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Ausland: Schröder fordert mehr Zeit für Inspektionen

Während US-Präsident Bush weiter mit einem bevorstehenden Militärschlag im Irak droht, fordert Bundeskanzler Schröder mehr Zeit zur Durchführung der Waffeninspektionen.

Bundeskanzler Gehard Schröder hat eine stärkere Unterstützung der UN-Waffeninspekteure im Irak gefordert. Dem Chef der Waffenkontrolleure, Hans Blix, müsse die Zeit eingeräumt werden, "die er zu recht reklamiert", sagte Schröder am Dienstagabend nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac in Paris. Dagegen erhöhte US-Präsident George W. Bush den Zeitdruck auf das Regime in Bagdad. Er habe «von (Saddams) Spielchen und Täuschungsmanövern die Nase voll», sagte Bush. Saddam Hussein bleibe nicht mehr viel Zeit. Er müsse abrüsten.

Chirac und Schröder in Irak-Frage einig

Schröder bekräftigte, Deutschland wolle weiter die Umsetzung der UN-Resolution ohne Krieg. Man müsse nun «alles daran setzen, die Arbeit der Inspekteure so gut wie möglich zu gestalten», sagte der Bundeskanzler nach der Unterredung mit dem französischen Präsidenten in Paris. Chirac betonte die Gemeinsamkeiten Deutschlands und Frankreichs in der Irak-Frage. Es gebe «eine Annäherung und eine gemeinsame Vision».

Schröder spricht sich für zweite Resolution aus

Schon vor seinem Besuch in der französischen Hauptstadt hatte sich Schröder am Dienstag erstmals öffentlich für eine zweite Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Legitimierung eines Irak-Krieges ausgesprochen. Wie Deutschland in dem Fall abstimmen würde, ließ er jedoch offen. Allerdings sehe er angesichts der Anti-Kriegs- Haltung der Bundesregierung wenig Chancen für eine gemeinsame europäische Irak-Linie im Weltsicherheitsrat, sagte Schröder.

Blix klagt über Zeitdruck

UN-Chefinspekteur Blix hatte am Montag über Zeitdruck geklagt und die Befürchtung geäußert, dass ihm nicht genug Zeit gegeben werde, seine Arbeit zu beenden.

Bush verstärkt Druck

US-Präsident Bush erhöhte den Druck auf den Irak am Dienstag weiter. Die Iraker müssten ihre Massenvernichtungswaffen abgeben. Sie hätten elf Jahre lang Zeit gehabt, und bisher habe er keine Hinweise darauf, dass dies geschehe, sagte Bush.

Rüstungsrelevante Materialien entdeckt

Die UN-Waffeninspekteure entdeckten im Irak unterdessen große Mengen illegal ins Land geschmuggelter rüstungsrelevanter Materialien. Allerdings sei noch nicht klar, ob diese zur Herstellung von Atombomben oder Chemiewaffen beschafft worden seien, sagte Blix.