HOME

Banda Aceh: Endlich Frieden

Die ehemaligen Rebellen in der indonesischen Provinz Aceh lösen ihre Kampfverbände auf. Traurige Ironie der Geschichte: Erst der Tsunami machte ein Friedensabkommen mit der Regierung möglich.

Nach fast 30 Jahren Bürgerkrieg haben die früheren Separatisten in den indonesischen Provinz Aceh die Auflösung ihres militärischen Flügels bekannt gegeben. Damit wird einer der längsten Bürgerkriege Asiens beendet.

"Ich habe die Ehre anzukündigen, dass die Nationalen Streitkräfte von Aceh, die Kämpfer der GAM, nun entwaffnet und entlassen sind", erklärte der Militärchef der Bewegung für ein freies Aceh (GAM) Muzakkir Manaf im Anschluß an ein Treffen mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono. Zugleich bekräftigte der GAM-Führer sein Bekenntnis zum Friedensvertrag vom 15. August.

Tsunami-Katastrophe brachte Verhandlungen in Gang

Die GAM hatte seit Mitte der 70er Jahre für eine Unabhängigkeit der Region gekämpft. Dabei waren 15.000 Menschen getötet worden. Unter dem Eindruck des verheerenden Tsunami im Dezember 2004, bei dem in Aceh schätzungsweise 170.000 Menschen starben, hatten GAM und Regierung unter Vermittlung Finnlands neue Friedensgespräche geführt.

Vor etwa einer Woche waren die letzten Waffen der Rebellen eingezogen und zerstört worden. Damit hatte die GAM die Abgabe der in dem Übereinkommen festgelegten Zahl von 840 Waffen abgeschlossen. Im Gegenzug hatte sich die indonesische Regierung in dem Friedensschluss verpflichtet, bis Jahresende mehr als 21 000 Soldaten und Polizisten aus der Provinz an der Nordspitze Sumatras abzuziehen. Die Zahl der Polizisten soll auf höchstens 9.100 fallen. Das letzte Kontingent soll am 29. Dezember die Heimreise antreten, hieß es.

Im kommenden Jahr soll die GAM dann an Wahlen in der Provinz teilnehmen. Die Friedensvereinbarung wurde so überraschend reibungslos umgesetzt.

DPA/Reuters / DPA / Reuters