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Andrew Cuomo Die dritte Frau – noch mehr Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen einstigen Corona-Helden

Joe und Jill Biden gedenken am Weißen Haus der 500.000 Corona-Toten in den USA
Sehen Sie im Video: Joe und Jill Biden gedenken der 500.000 Corona-Toten in den USA.




In den USA sind mittlerweile mehr als eine halbe Million Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Gleichzeitig wurden mehr als 28 Millionen Infektionen bestätigt. In beiden Fällen liegen die USA deutlich vor jedem anderen Land der Welt. Der medizinische Chefberater von Präsident Joe Biden, Anthony Fauci, sagte in einem Interview, die USA hätten sich schlechter als fast jedes andere Land geschlagen. Präsident Biden gedachte der Opfer bei einer Veranstaltung im Weißen Haus: "Ich bitte heute alle Amerikaner, zu gedenken. Derer zu gedenken, die wir verloren haben, die zurückgeblieben sind. Aber während wir uns erinnern, bitte ich uns auch zu handeln, wachsam zu bleiben. Abstand halten, Maske tragen, sich impfen zu lassen, wenn man an der Reihe ist. Wir müssen die Politik der Fehlinformation beenden, die Familien und andere Gemeinschaften im Land spaltet und schon zu viele Menschenleben gekostet hat. Es sind nicht Demokraten und Republikaner, die an dem Virus sterben. Es sind unsere Mitbürger, unsere Nachbarn, unsere Freunde, unsere Mütter und Väter, unsere Söhne und Töchter, Ehemänner, Ehefrauen. Wir müssen das gemeinsam als ein Volk bekämpfen, als die Vereinigten Staaten von Amerika." Etwa ein Fünftel aller Corona-Todesfälle weltweit wurde in den USA verzeichnet - obwohl in dem Land nur vier Prozent der Weltbevölkerung leben. Ein Grund für die hohen Zahlen sehen Kritiker im Umgang mit der Pandemie, die Bidens Vorgänger Donald Trump lange herunter geredet hatte. Biden hatte nach seinem Wahlsieg umgehend erklärt, die Bekämpfung der Pandemie und der damit verbundenen wirtschaftlichen Verwerfungen hätten oberste Priorität.
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Bis vor kurzem glänzte sein Stern noch am New Yorker Himmel, doch die große Zeit des Gouverneurs Andrew Cuomo scheint abgelaufen zu sein. Nach Ermittlungen wegen Toten in Pflegeheimen kommen nun täglich neue Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe hinzu.

In Florida dürfte sich auf seinem Golfplatz gerade ein älterer Mann nicht mehr einkriegen können vor Lachen. Denn im fernen New York State, genauer am Sitz des Gouverneurs, findet die öffentliche Demontage seines Erzfeindes statt. Und Donald Trump, der mutmaßlich gutgelaunte Senior, muss nicht einmal irgendetwas dafür tun.

Nach Bekanntwerden des "Pflegeheim-Skandals" mehren sich gegen Andrew Cuomo, um den es hier geht, nun auch noch Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens. Drei Frauen beschuldigen den New Yorker Gouverneur, sie unangemessen berührt zu haben. Am Montag meldet sich via "New York Times" (NYT) eine 33-Jährige, die sagte, Cuomo habe ihr bei einer Hochzeitfeier im September 2019 seine Hand auf ihren nackten, unteren Rücken gelegt und gefragt, ob er sie küssen dürfe. "Ich war so verwirrt, geschockt und beschämt", so die Frau in der "NYT". "Ich habe meinen Kopf weggedreht und war in dem Moment sprachlos." Cuomos Hand habe sie weggestoßen.

Am unteren Rücken, Armen und Beinen berührt

Nur wenige Stunden vor der Veröffentlichung des Berichts hatte der Regierungschef einer Untersuchung von Vorwürfen zugestimmt, die zwei seiner früheren Mitarbeiterinnen gegen ihn erheben. Die 36-jährige Lindsey Boylan beschuldigt ihn, sie gegen ihren Willen auf den Mund geküsst, sie am "unteren Rücken, den Armen und Beinen" berührt sowie zu einer Partie "Strip-Poker" aufgefordert zu haben. Die 25-jährige Charlotte Bennett berichtete, Cuomo habe sie gefragt, wie sie die Frage eines Altersunterschiedes sehe. "Ich habe verstanden, dass der Gouverneur mit mir schlafen wollte und habe mich furchtbar unwohl und verängstigt gefühlt", so Bennett ebenfalls in der "New York Times".

Cuomo hatte daraufhin eine Erklärung abgegeben, in der er die Belästigungsvorwürfe der beiden Ex-Mitarbeiterinnen als unglückliches Missverständnis beschrieb. Es tue ihm "wirklich leid", wenn seine Äußerungen als "unerwünschter Flirt missverstanden" worden seien, so der Demokrat.

Bis vor kurzem wurde Andrew Cuomo noch als Held gefeiert. Sein Kampf gegen die Corona-Pandemie hatte ihn weltweit bekannt gemacht als entschlossener, besonnener und zugleich einfühlsamer Krisenmanager, gewissermaßen als Gegenpol zum damaligen US-Präsidenten Donald Trump. Letzterer war ihn mehrfach öffentlich angegangen und hatte ihn einen "ausgewiesenen Feind" genannt. Der Kult um ihn nahm teils bizarre Auswüchse an. Wahre Lobeshymnen wurden auf Cuomo geschrieben, als "Amerikas Gouverneur" wurde er gefeiert, als "cuomosexual" outeten sich Fans.

Selbstgefälliges Covid-19-Buch  

Doch Cuomos Stern begann zu sinken, als er ein selbstgefälliges Buch über "Lehren aus der Covid-19-Pandemie" veröffentlicht hatte. Vor kurzem wurden dann eklatante Fehler beim Schutz von Alten- und Pflegeheimen vor dem Virus bekannt. Inzwischen wird Cuomo und seiner Regierung vorgeworfen, die wahre Zahl der am Virus verstorbenen Altenheimbewohner, mehr als 15.000, verschleiert zu haben. Die Justiz hat bereits Ermittlungen eingeleitet.

Die Vorwürfe haben auch Parteifreunde des Gouverneurs aufgeschreckt, Rücktrittsforderungen wurden laut. Der für gewöhnlich so angriffslustige Cuomo ist auf jeden Fall in der Defensive. Wenig ist von dem Glanz übriggeblieben, den der Politiker mit italienischen Wurzeln vor rund einem Jahr ausstrahlte. Cuomo ist so angeschlagen, dass der Gouverneur wieder als Krisenmanager gefragt ist – in eigener Sache.

nik mit DPA/AFP

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