Atomprogramm Iran stoppt Uran-Anreicherung


Der Iran hat am Dienstag nach Gesprächen mit EU-Außenministern eingewilligt, die umstrittene Anreicherung von Uran vorübergehend zu stoppen und strengere Kontrollen seines Atomprogramms zuzulassen.

Zugleich sei das Land bereit, das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen und damit einer zentralen Forderung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA nachzukommen, hieß es in einer Reuters in Teheran vorliegenden offiziellen Erklärung. Die IAEA hat dem Land bis Ende des Monats eine Frist gesetzt, um nachzuweisen, dass es nicht über ein Atomwaffenprogramm verfügt. Derzeit bemühen sich die Außenminister Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands, Jack Straw, Dominique de Villepin und Joschka Fischer in Teheran um eine Vermittlung in dem Konflikt.

Anreicherung und Aufbereitung von Uran wird beendet

"Nachdem die notwendigen Erklärungen vorgelegt wurden, hat die iranische Regierung entschieden, dass Zusatzprotokoll der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zu unterzeichnen und mit dem Ratifizierungsprocedere zu beginnen", hieß es in der Erklärung weiter. "Obwohl der Iran im Rahmen des Atomwaffensperrvertrages das Recht hat, Nuklear-Energie für die zivile Nutzung zu entwickeln, hat er freiwillig entschieden, alle Aktivitäten zur Anreicherung und Aufbereitung von Uran zu stoppen." Hoch angereichertes Uran kann auch zur Herstellung von Atomwaffen verwendet werden.

Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Hassan Rohani, stellte klar, die Aussetzung der Uran-Anreicherung sei zunächst vorübergehend. "Damit zeigt der Iran seinen guten Willen und will neues Vertrauen zwischen Iran und anderen Ländern schaffen", sagte Rohani zu Journalisten. Insbesondere die USA haben dem Land vorgeworfen, Atomwaffen bauen zu wollen. Der Iran hat dagegen stets beteuert, die Nukleartechnologie nur zur Elektrizitätserzeugung nutzen zu wollen.


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