latte diesmal.

Von April bis Juni verdreifachte Facebook den Gewinn im Jahresvergleich beinahe von 719 Millionen auf 2,1 Milliarden Dollar (derzeit etwa 1,9 Mrd Euro). Der Umsatz kletterte um 59 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar. Die Werbeeinnahmen, mit Abstand wichtigste Geldquelle, legten um 63 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar zu. Der Anteil der Werbung auf mobilen Geräten an den Anzeigenerlösen wuchs im Jahresvergleich von 76 auf 84 Prozent.

+++ 0.47 Uhr: Polizisten durchsuchen Hildesheimer Moschee und Wohnungen +++

Die Polizei Niedersachsen hat am Mittwoch die DIK-Moschee "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim" durchsucht.
Zugleich seien auch die Wohnungen von acht Vorstandsmitgliedern des Vereins durchsucht worden, teilte das Innenministerium mit. "Der DIK in Hildesheim ist ein bundesweiter Hot-Spot der radikalen Salafistenszene", sagte Innenminister Boris Pistorius laut Mitteilung. "Nach Monaten der Vorbereitung sind wir mit den heute durchgeführten Durchsuchungen einen wichtigen Schritt zum Verbot des Vereins gegangen."

Den Sicherheitsbehörden lägen Erkenntnisse vor, dass im Verein Muslime radikalisiert und zur Teilnahme am Dschihad in den Kampfgebieten motiviert würden. In Predigten, Seminaren und Vorträgen werde auch zum "Hass gegenüber Ungläubigen" aufgerufen, sagte Pistorius. Am späten Abend war die Aktion beendet, wie ein Polizeisprecher sagte.

+++ 0.10 Uhr: Trump ruft Russland zu Hackerangriff auf Clinton auf +++

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat die russischen Geheimdienste aufgefordert, die verschwundenen E-Mails seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton aufzuspüren. "Russland, wenn Du zuhörst, ich hoffe, dass Du es schaffst, die 30.000 fehlenden E-Mails zu finden", sagte Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Doral im US-Bundesstaat Florida. In diesem Falle würden die Geheimdienste wohl "machtvoll von unserer Presse belohnt werden".

Clinton hatte als Außenministerin von 2009 bis 2013 ein privates E-Mail-Konto und private Server für ihren dienstlichen E-Mail-Verkehr genutzt. Damit verstieß sie gegen geltende Sicherheitsregeln. Clinton übergab zwar nachträglich einen Großteil ihres Mailverkehrs an das Außenministerium, löschte aber mehr als 30.000 E-Mails, die ihren Angaben zufolge persönlichen Inhalts waren.

jen/tim / DPA / AFP