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Wetterchaos: Bayern und Niedersachsen unter Wasser

Schwere Unwetter haben in mehreren Bundesländern für Chaos gesorgt. In Niedersachsen konnten sich 32 Kinder gerade noch rechtzeitig vor einem Gewitter retten. In Bayern stand das Wasser in den Straßen zum Teil über einen Meter hoch. Im Festspielhaus in Bayreuth gab es einen Wassereinbruch.

Heftige Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen haben vielerorts in Deutschland Straßen unter Wasser gesetzt, Bäume umgestürzt und Keller volllaufen lassen. In Schleswig-Holstein stürzte das Dach eines Autohauses teilweise ein. Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr gab es keine Verletzten. Vermutlich konnte der Regen nicht schnell genug abfließen, so dass das Flachdach einer Fahrzeughalle in Halstenbek bei Pinneberg unter dem Druck der Wassermassen einstürzte. In Bremen befreiten die Helfer einen Mann aus seinem Auto. Sein Wagen war in einem überfluteten Tunnel stecken geblieben.

Im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg musste die Feuerwehr mehr als 500 Mal ausrücken. Ein Supermarkt musste vorübergehend geräumt werden, da das Dach unter den Wassermassen einzustürzen drohte. In der Region Hannover fuhr die Feuerwehr etwa 200 Einsätze. Verletzte gab es nicht. Aus dem Bereich Hameln-Pyrmont wurden rund 130 Einsätze, aus dem Landkreis Hildesheim rund 100 gemeldet. Hier gab es neben Wasserschäden auch mehrere Blitzeinschläge in Wohnhäuser. Die Feuerwehr Verden war nach eigenen Angaben bis tief in die Nacht nahezu ohne Pause unterwegs.

Im südniedersächsischen Landkreis Northeim retteten sich am Donnerstagnachmittag 32 Kinder unverletzt vor dem Unwetter aus dem Fluss Rhume. Sie waren mit Kanus unterwegs, als das Gewitter sie überraschte. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen in der Region zwischen Hannover und Göttingen zwischen 16.00 und 18.00 Uhr rund 85 Liter Regen pro Quadratmeter.

Auch in Nordhessen überflutete kräftiger Regen Keller und Straßen. Ein heftiges Sommergewitter wütete auch über dem Raum Bayreuth. Im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel gab es einen Wassereinbruch. Feuerwehrleute kamen schnell zu Hilfe und pumpten den Keller leer. In der Stadt Straubing standen mehrere Straßen teilweise bis zu 1,25 Meter unter Wasser, Gullydeckel wurden nach oben gedrückt und weggeschwemmt.

In Thüringen mussten die Feuerwehren zahlreiche Keller auspumpen und umgeknickte Bäume von den Straßen räumen, wie die Polizei mitteilte. Bei Sömmerda im Landkreis Erfurt durchschlug ein vom Sturm abgebrochener Ast die Windschutzscheibe eines Lasters; der 56-jährige Fahrer kam mit Verletzungen in ein Krankenhaus.

Während der Wetterumstellung gab es krasse Temperaturunterschiede. Im äußersten Westen kletterte das Thermometer nicht einmal auf 20 Grad, im Osten hingegen schwitzten die Menschen bei bis zu 35 Grad. Die kältere Luft werde die heißen Luftmassen nur allmählich verdrängen, erklärte der Wetterdienst. "Und das geht meist nicht heimlich, still und leise, sondern mit kräftigen Gewittern und viel Regen und auch Wind einher."

DPA/AP / AP / DPA