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+++ Ticker +++

Syrien: Türkei: Können 100.000 Menschen aus Aleppo rausbringen

Die Not der Flüchtlinge aus Ost-Aleppo ist immens. Sie schlafen in stillgelegten Fabrikhallen und provisorischen Unterkünften. Und es fehlt an allem. Die Entwicklung im Ticker.

Ein Mann und ein Kind zeigen am Fenster eines Busses, der Menschen aus Aleppo bringt, das V-Zeichen

Geschafft: Dieser Bus hat Aleppo verlassen und ist vorerst in Sicherheit. Die Türkei glaubt, rund 100.000 Menschen aus der zerstörten Stadt schaffen zu können.

Die Nachrichten aus und über Aleppo im Überblick.

+++ 19.33 Uhr: Türkei: 100.000 können aus Aleppo rausgebracht werden +++

Nach der Einnahme Ost-Aleppos durch syrische Regierungstruppen hält es die Türkei für möglich, bis zu 100.000 Menschen aus der Stadt zu bringen. Das sagte der türkische Vizeregierungschef Veysi Kaynak während einer Pressekonferenz in Cilvegozu an der syrischen Grenze. Sollten die Gegner des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad einen entsprechenden Wunsch vortragen, würde ein Auffanglager in Syrien eingerichtet, sagte Kaynak. Die 20 Busse, die Menschen vom nordsyrischen Aleppo in die Provinz Idlib brachten, seien an einem "sicheren Ort" unter Kontrolle der Rebellengruppe Freie Syrische Armee eingetroffen. Aus Kreisen der syrischen Armee hieß, im Buskonvoi aus Aleppo seien 951 Evakuierte, darunter 108 Verletzte. Zivilisten seien in der Überzahl, es gebe aber auch etwa 200 aufständische Kämpfer.

+++ 17.22 Uhr: Hunderte Menschen protestieren in Ankara gegen Iran und Russland +++

Hunderte Menschen haben in der türkischen Hauptstadt Ankara gegen die Beteiligung Russlands und des Iran am "Massaker in Aleppo" demonstriert. "Aleppo ist die Schande der Welt", riefen die rund 800 Demonstranten, die sich am Donnerstag zunächst vor der iranischen Botschaft versammelten, bevor sie weiter zur diplomatischen Vertretung Moskaus zogen. "Massaker in Aleppo - Theater in der UNO", hieß es auf Schildern der Menge, die Flaggen der syrischen Opposition schwenkte.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat die "Befreiung" Aleppos verkündet

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat die "Befreiung" Aleppos verkündet


+++ 16.34 Uhr: Syriens Präsident Assad verkündet "Befreiung" von Aleppo +++

 Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat die umkämpfte Stadt Aleppo für "befreit" erklärt. Mit der "Befreiung" von Aleppo und der Vertreibung der Rebellen aus der zweitgrößten Stadt des Landes würden die Syrer "Geschichte schreiben", sagte Assad in einem im Internet veröffentlichten Video. Zuvor hatten Assads Streitkräfte und ihre Verbündeten weitgehend die von den Rebellen gehaltenen Stadtviertel eingenommen. "Mit der Befreiung von Aleppo kann man sagen, dass die Situation sich geändert hat, nicht nur für Syrien, nicht nur für die Region, sondern für die ganze Welt", sagte Assad in dem offenbar mit einem Smartphone aufgenommenen Video. Mit dem Beginn der Evakuierung gebe es ein "Vorher" und ein "Nachher".

+++ 15.44 Uhr: Hilfsorganisationen: Zivilisten aus Aleppo droht Kältetod +++

Mehrere medizinische Hilfsorganisationen haben zu dringender Nothilfe für die Zivilisten aus der umkämpften syrischen Stadt Aleppo aufgerufen. Rund 70.000 Menschen würden im Zuge der Evakuierung aus der Stadt gebracht, teilten insgesamt 17 Organisationen am Donnerstag vor Journalisten in der türkischen Stadt Gaziantep mit. "Die Menschen verlassen Aleppo mit nichts", warnte Mohammed Katub von Syrian American Medical Society (SAMS). "Der Winter ist sehr kalt und wir rechnen damit, dass Menschen durch das kalte Wetter sterben."

+++ 15.06 Uhr: Bürgermeister von Aleppo appelliert an EU-Chefs +++

Aleppo blutet und die Welt schaut zu: Der Bürgermeister des zerstörten Ostteils der syrischen Stadt hat an die EU-Staats- und Regierungschefs appelliert, Beobachter in das Krisengebiet zu schicken. Mehr als 50 000 Zivilisten seien in Gefahr, es müsse sichergestellt werden, dass sie die Stadt verlassen könnten, sagte Kommunalpolitiker Brita Hagi Hasan am Donnerstag am Rande des Treffens der EU-Chefs in Brüssel. "Sie sind kurz davor massakriert zu werden". Er verlange nicht, dass Länder in den Krieg zögen, er wolle nur den Schutz der Zivilisten, sagte Hasan weiter.

+++ 13.46 Uhr: Erste Verwundete verlassen Rebellengebiete +++

Die ersten Verwundeten sind aus den verbliebenen Rebellengebieten Aleppos gebracht worden. Livebilder des pro-syrischen TV-Senders Al-Mayadeen zeigten eine Kolonne mit Bussen, die die Gebiete in Ost-Aleppo verließen. Ein AFP-Korrespondent berichtet, mehr als ein Dutzend Busse und Krankenwagen mit Verletzten und Zivilisten an Bord hätten den Bezirk Al Amirijah verlassen und seien in das von der Regierung gehaltene Viertel Ramussa gefahren. Von da aus sollten die Bewohner in den Westen der Provinz Aleppo gebracht werden.

+++ 13.16 Uhr: UN überwachen Evakuierungsmission +++

Die Vereinten Nationen haben nach eigenen Angaben begonnen, die Evakuierungsmission in Ost-Aleppo zu überwachen. "Wir hoffen, dass wir heute den Start des letzten und nun erfolgreichen Evakuierungsversuchs sehen", sagte UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland in Genf. Gleichzeitig betonte Egeland, dass die UN den Bewohnern keinen humanitären Schutz bieten können, da die Mitarbeiter sich in dem syrischen Krisengebiet nicht frei bewegen könnten.

Die Vereinten Nationen seien jedenfalls bereit, die flüchtenden Zivilisten in die Türkei oder in die südwestlich von Aleppo gelegene Provinz Idlib zu begleiten, erklärte Egeland. Diese Region steht größtenteils unter Kontrolle der Opposition. "Die Geschichte Aleppos in diesem Krieg wird ein schwarzes Kapitel in der Geschichte der internationalen Beziehungen sein", so Egeland.

+++ 12.31 Uhr: EU will wegen Syrien mit Iran sprechen +++

Die Europäische Union will über den Iran Einfluss auf die syrische Regierung nehmen, um den Zivilisten im Kriegsgebiet zu helfen. "Wir werden jetzt unsere Hebelkraft mit dem Iran nutzen", sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini vor dem EU-Gipfel in Brüssel. "Unsere Priorität ist, die Lage für die Menschen vor Ort zu verbessern."

Der Iran unterstützt das Assad-Regime. Mogherini sagte, man werde mit den Regionalmächten auch daran arbeiten, einen politischen Übergang in Syrien einzuleiten. Mit der Schlacht um Aleppo werde der Krieg in Syrien nicht zu Ende sein. Am Ende würden enorme Mittel für den Wiederaufbau des Landes benötigt. "Das ist nur mit einem ernsthaften politischen Übergang möglich", sagte die EU-Chefdiplomatin.

+++ 12.05 Uhr: 15.000 Menschen sollen Aleppo heute verlassen +++

Im Laufe des Tages sollen rund 15.000 Menschen aus den Rebellengebieten abtransportiert werden. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf syrische Militärkreise. Neben 5000 Kämpfern soll es sich demnach um deren Angehörige und um Zivilisten handeln, die sich noch in den eingeschlossenen Gebieten aufhalten. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz rechnet damit, zwischen 200 und 250 Verwundete aus Aleppo zu transportieren. Der dafür eingerichtete Korridor sei 21 Kilometer lang, hieß es laut der Agentur Interfax aus dem russischen Generalstab.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet, dass Aufständische vor dem Start der Evakuierungsmission damit begonnen hätten, ihre Hauptquartiere, Fahrzeuge und Waffen zu zerstören. Fernsehbilder zeigten vereinzelt Rauchsäulen über den Rebellengebieten.

+++ 11.50 Uhr: May fordert verurteilung Syriens und Russlands +++

Die britische Premierministerin Theresa May hat die EU aufgefordert, Syrien und Russland wegen der Kämpfe um Aleppo scharf zu verurteilen. Präsident Baschar al-Assad und seine Unterstützer in Russland und im Iran trügen Verantwortung für die Tragödie in der zerstörten Stadt, sagte May vor dem EU-Gipfel in Brüssel. "Wir müssen sicherstellen, dass jene, die für diese Gräueltaten verantwortlich sind, zur Verantwortung gezogen werden", sagte May. "Wir müssen außerdem alles tun, um sicherzustellen, dass der Waffenstillstand hält, so dass die UN helfen können, die unschuldigen Menschen von Aleppo zu retten."

Im Entwurf der Schlusserklärung zum EU-Gipfel ist eine Verurteilung Syriens und Russlands bereits vorgesehen. Eine Drohung mit neuen Sanktionen gegen Russland ist aber nicht absehbar.

+++ 11.29 Uhr: Krankenwagen und Busse fahren in Rebellengebiete +++

Krankenwagen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und des Syrischen Arabischen Roten Halbmondes sind in die von den Rebellen kontrollierten Stadtviertel im Osten Aleppos aufgebrochen. Eine IKRK-Sprecherin bestätigte, dass die Rettungswagen losgefahren seien. Zudem seien 20 Busse aus den vom Regime kontrollierten Gebieten aufgebrochen, um die ersten Menschen aus Rebellengebieten herauszuholen, hieß es aus syrischen Militärkreisen.

"Als erstes werden die Verwundeten, die Kranken und dann die Aktivisten und Journalisten abtransportiert", erklärte Fares al-Schehabi, ein Abgeordneter des syrischen Parlaments. Anschließend würden die "Terroristen" folgen. Mit diesem Begriff bezeichnet das Assad-Regime alle Aufständischen. Der Politiker sagte weiter, die Aufständischen würden in die südwestlich von Aleppo gelegene Provinz Idlib gebracht. Diese Region steht größtenteils unter Kontrolle der Opposition.

+++ 11.16 Uhr: Bürgermeister von Ost-Aleppo appelliert an EU +++

Vor dem EU-Gipfel will der Bürgermeister von Ost-Aleppo heute EU-Ratspräsident Donald Tusk von der verzweifelten Lage in der zerstörten Stadt berichten. Tusk empfängt den syrischen Kommunalpolitiker Brita Hagi Hasan gegen Mittag, wie der Rat in Brüssel bestätigte. Zuvor will Hasan auch mit Journalisten sprechen.

Der EU-Gipfel in Brüssel will die Kämpfe in Syrien und die Rolle Russlands dabei scharf verurteilen, wie aus dem Entwurf der Abschlusserklärung hervorgeht.

+++ 11.05 Uhr: Evakuierung wird offenbar fortgesetzt +++

Nach einer Unterbrechung wegen des Beschusses eines Konvois mit Verletzten läuft die Evakuierung von Bewohnern offenbar wieder an. Neue Krankenwagen seien in den belagerten Teil Aleppos gefahren, schreiben einige Twitterer. Auch ein Konvoi mit Verwundeten habe sich wieder in Richtung des von Assads Truppen kontrollierten Gebietes in Bewegung gesetzt.

+++ 10.16 Uhr: Vorbereitung für Abzug laut syrischer Nachrichtenagentur abgeschlossen +++

Die syrische Regierungsseite hat erstmals offizielle Bestätigt, dass die Vorbereitungen für die Evakuierung Ost-Aleppos zwischen syrischer Führung und Rebellen voranschreiten. Die Vorbereitungen seien abgeschlossen, berichtete die staatlichen Nachrichtenagentur Sana. "Terroristen und ihre Familien" sollen demnach aus dem Süden der verbliebenen Rebellengebiete in Ost-Aleppo ins Umland der früheren Metropole gebracht werden. Das Gebiet steht unter Kontrolle der Opposition. Insgesamt sollten heute rund 5000 Kämpfer und 10.000 Zivilisten mit Bussen aus der Stadt gebracht werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Militärkreisen.

+++ 9.25 Uhr: Schüsse auf Konvoi - Evakuierung unterbrochen +++

Der Transport der ersten Verletzten aus den verbliebenen Rebellengebieten ist nach einem Angriff auf einen Konvoi gestoppt worden. Die Krankenwagen seien aus dem Hinterhalt beschossen worden, als Begleiter des Konvois Barrikaden beiseite geräumt hätten, um die Straße freizumachen, heißt es in zahlreichen Twitter-Meldungen. Die Angaben über die Opfer sind uneinheitlich. Die Nachrichtenagentur DPA berichtet unter Berufung auf Aktivisten von mindestens drei Verletzten. Der als Weißhelme bekannte Syrische Zivilschutz meldet fünf verletzte. Darunter zwei ihrer Mitarbeiter. Andere Quellen melden vier Verletzte und sogar einen Toten. Aktivisten machen shiitische Milizen und syrische Regierungstruppen für den Angriff verantwortlich. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

+++ 8.33 Uhr: Erste Zivilisten verlassen offenbar Aleppo +++

Journalisten und Aktivisten in Aleppo melden die ersten Evakuierungen von Zivilisten aus dem Ostteil der Stadt."Evakuierung offiziell gestartet", twitterte der Journalist Rami Zien. Priorität habe der Transport von Schwerverletzten. "Es sieht vielversprechend aus für die ersten Stunden." 

+++ 7.45 Uhr: Verzweifelter Hilferuf der SOS-Kinderdörfer +++

Die SOS-Kinderdörfer warnen vor einer Winterkatastrophe in Aleppo: Die humanitäre Lage sei katastrophal, die medizinische Versorgung weitgehend zusammengebrochen, es gebe kaum Lebensmittel und Trinkwasser, teilt die Kinderhilfsorganisation mit. Vor allem die vielen Kinder, die ihre Eltern verloren haben, hätten es sehr schwer in dem Chaos und bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt allein zu überleben.

Die SOS-Nothilfeteams im Westteil der Stadt versuchten so vielen Familien und Kindern wie möglich zu helfen, erklärt die Direktorin der SOS-Kinderdörfer im Nahen Osten, Alia Al-Dalli. "Wir versorgen sie mit Nahrung, Wasser, Babybrei und Medikamenten, aber egal, wie viel wir auch verteilen, es reicht nicht, um alle Notleidenden zu erreichen." Jeden Tag kämen mehr Flüchtlinge aus dem Ostteil der Stadt. "Diese Menschen sind ausgehungert und erschöpft, sie brauchen jetzt Hilfe, aber die Versorgungslage wird immer schlechter."

Der Winter stehe vor der Tür, das werde die Not noch einmal dramatisch verschlimmern, warnt Al-Dalli. Deshalb habe in den kommenden Wochen die Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit allerhöchste Priorität.

+++ 7.35 Uhr: Offenbar Einigung über Abzug von Rebellen und Zivilisten +++

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP hat ein offizieller Vertreter der syrischen Armee bestätigt, das alles bereit sei, damit Rebellen und Zivilisten "jeden Moment" damit beginnen könnten, Aleppo zu verlassen.

+++ 07.31 Uhr: Militärvertreter meldet Einigung über Abzug von Rebellen aus Aleppo +++

Nach Angaben eines ranghohen Militärvertreters ist eine Einigung über den Abzug von Rebellenkämpfern aus Aleppo erzielt worden. Der Vertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Vorbereitungen dafür liefen bereits. Er machte keine Angaben zu Zivilisten, die den Aufständischen zufolge ebenfalls ab dem Morgen die Stadt verlassen sollten.

Auf Twitter werden Bilder verbreitet, die Zivilisten zeigen sollen, die sich versammelt haben um auf ihre Evakuierung zu warten.

+++ 06.41 Uhr: Bewohner von Aleppo hoffen auf Evakuierung +++

Das Nervenspiel um den Abzug von Kämpfern und Zivilisten aus Ost-Aleppo geht weiter. Einwohner warten auf den Beginn der erhofften Evakuierung. Aktivisten berichteten zugleich, die Kämpfe hätten abgenommen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete jedoch, es habe in der Nacht Gefechte zwischen Regime und Rebellen gegeben.

Mehrere Rebellenmilizen hatten gestern Abend über eine neue Waffenruhe berichtet, die im Laufe der Nacht in Kraft treten sollte. Die ersten Verletzten und Zivilisten sollten die von der Opposition gehaltenen Viertel demnach in den Morgenstunden verlassen. Die syrische Regierung bestätigte das allerdings nicht.

Die mit dem Regime verbündete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah warnte, bei den Gesprächen über die Evakuierung gebe es "schwere Komplikationen". Auch die Menschenrechtsbeobachter erklärten, bislang habe es kein neues Abkommen gegeben. Beide Seiten hätten sich nicht auf den Abzug von Zivilisten aus den von Rebellen belagerten Orten Fua und Kafraja im Nordwesten Syriens einigen können. Diesen soll der mit Syrien verbündete schiitische Iran im Gegenzug für die Evakuierung Ost-Aleppos gefordert haben. Fua und Kafraja werden vor allem von Schiiten bewohnt.

+++ 5.55 Uhr: Eisige Kälte macht Bewohnern zu schaffen +++

Die Menschen in Ost-Aleppo mussten in der Nacht bei eisigen Temperaturen in den Trümmern der Stadt ausharren. "Unter -3 jetzt in Ost-Aleppo am Morgen", schreibt ein Aktivst auf Twitter. "Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie die Familien zittern vor Kälte, selbst, wenn wir uns mit Decken zudecken."

+++ 01.05 Uhr: DRK beklagt deutlichen Rückgang der Spenden für Syrien +++ 

Trotz der Notlage Zehntausender Menschen in Aleppo lässt die Spendenbereitschaft der Deutschen für Syrien deutlich nach. Während das Deutsche Rote Kreuz im vergangenen Jahr 1,13 Millionen Euro an Spenden für Syrien registrierte, erwartet die Hilfsorganisation für 2016 etwa die Hälfte, wie die Funke-Mediengruppe berichtet. Im sechsten Jahr des Krieges gebe es in der Öffentlichkeit möglicherweise einen gewissen Gewöhnungseffekt, was die Lage in Syrien anbelange, sagte ein DRK-Sprecher.

DRK-Präsident Rudolf Seiters sagte den Funke-Zeitungen, dass die Helfer der Organisation in Aleppo "buchstäblich Überlebenshilfe" leisteten. "Der Bedarf ist immens, aber das Andauern der Kämpfe und der Mangel an Sicherheit erschweren die humanitäre Hilfe sowie auch notwendige Reparaturarbeiten etwa an Infrastruktur und Wasserleitungen gravierend." Den Menschen fehle es an allem, "Nahrung und Medikamente werden dringend benötigt", sagte Seiters.

+++ 22.50 Uhr: Rebellen kündigen neue Waffenruhe an +++

In Aleppo soll in den nächsten Stunden Rebellen zufolge eine neuen Waffenruhe in Kraft treten. Am Donnerstagmorgen sollten die ersten Verletzten und Zivilisten aus den Rebellengebieten Aleppos gebracht werden, erklärte der Sprecher der radikal-islamischen Miliz Ahrar al-Scham, Ahmed Kara Ali. Ein Sprecher der Rebellengruppe Nur al-Din al-Sinki bestätigte die Meldung.

Aktivsten berichteten zugleich von neuen Luftangriffen. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am MIttwoch heftigen Beschuss der verbliebenen Rebellengebiete Aleppos. Aus regierungsnahen Kreisen hieß es, die Armee und verbündete Milizen hätten den bislang heftigsten Angriff auf die oppositionellen Milizen begonnen. Aktivisten und Bewohner in den verbliebenen Rebellengebieten sendeten erneut Hilferufe in sozialen Netzwerken.

mad/fin / DPA / AFP