Afghanistan Geisel Rudolf B. ist frei


Der im Juli in Afghanistan entführte Deutsche Rudolf Blechschmidt ist freigelassen worden. Er war zusammen mit seinem Kollegen Rüdiger Diedrich am 18. Juli in der Provinz Wardak verschleppt worden. Diedrich erlitt in der Gefangenschaft einen Schwächeanfall und wurde erschossen.

Der Mitte Juli in Afghanistan entführte Deutsche Rudolf Blechschmidt ist nach drei Monaten Geiselhaft freigelassen worden. Zusammen mit dem 62 Jahre alten Ingenieur kamen auch vier seiner afghanischen Begleiter auf freien Fuß. "Darüber sind wir froh und erleichtert", erklärte Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Im Gegenzug wurden sechs Taliban-Kämpfer aus der Haft entlassen, wie der Chefverwalter des Bezirks Dschaghato in der Provinz Wardak, Mohammed Nahim, berichtete. Blechschmidt und die übrigen Geiseln wurden zunächst von Stammesältesten an afghanische Geheimdienstbeamte übergeben. Der deutsche Botschafter telefonierte nachmittags aber bereits mit dem Ingenieur, wie Steinmeier berichtete. "Mir geht es gut, ich bin nur müde", sagte Blechschmidt nach Angaben von "Spiegel online" am Telefon.

Blechschmidt war zusammen mit seinem 43-jährigen Kollegen Rüdiger Diedrich am 18. Juli in der Provinz Wardak verschleppt worden. Diedrich hatte in der Gefangenschaft kurz danach einen Schwächeanfall erlitten und wurde am 21. Juli erschossen aufgefunden. Steinmeier erklärte: "Wir sollten in diesem Augenblick der Erleichterung innehalten und an das Schicksal des in der Geiselhaft verstorbenen Deutschen erinnern. Und ich möchte dran erinnern, dass sich im Irak noch immer Sinan Krause, der Sohn von Hannelore Krause, in den Händen seiner Entführer befindet." Die Regierung arbeite weiter mit aller Kraft auch an Krauses Freilassung, versicherte der SPD-Politiker.

Dank an Krisenstab

Steinmeier dankte dem Krisenstab in Berlin, der Botschaft in Kabul, den dorthin entsandten Beamten und besonders der afghanischen Regierung für ihren "unermüdlichen und letztlich erfolgreichen Einsatz". Bereits Ende September war Blechschmidt bei einer misslungenen Übergabe zunächst freigelassen, dann aber erneut verschleppt worden. In mehreren Videobotschaften hatte der 62-Jährige auf Geheiß seiner Kidnapper um seine Freilassung gebeten, zuletzt in dieser Woche. Nach Informationen von "Spiegel online" holten Dorfälteste aus dem Distrikt den Deutschen aus den Bergen ab. Es habe sich bei der Befreiung nicht um eine gewaltsame Aktion afghanischer oder deutscher Sicherheitskräfte gehandelt. Demnach konnten afghanische Vermittler die Geiselnehmer in langen Verhandlungen überzeugen, den Deutschen freizulassen. Ob Lösegeld gezahlt wurde, war zunächst unklar.

DPA, Reuters DPA Reuters

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