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Atomgespräche: Chamenei erteilt den USA eine Absage

Rückschritt im Atomstreit: Irans Oberhaupt Chamenei hat kein Interesse an Verhandlungen mit den USA. Kurz zuvor hatte die Regierung sich noch gesprächsbereit gezeigt.

Das politische und geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, hat direkte Atomverhandlungen mit den USA abgelehnt. "Ihr wollt mit uns verhandeln, während Ihr mit einer Waffe auf den Iran zielt", sagte Chamenei am Donnerstag in einer Rede vor Vertretern der iranischen Luftwaffe, wie es auf seiner offiziellen Webseite hieß. Das iranische Volk lasse sich von dieser "Verhaltensweise" aber "nicht einschüchtern". Damit wies Chamenei am Donnerstag einen Vorschlag von US-Vize-Präsident Joe Biden zurück. "Einigen naiven Menschen gefällt die Idee, mit Amerika zu verhandeln", sagte Chamenei weiter. "Verhandlungen können die Probleme aber nicht lösen."

Biden hatte am Wochenende auf der Sicherheitskonferenz in München bekräftigt, die USA seien zu einem bilateralen Treffen mit der iranischen Führung bereit. Voraussetzung sei allerdings, dass es dem Land ernst sei. Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi zeigte sich daraufhin offen für das Gesprächsangebot. "Wir nehmen diese Aussagen positiv zur Kenntnis", sagte er. Sie seien ein Schritt in die richtige Richtung. Am Mittwoch verhängte Washington allerdings neue Sanktionen gegen den Iran. Die diplomatischen Beziehungen zu den USA sind seit der islamischen Revolution im Iran 1979 unterbrochen. Seitdem gab es nur wenige Kontakte zwischen offiziellen Vertretern beider Länder.

Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Die Islamische Republik bestreitet das und pocht auf sein Recht auf die Nutzung der Atomenergie. Nach ihren Angaben dient das Atomprogramm rein zivilen Zwecken. Die internationale Gemeinschaft versucht, den Iran mit Sanktionen gegen seine Wirtschaft zum Einlenken zu bewegen. Als letzte Option haben die USA und Israel aber auch einen Militärangriff auf iranische Atomanlagen nicht ausgeschlossen. Die Gespräche Irans mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland über das umstrittene Programm sollen am 26. Februar in Kasachstan wieder aufgenommen werden.

nw/Reuters/AFP / Reuters