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Aufstand in Syrien Regime vor Sieg gegen Rebellen


900 Oppositionelle wurden festgenommen, 3000 werden vermisst: In der Rebellenhochburg Daraa verbreitet die syrische Armee Angst und Schrecken. Nun soll der Einsatz des Regimes gegen die Aufständischen kurz vor dem Ende stehen.

Die syrische Armee steht nach eigenen Angaben vor dem Ende ihres Einsatzes in der Protesthochburg Daraa. Die Einheiten hätten einen "Großteil ihrer Ziele" in der südsyrischen Stadt erreicht, sagte ein Militärsprecher im Staatsfernsehen. Nähere Angaben machte er nicht. Die Armee war vor zehn Tagen mit tausenden Soldaten und Panzern in Daraa eingerückt. Menschenrechtsvertretern zufolge sorgte sie dort für Angst und Schrecken. Fast 900 Einwohner sollen seither festgenommen worden sein. Mehr als 3000 weitere werden zudem vermisst.

Hunderte syrische Soldaten in Kampfanzügen haben am Donnerstagmorgen nach Angaben eines Anwohners den Vorort Sakba der Hauptstadt Damaskus gestürmt. Sie seien in Häuser eingedrungen und hätten Bewohner verhaftet, sagte der Anwohner, der nicht wollte, dass sein Name veröffentlicht wird. Die Streitkräfte hätten die Telefonverbindungen gekappt, bevor sie die Häuser gestürmt hätten. "Es gibt keinen Widerstand", sagte er. Wie in vielen anderen Städten Syriens waren in Sakba am vergangenen Freitag Tausende auf die Straße gegangen, um für mehr Demokratie und die Absetzung des Präsidenten zu demonstrieren. Der Anwohner betonte, der Protestzug sei friedlich gewesen. Bereits damals sei eine große Zahl von Teilnehmern festgenommen worden.

Ban Ki Moon fordert Ende der Gewalt

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die syrische Regierung erneut aufgefordert, umgehend jegliche Gewalt zu stoppen und Massenverhaftungen von friedlichen Demonstranten zu beenden. In einem Telefongespräch mit dem syrischen Präsidenten Baschar al Assad habe sich Ban zudem für eine unabhängige Untersuchung der Gewalt ausgesprochen, teilte sein Sprecher mit. Die Menschenrechte der syrischen Bevölkerung müssten respektiert werden.

Der UN-Chef forderte die Regierung in Damaskus auf, die von ihr angekündigten Reformen vollständig und zeitnah umzusetzen und alle Parteien in den Dialog miteinzubeziehen. Ban sei über die humanitäre Lage in einigen syrischen Orten infolge der jüngsten Entwicklungen zutiefst beunruhigt und habe Präsident Assad ermahnt, den Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen unverzüglich Zugang zu gewähren, sagte der Sprecher des UN-Generalsekretärs.

nik/DPA DPA

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