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"Wikileaks"-Video von US-Einsatz: "Los, lass' uns schießen"

Krieg kann gehandhabt werden wie ein Computerspiel: Das belegt nun das "Wikileaks"-Video zu einem Angriff von US-Soldaten im Irak. Einen besonderen Zynismus zeigen die Zitate der Soldaten.

Von Sönke Wiese

Juli 2007, ein Vorort von Bagdad. Eine Gruppe von Männern schlendert eine ruhige Straße entlang. Zwei Apache-Hubschrauber der US-Armee kreisen über ihnen und filmen mit den Bordkameras die Szenerie. Ein Fadenkreuz nimmt die Männer ins Visier. Sie stehen beieinander, unterhalten sich, einer telefoniert offensichtlich mit seinem Handy. Dann bricht unten am Boden die Hölle los, Gewehrsalven donnern in die Gruppe, Staub wirbelt auf, die Männer fallen um wie Pappfiguren. Einer flüchtet, stolpert, krabbelt in Deckung. Die Geschosse explodieren überall und treffen schließlich auch seinen Körper. Nach dem Massaker hört man über den Pilotenfunk Gelächter. "Nett", sagt einer immer wieder. "Oh, yeah, schau' dir die toten Bastarde an."

Selbst Schuld, wenn sie ihre Kinder mit in die Schlacht nehmen.

Ob die zwölf "Bastarde", die in dem Blutbad sterben mussten, bewaffnete Aufständische waren, daran gibt es inzwischen starke Zweifel. Jedenfalls waren unter den Opfern laut Internetplattform Wikileaks zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters. Das US-Verteidigungsministerium weigerte sich, die Einsatz-Videos herauszugeben, um den Vorfall aufzuklären. Nun wurden die Aufnahmen Wikileaks zugespielt und von der Plattform veröffentlicht.

Wie in einem Computerspiel

Das Video ist ein verstörendes Dokument. In gestochen scharfer Qualität zeigen sie der Welt, wie brutal und menschenverachtend der Krieg im Irak geführt wird - auch von Seiten der US-Militärs. Die Hubschrauber-Besatzungen kommentieren ihre Abschüsse so zynisch, als ob es nicht um Menschenleben, sondern um ein Computerspiel gehe.

"Los, heb eine Waffe auf", sagt ein US-Militär über Funk, als sich nach dem ersten Massaker ein schwer verletzter Mann noch bewegt. Offensichtlich hofft der Soldat regelrecht auf einen Anlass für den finalen Todesschuss. Der Iraker, laut "Wikileaks" einer der Reuters-Mitarbeiter, greift keine Waffe, dennoch wird er nicht überleben. Denn wenig später erscheint ein Minivan, unbewaffnete Männer versuchen, den Verletzten zu bergen.

Prompt bricht unter den Piloten der Apache-Hubschrauber wieder Ungeduld aus. Sie dringen bei ihren Vorgesetzten darauf, auch das Fahrzeug unter Feuer nehmen zu dürfen. "Los, lass uns schießen!" sagt einer. "Fuck", brüllt einer, als die Erlaubnis nicht sofort kommt. Dann erfolgt die Freigabe, über Funk zischt noch jemand ein ungeduldiges "Los jetzt", und 30-Millimeter-Geschosse durchsieben auch den Van. "Oh, yeah, schau dir das an: Mitten durch die Windschutzscheibe", jubelt einer der Piloten. Ein anderer lacht.

Hinter der Scheibe saßen zwei Kinder: laut Wikileaks die Tochter und der Sohn des Fahrers. Sie überleben den US-Angriff schwer verletzt. Das Video zeigt wenig später, wie amerikanische Bodentruppen die beiden Kinder bergen. Kommentar eines Apache-Piloten: "Es ist ihre eigene Schuld, wenn sie ihre Kinder mit in die Schlacht nehmen."

Laut "Washington Post" hat inzwischen ein Offizieller des US-Militärs die Authentizität der auf Wikileaks veröffentlichten Videos bestätigt. "Wir bedauern den Tod von Unschuldigen", sagte nun Major Shawn Turner, ein Sprecher des US-Central-Command laut "Washington Post", "aber der Vorfall wurde umgehend untersucht. Es gab niemals den Versuch, einen Aspekt dieses Angriffs zu vertuschen." Tatsächlich jedoch hat das US-Verteidigungsministerium die Bitten der Agentur Reuters abgelehnt, die Videos zu veröffentlichen. Offenbar aus gutem Grund: Sie lassen schwere Zweifel an der bisherigen offiziellen Darstellung aufkommen.

Kamera für Granatenwerfer gehalten

Bisher hieß es, dass die US-Truppen mit einem AK-47-Sturmgewehr beschossen worden seien und dass einer der irakischen Männer einen Granatenwerfer getragen hätte. Davon ist jedoch zumindest auf den jetzt von "Wikileaks" veröffentlichten Videos nichts zu sehen. US-Militärsprecher Turner gab laut "Washington Post" zu, dass die Hubschrauber-Besatzungen offenbar einen Fotoapparat mit Teleobjektiv fälschlicherweise für einen Granatenwerfer gehalten hatten. Dennoch bleibt das US-Central-Command dabei, dass der Angriff legitim gewesen sei. Es bemängelt, dass die beiden Reuters-Mitarbeiter in der Situation nicht ihren Journalistenstatus zum Ausdruck gebracht hätten.

Die zynischen Funksequenzen der Hubschrauber-Besatzungen lassen sich jedoch nicht einfach wegwischen. Selbst für die versehentlich getroffenen Kinder haben die Piloten kein Mitgefühl übrig, stattdessen gibt es nur hämische Kommentare. Und so wird die Welt wieder einmal Zeuge, mit welcher Skrupellosigkeit auch US-Soldaten zu Werke gehen. Es bleibt zu befürchten, dass die nun gezeigten Szenen alltäglicher Wahnsinn sind in den Hightechkriegen des 21. Jahrhunderts.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.