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Aufruhr in Thailand: Premier schließt Rücktritt aus

Die Lage am internationalen Flughafen in Bangkok verschärft sich: Die thailändischen Regierungsgegner haben ihre Blockade gefestigt. Hunderte Flüge wurden abgesagt, tausende Urlauber sitzen fest. Thailands Premier ist derweil wieder im Lande - und schloss im Fernsehen einen Rücktritt kategorisch aus.

Chaos am besetzten Flughafen von Bangkok, tausende gestrandete Touristen: Die politische Krise in Thailand hat sich am Mittwoch weiter zugespitzt. Ungeachtet des wachsenden politischen Drucks schloss der thailändische Ministerpräsident Somchai Wongsawat vorgezogene Neuwahlen aus. "Diese Regierung ist aus einer rechtmäßigen Wahl hervorgegangen", betonte er am Mittwochabend (Ortszeit) in einer Fernsehansprache.

Der Ministerpräsident musste nach einem APEC- Gipfel in Peru etwa 600 Kilometer nördlich von Bangkok in Chiang Mai landen, weil sich der Flughafen von Bangkok weiter in der Hand der Demonstranten befand. Am Donnerstag soll das Kabinett in Chiang Mai zu einem Krisentreffen zusammenkommen.

Das Auswärtige Amt riet Bundesbürgern, den internationalen Flughafen von Bangkok zu meiden. Ob dort Deutsche festsaßen, war zunächst unbekannt. Die deutschen Fernreisespezialisten Meier's Weltreisen und Dertours strichen ihre Flüge über oder nach Bangkok für Mittwoch und Donnerstag. Davon seien rund 200 Passagiere betroffen, teilten die Unternehmen in Frankfurt mit. Nicht betroffen seien andere Ziele in Thailand wie Phuket. Die derzeit rund 2000 Touristen, die sich in dem südostasiatischen Land aufhielten, seien alle wohlauf, berichteten die Reiseveranstalter. Auch die Lufthansa verschob wegen des Chaos in Bangkok einen Flug

Armeechef Anupong Paochinda hatte am Mittwoch dazu aufgerufen, das Parlament aufzulösen und neu wählen zu lassen. "Das ist der beste Weg, um die politische Krise zu mit demokratischen Mitteln zu lösen", betonte Anupong. Einen Militärputsch schloss er erneut aus. "Der Schaden wäre zu groß", sagte er. Der Armeechef appellierte an das Oppositionsbündnis PAD, die Besetzung des Flughafens zu beenden.

Am internationalen Großflughafen Suvarnabhumi in Bangkok saßen tausende Reisende fest. "Ein Alptraum", sagte eine Britin im Fernsehen, die stundenlang vergeblich auf ihren Abflug gewartet hatte. "Keiner weiß, wie es weitergeht." In den Terminals waren tausende Demonstranten in ihren typischen gelben T-Shirts zu sehen, die die Büros besetzten und den Betrieb lahmlegten. Auch Russland, Taiwan und die Philippinen gaben Reisewarnungen für Thailand heraus.

"Wir zerschlagen unser eigenes Porzellan", sagte der Direktor des thailändischen Tourismusverbandes, Wichit Na-Ranong. Wenn in der beginnenden Hauptsaison nur die Hälfte der Touristen kämen, verlöre das Land mehr als zwei Milliarden Euro.

Die Demonstranten sind Anhänger der außerparlamentarischen Opposition PAD, die die demokratisch gewählte Regierung stürzen will. Der PAD-Anführer Sondhi Limthongkul bezeichnete die jüngste Aktion als "letzten Kampf", um die Regierung zu stürzen. Seine Anhänger halten schon seit August den Regierungssitz besetzt.

Die PAD besetzte den Flughafen, um Somchais Rückkehr zu verhindern. "Wir bleiben hier, bis Somchai zurücktritt", sagte PAD- Sprecher Panthep Wongpuapan nach Angaben der Zeitung "The Nation". Die PAD wirft den Spitzenpolitikern vor, Strohmänner des vor zwei Jahren gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra zu sein.

Thaksin lebt im Exil und hat gerade seine Absicht bekräftigt, in die thailändische Politik zurückzukehren - nach monatelangen Beteuerungen des Gegenteils. Die Regierungspartei PPP wurde von seinen Anhängern gegründet. Regierungschef Somchai ist Thaksins Schwager. Die PAD argwöhnt, dass die PPP mit einer Verfassungsänderung die Rückkehr Thaksins vorbereiten will. Thaksin wurde im Oktober in Abwesenheit wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt.

AP / AP