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Angeblicher Raketenabwurf: UN mangelt es an Fakten

Der ominöse Raketenabwurfe über Georgien wird den Sicherheitsrat nicht beschäftigen. Man wisse zu wenig über den Zwischenfall, sagte ein Vertreter des höchsten UN-Gremiums. Georgien beschuldigt Russland, dass Geschoss abgeworfen zu haben.

Der UN-Sicherheitsrat wird sich vorerst nicht in einer Sondersitzung mit dem angeblichen Raketenabwurf Russlands über Georgien befassen. Es lägen derzeit zu wenig Fakten auf dem Tisch, um sich ein angemessenes Urteil erlauben zu können, sagte der Vorsitzende des höchsten UN-Gremiums, der Kongolese Pascal Gayama, über die Entscheidung. Der Sicherheitsrat wolle deshalb zunächst die Ergebnisse einiger Untersuchungen abwarten - vor allem jene der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Auch Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin sprach sich für eine sorgfältige Untersuchung aus, bevor sich der Sicherheitsrat mit dem Vorfall befasse.

Bei dem Streit geht es um eine Rakete, die jüngst rund 65 Kilometer westlich der georgischen Hauptstadt Tiflis auf einem Acker niederging, ohne jedoch zu explodieren. Georgien macht Russland dafür verantwortlich. Die alten Spannungen zwischen den beiden Staaten erhielten durch den Vorfall neue Nahrung. Die Hintergründe sind nach wie vor unklar.

In georgischen Ermittlungskreisen hieß es zuletzt, ein russischer Pilot habe die Rakete offenbar abgeworfen, aber nicht abgefeuert. In einem vorläufigen Bericht internationaler Beobachter, der Reuters vorlag, war lediglich davon die Rede, dass das Flugzeug aus russischer Richtung gekommen sein muss. Die Beobachter kamen aber nicht eindeutig zu dem Schluss, dass es tatsächlich eine russische Maschine war, die die Rakete abwarf. Weder das Flugzeug noch der Sprengsatz hätten eindeutig identifiziert werden können, hieß es.

Reuters / Reuters
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