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11. September: Verzweifelte Verschwörungstheoretiker

Das Interesse an 9/11-Verschwörungstheorien war noch vor wenigen Jahren gigantisch - inzwischen jedoch liegen derart viele Theorien auf dem Tisch, dass kein Mensch mehr durchblickt. Nun versammelten sich in Berlin auf Einladung eines Verlages die einschlägigen "Experten".

Von Andreas Mix

Elvis lebt, die Mondlandung hat die Nasa inszeniert, John F. Kennedy wurde vom CIA, Lady Di vom MI6 und Papst Johannes Paul I. von klerikalen Finstermännern ermordet. Beweisen lassen sich diese Behauptungen nicht. Warum sind sie dennoch so populär? Weil sie sich auch nur schwer widerlegen lassen. Für eine zünftige Verschwörungsideologie ist das eine notwendige, aber noch keine hinreichende Bedingung. Zusätzlich bedarf es einer bestimmten Gefühlslage bei den Rezipienten. Die krudesten Erklärungen wuchern am üppigsten dort, wo Misstrauen und Angst herrschen.

Zu beobachten war das bei einer Pressekonferenz des "Hintergrund-Verlags" in Berlin, der das gleichnamige Nachrichtenmagazin vorstellte. Themenschwerpunkt der aktuellen Ausgabe: "Der inszenierte Terrorismus. Geschichte und strategische Ziele". Zur Unterstützung hatte der Verlag die Creme der hiesigen Verschwörungsideologen geladen - Andreas von Bülow ("Die CIA und der 11. September. Internationaler Terror und die Rolle der Geheimdienste"), Matthias Bröckers ("WTC-Conspircy", "Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.") und Jürgen Elsässer ("Terrorziel Europa. Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste"). Ergänzt wurde die illustre Schar durch den Europaparlamentarier Giulietto Chiesa, der ebenfalls Teil der "9/11 Truth Movement" ist. Unter diesem Label sammeln sich jene, die an der offiziellen Version der Anschläge vom 11. September 2001 zweifeln.

Den Geladenen saßen auf der Pressekonferenz etwa zehn Journalisten gegenüber, offenbar ebenfalls Zweifler, die neue Nahrung für ihren Zweifel suchten.

Mittlerweile ist das Angebot an verwegenen Erklärungen für die Anschläge vom 11. September so vielfältig, dass jeder nach seiner ideologischen Facon glücklich werden kann. Als Drahtzieher gehandelt werden der Mossad, das FBI, die CIA, das Pentagon, neokonservative think tanks oder gleich die ganze Bush-Regierung. Aus Sicht der Verschwörungstheoretiker ist derjenige verblendet, der behauptetet, dass eine handvoll arabischer Terroristen, bewaffnet mit Messern und Pfefferspray, die Weltmacht USA wirkungsvoll angreifen konnte. Was nicht wahr sein darf, kann auch nicht wahr sein.

Die Liste der Verschwörungstheorien ist endlos

Die "9/11 Truth Movement" ist so produktiv, dass es schwerfällt, den Überblick zu behalten. In Dutzenden von Büchern und Filmen, auf tausenden Websites und in unzähligen Blogs werden ständig andere Versionen des wahren Geschehens verbreitet und alte Fragen neu gestellt: Flog eine Boing 757 der American Airlines in das Pentagon oder war es nicht vielmehr ein Marschflugkörper? Endet der United Airlines Flug 93 tatsächlich auf einem Feld bei Shanksville in Pennsylvania oder wohlbehalten in einem Hangar der US-Luftwaffe? Stürzten die Türme des World Trade Centers aufgrund der Flugzeugeinschläge zusammen oder wurden sie gesprengt? Saßen die neunzehn Flugzeugentführer tatsächlich in den vier Maschinen? Waren die Araber CIA-Agenten? Lenkten sie selbst die Flugzeuge oder waren die Maschinen ferngesteuert?

Die Liste der Erklärungen und damit auch der Widersprüche ist endlos. Eine konzise Verschwörungstheorie kann man aus der trüben Informationsflut kaum noch basteln. Wer allein die CIA als Drahtzieher beschuldigt, läuft Gefahr, von denen bloßgestellt zu werden, die von der Schuld des Mossads überzeugt sind.

Weitaus nachhaltiger als die monokausalen Erklärungen, ist das hartnäckige Wiederholen von vermeintlich ungeklärten Fragen: Wieso reagierte die Luftabwehr am 11. September nicht? Warum stürzte der World Trade Center 7, ein abseits der beiden Türme gelegenes Hochhaus, Stunden nach den Anschlägen noch ein? Wo sind die Trümmer der Flugzeuge geblieben?

Mit solchen und anderen Fragen beschäftigt sich der Film "Zero: An Investigation Into 9/11", für den der "Hintergrund-Verlag" gleichfalls kräftig die Werbetrommel rührte. Das neuste Produkt aus dem Hause der "9/11 Truth Movement" stammt aus Italien. Regie der einhundertminütigen Dokumentation führten Franco Farcassi und Francesco Trento. Mit dem Literaturnobelpreisträger Dario Fo und Giulietto Chiesa können sie prominente Unterstützer vorweisen. Chiesa, ehemals Funktionär der Kommunistischen Partei Italiens und Journalist verschiedener Zeitungen, lud am 26. Februar alle 785 Abgeordneten des Europaparlaments und noch mehr Journalisten zu der Vorführung von "Zero" nach Brüssel ein. Aber nur sechs Abgeordnete folgten der Einladung. Journalisten ließen sich Chiesa zufolge gar nicht erst blicken.

Bush-Kritiker wittern einen "legalen Staatsstreich"

"Dies kann kein Zufall sein", meinte er. Ob die CIA dahintersteckt? Zutrauen würde der unabhängige Abgeordnete in der sozialistischen Fraktion des EU-Parlaments dem US-Geheimdienst das sicherlich. Im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin verkündete Chiesa, dass in den USA seit der Wahl von George W. Bush ein "legaler Staatstreich" stattfinde.

In Berlin ist "Zero" im "Russischen Haus" zu sehen. Das "Russische Haus" untersteht dem Außenministerium der Russischen Föderation. Dort ist das Interesse an den neusten Werken der "9/11 Truth Movement" besonders groß. Sichtlich stolz verkündete Chiesa, dass die von ihm geförderte Dokumentation am siebten Jahrestag der Anschläge im russischen Staatsfernsehen gezeigt werde. So können sich Millionen Russen, die tagtäglich von den staatlichen Medien mit wahrheitsgemäßer Berichterstattung verwöhnt werden, ein Bild von 9/11 machen.

Sumpf aus trüben Erklärungen

Damit fällt der Film "Zero" schließlich doch, wie von Andreas von Bülow erhofft, in den "großen Teich der Erörterungen" um die wahren Hintergründe von 9/11. Dort schwimmt bereits allerlei Unrat.

Was Verschwörungsideologen wie Chiesa, Bröckers, Elsässer und von Bülow bei allen Differenzen in Details eint, ist die Ablehnung der Version, die im 9/11 Commission Report dokumentiert wird. Sie fordern eine neue Untersuchung, an der alle Zweifler der offiziellen Darstellung mitarbeiten sollen. Dazu riefen sie auch in Berlin auf - Verschwörungstheoretiker aller Länder, vereinigt euch!

Der Sumpf aus trüben Erklärungen und dumpfen Ressentiments würde aber sicher selbst dann nicht austrocknen. Dass die CIA, Lyndon B. Johnson, die Mafia und Fidel Castro - allein oder zusammen - John F. Kennedy ermordeten, konnte schließlich auch in keiner der zahlreichen Untersuchungen belegt werden.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.