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E-Motorroller: Schickt die Benzin-Stinker in die Rente!

Endlich kommt ordentlich Bewegung in den Markt für E-Motorroller. Vom leichten Stadtflitzer über den Retro-Roller  bis zum Cross-Moped ist alles dabei. Höchste Zeit seinen lärmenden Zweitakt-Stinker in Rente zu schicken. 

Der Electro-Motorroller Niu N1s

Niu N1s - die kleine Rakete

Das chinesische Unternehmen Niu ging 2015 aus einem Crowdfunding-Projekt hervor. Binnen zwei Wochen wurden zehn Millionen Niu-Roller vorbestellt. Die Regierung in Peking förderte  Motorroller mit E-Antrieb, um dem Smog der Millionenstädte Herr zu werden. Das junge Gründerteam hatte von Anfang an den internationalen Markt im Blick. Nötig hätten sie das nicht gehabt. China bietet mit jährlich weit über 20 Millionen verkauften E-Zweirädern reichlich Wachstumspotenzial. Einer der Niu-Gründer ist Designer, was man den Niu-Rollern sofort ansieht. Klare Formensprache statt Retrolinien. Die Verarbeitung ist Top, die Antriebstechnik kommt von Bosch. Stromsparende LED-Beleuchtung und Alarmanlage gehören zur Grundausstattung. Der hier abgebildete N1s ist die 45 km/h-Variante. Der acht Kilo schwere Akku von Panasonic liegt im Fußraum. Er lässt sich herausnehmen und an der Haushaltssteckdose aufladen. Reichweite bei Vollgas knapp 50 Kilometer. Unter der Sitzbank ist Platz für einen kleinen Helm oder ein paar Einkäufe. Optisch nahezu identisch ist der N1 GT, die 80 Km/h-Version mit einer Reichweite von rund 100 Kilometern. Allerdings entfällt hier durch den zweiten Akku unter der Bank jeglicher Stauraum. Für 2800 Euro ist der N1s ein sehr faires Angebot. Der schnellere NIU N-GT ist mit 4500 Euro hingegen kein Schnapper, zumal dafür der Führerschein A1 für 125ccm-Motorräder benötigt wird.

Der Markt für E-Zweiräder hat in den vergangenen beiden Jahren einen ähnlichen Aufschwung wie bei den E-Autos erfahren. Wie die Autofahrer mittlerweile zwischen unterschiedlichen Modellen und Preiskategorien wählen können, steht auch der Zweiradfan einem deutlich gewachsenen Angebot gegenüber. Vom günstigen E-Motorroller mit 1800 Watt-Motor, über durchgestylte Retro-Modelle bis zum ausgewachsenen Motorrad mit 200 km/h Spitze.

Die Elektromopeds haben gegenüber seinen stinkenden Altvorderen das Zeug zum perfekten Pendler-Mobil: keine gesundheitsschädlichen Abgase, nahezu lautlos, 80 Cent Stromkosten auf hundert Kilometer, wartungsarm da die vielen beweglichen Teile eines Verbrennungsmotors fehlen.

Ein Parkplatz ist schnell gefunden und fast alle Rollermodelle lassen sich dank der tragbaren Akkus an der heimischen Steckdose aufladen. Innerhalb der Stadt fällt auch das Reichweitenproblem kaum ins Gewicht. Die meisten E-Roller schaffen mit einer Akku-Ladung 50 Kilometer. Zudem reicht ein Autoführerschein oder der Führerschein der Klasse M, da die meisten E-Roller technisch auf 45 km/h begrenzt sind. Die wichtigsten Modelle im Überblick.

  • Henry Lübberstedt