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EU-Parlament: Als die Europa-Hymne ertönt, drehen sich die Brexit-Anhänger um

Als die EU-Hymne in der eröffnenden Sitzung des EU-Parlaments ertönt, kehren die Mitglieder von Nigel Farages Brexit-Partei den Musikern demonstrativ den Rücken zu. Andere Abgeordnete zeigen hingegen, was sie vom Brexit halten.

Nigel farage im EU-Parlament

Begleitet von Provokationen EU-feindlicher Abgeordneter ist am Dienstag in Straßburg das neu gewählte Europaparlament zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Der amtierende Parlamentspräsident Antonio Tajani begrüßte die neu gewählten Parlamentarier, von denen einige gelbe T-Shirts mit der Aufschrift "Stopp Brexit" trugen.     

Die Abgeordneten erhoben sich, als ein Quartett im Straßburger Plenarsaal die Europahymne "Ode an die Freude" aus Beethovens 9. Symphonie spielte. Einige EU-feindliche Parlamentarier, darunter die 29 Vertreter der britischen Brexit-Party von Nigel Farage, kehrten den Musikern demonstrativ den Rücken.     

751 Abgeordnete aus 28 Staaten

Nach der kurzen Zeremonie zogen sich die Fraktionen zu Beratungen zurück. Sie wollen bis zum Abend ihre Position im Streit um die Besetzung mehrerer Top-Posten festlegen. Dabei geht es auch um die am Mittwoch geplante Wahl eines neuen Parlamentspräsidenten.     

Dem Parlament gehören 751 Abgeordnete aus den 28 EU-Staaten an, unter ihnen 73 Briten. "Eigentlich sollten wir gar nicht hier sein", sagte Farage. Schuld an der Situation sei "die politische Klasse in Großbritannien". Sie habe ihr "Volk im Stich gelassen".   

Katalanen demonstrieren vor Parlament  

Die Briten mussten an der Europawahl teilnehmen, weil ihr ursprünglich für Ende März geplanter EU-Austritt verschoben wurde. Premierministerin Theresa May war es in mehreren Anläufen nicht gelungen, im britischen Unterhaus eine Zustimmung für den mit der EU ausgehandelten Austrittsvertrag zu bekommen. Neues Zieldatum für den Brexit ist nun der 31. Oktober. Falls diese Frist eingehalten wird, müssen die Briten das Parlament wieder verlassen. Dann soll die Zahl der Abgeordneten auf 705 reduziert werden. Deutschland stellt 96 Volksvertreter - mehr als jedes andere Land.     

Vor dem Parlament versammelten sich am Dienstagmorgen rund 10.000 Demonstranten, die in der Nacht aus Katalonien angereist waren. Mit den rot-gelben Flaggen der katalanischen Separatisten protestierten sie gegen die Entscheidung der Regierung in Madrid, drei gewählte katalanische Unabhängigkeitsbefürworter nicht auf die offizielle Liste der spanischen Europaabgeordneten zu setzen. Damit können der ehemalige Regionalpräsident Carles Puigdemont und zwei seiner Mitstreiter ihr Mandat nicht antreten. 

tis / AFP