Georgien "Moskau bedroht den Weltfrieden"


Nach dem Raketeneinschlag im georgischen Südossetien weisen sich Moskau und Tiflis gegenseitig die Schuld zu. Die Herkunft des Geschosses ist unklar, Georgien will nun den Sicherheitsrat einschalten. Die EU mahnte beide Streitparteien zur Zurückhaltung.

Die neue Krise zwischen Russland und Georgien schwelt weiter: Beide Nachbarstaaten gaben sich gegenseitig vehement die Schuld an dem Raketen-Einschlag in der Nähe von Südossetien. Georgien forderte den UN-Sicherheitsrat auf, in einer Sondersitzung über die "Verletzung des Luftraums und die Bombardierung des Territoriums des Landes" zu beraten. Der georgische UN-Botschafter Irakli Chikovani beschuldigte Moskau gar, mit dem Abschuss der Rakete den Weltfrieden zu bedrohen. Die Europäische Union mahnte Moskau und Tiflis zur "Zurückhaltung".

Umstritten ist die Herkunft einer Rakete, die am Montag nahe der abtrünnigen Region Südossetien einschlug, ohne Schaden anzurichten. Nach Darstellung des georgischen Außenministeriums war die Anti- Radar-Rakete AS-11 (Nato-Code: "Kilter") auf georgischem Gebiet eingeschlagen. "Die Rakete wurde von einem Kampfflugzeug Suchoi SU-24 aus russischer Produktion abgefeuert, das aus Russland in den Luftraum Georgiens eingedrungen war", erklärte das Außenministerium in Tiflis.

Georgien durchkreuze die positive Entwicklung beider Länder

Das russische Außenministerium warf Georgien nach Angaben der Agentur Interfax vor, die positive Entwicklung in den Beziehungen beider Länder zu durchkreuzen. Der Sondergesandte Juri Popow forderte eine rasche Klärung, woher das Flugzeug kam, das die Rakete abgefeuert hatte. Nach Angaben des georgischen Außenministers Gela Beschuaschwili lagen am Mittwoch erste Resultate der Untersuchung des Vorfalls durch die russisch-geführten Friedenstruppen und die OSZE- Mission vor. Diese hätten die bisherige georgische Version untermauert.

Das georgische Fernsehen zeigte am Mittwochabend Aufnahmen der nationalen Radarüberwachung, in denen der Flug der beiden unbekannten Flugzeuge festgehalten wird. Auf diesen digitalisierten Bildern des Radarschirms sind zwei Punkte zu sehen, die demnach aus Russland in den georgischen Luftraum eindringen. "Als die Maschinen dann vom Radar der Luftverteidigung ins Visier genommen wurden, drehten sie wieder in Richtung Russland ab", sagte Militärsprecher Surab Potschucha.

DPA DPA

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