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Terror in Frankreich Darum wurde in Nizza gefeiert - in Toulon und St. Tropez aber nicht

Terror in Frankreich: Darum wurde in Nizza gefeiert - in Toulon und St. Tropez aber nicht
© Kuno Kruse/Stern
Warum wurde in Nizza der Nationalfeiertag am 14 Juli mit einem großen Feuerwerk begangen, die Partys in vielen anderen Orten der Côte d'Azur jedoch abgesagt? Der Grund dafür war keineswegs, wie man vermuten könnte, die mögliche Terrorgefahr.

Der Nationalfeiertag in Frankreich wird vielerorts traditionell mit einem Feuerwerk zelebriert: Jahr für Jahr treffen sich Tausende Menschen in den Städten, feiern ausgelassen und erinnern so an den Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789, dem Höhepunkt der Französischen Revolution. Die Feierlichkeiten zum 14. Juli nahmen gestern Abend in Nizza jedoch ein tragisches Ende: Nach dem Feuerwerk raste ein Mann mit einem LKW in die Menge, tötete mindestens 80 Menschen und verletzte 18 schwer. Staatspräsident François Hollande spricht von einem "terroristischen Charakter" der Tat. Der für Frankreich geltende Ausnahmezustand, der offiziell am 26. Juli hätte enden sollen, soll um weitere drei Monate verlängert werden.

Starke Winde im "Département Var"

Vielerorts hatten die Feierlichkeiten jedoch überhaupt nicht stattgefunden, waren verschoben oder abgesagt worden – beispielsweise in Marseille. Aufgrund starker Winde war das Feuerwerk dort zunächst vom 14. Juli auf den 15. Juli verschoben worden. Auch zahlreiche andere Kommunen im "Département Var" hatten das Feuerwerk aufgrund des schlechten Wetters verlegt. So konnten etwa die Feierlichkeiten in Saint Tropez, Toulon und Signes nicht wie geplant stattfinden, berichtet die Zeitung "Var-matin". Nizza liegt knapp 80 Kilometer von dem betroffenen Département entfernt.

Feiern zum 14. Juli in der Türkei abgesagt

Ebenfalls abgesagt wurden die Feierlichkeiten zum 14. Juli in der Türkei – dort allerdings aus Sicherheitsgründen. Die dort heimischen Franzosen konnten nicht wie geplant in Istanbul, Izmir und Ankara feiern. Muriel Domenach, die im französischen Generalkonsulat in Istanbul arbeitet, verbreitete die Absage bereits am 13. Juli über Twitter: "Aus Sicherheitsgründen wurden die Feierlichkeiten zum 14. Juli in Istanbul abgesagt, ebenso in Izmir und Ankara. Wir stehen weiterhin mit den türkischen Behörden in Kontakt."

Zuletzt war die Sicherheitslage in der Türkei sehr angespannt: Bei einem Anschlag auf den Flughafen Istanbul starben Ende Juni 36 Menschen, 147 wurden verletzt. Wenige Wochen zuvor hatte es in der türkischen Metropole einen Anschlag auf einen Polizeibus gegeben – elf Menschen starben, mindestens 36 wurden verletzt.

ikr

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