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Vor Trumps Amtsantritt: Obama stellt riesige Gebiete in Arktis und Atlantik unter Schutz

Die neuen Schutzzonen haben die Größe von Spanien: Um seinem Nachfolger Donald Trump nicht zu viel Freiraum bei der Ölförderung zu gewähren, hat Barack Obama Teile der Arktis und des Atlantiks unter Schutz gestellt. Trump dürfte das nicht gefallen.

Arktischer Ozean - Teile der Arktis von Barack Obama unter Schutz gestellt

Eine russische Bohrinsel im Arktischen Ozean: Teile der Arktis und des Nordatlantiks, die zu den USA und Kanada gehören, wurden nun von Barack Obama zu Schutzzonen erklärt.

Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt hat US-Präsident Barack Obama seinem Nachfolger Donald Trump beim Meeresschutz die Hände gebunden: Einen Monat vor Ende seiner Amtszeit erklärte Obama am Dienstag große Gebiete in der Arktis und im Atlantik zu Schutzzonen, für die keine neuen Lizenzen für Öl- und Gasbohrungen vergeben werden dürfen. Die Regelung kann Nachfolger Trump nicht einfach aufheben.

In den Meeresgebieten seien Öl- und Gasbohrungen fortan "dauerhaft" verboten, erklärte Obama. Damit werde "ein sensibles und einzigartiges Ökosystem geschützt". Die neuen Schutzzonen in der Arktis umfassen eine Fläche von mehr als 50 Millionen Hektar und sind damit ungefähr so groß wie Spanien, außerdem wurden 31 unterseeische Täler im Atlantik unter Schutz gestellt.

Schutzgebiete haben "starke rechtliche Grundlage"

Bei Ölbohrungen sei die Gefahr groß, dass Öl ins Meer laufe, erklärte Obama zu seiner Entscheidung. Die Möglichkeiten, das Meer von einer solchen Ölpest zu befreien, seien "unter den rauen Bedingungen der Region" zudem begrenzt.

Ein ranghoher Regierungsvertreter erklärte, die neuen Meeresschutzgebiete hätten eine "starke rechtliche Grundlage". Er machte deutlich, dass Trump - ein Verfechter fossiler Energieträger - diese Entscheidung als US-Präsident nicht ohne Zustimmung des Kongresses rückgängig machen könne. Bei seinem Schritt berief sich Obama auf ein Gesetz von 1953, das US-Präsidenten das Recht zubilligt, US-Gewässer vor der Ausbeutung von fossilen Brennstoffen zu schützen.

Obama traf die Entscheidung in Abstimmung mit der kanadischen Regierung, die gleichzeitig ihre Hoheitsgewässer in der Arktis zum Schutzgebiet erklärte. Kanadas Premierminister Justin Trudeau sprach von einem Schritt, um die Lebensfähigkeit des arktischen Ökosystems zu sichern. Das gemeinsame Vorgehen mit Kanada bei den Meeresschutzgebieten dürfte Trump eine Kehrtwende zusätzlich erschweren.


Barack Obama "konsolidiert beispiellose Klimabilanz"

Das American Petroleum Institute, eine Lobbyorganisation der Ölbranche, kritisierte, Obamas Blockade von Ölbohrungen werde "unsere nationale Sicherheit schwächen, gutbezahlte Jobs zerstören und Energie weniger erschwinglich für die Verbraucher machen". Die Umweltorganisation Sierra Club begrüßte die Entscheidung hingegen. "Präsident Obama konsolidiert erneut eine beispiellose Klimabilanz", erklärte sie.

Obama ergriff während seiner achtjährigen Präsidentschaft eine Reihe von Umweltschutzmaßnahmen. So setzte er im Eiltempo die Ratifizierung des globalen Klimaschutzabkommens von Paris durch. Nach seinem Amtsantritt am 20. Januar wird Trump voraussichtlich versuchen, einige dieser Entscheidungen Obamas rückgängig zu machen. Der Immobilienmilliardär nominierte den Chef des Ölkonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, als seinen Außenminister und den Verfechter fossiler Energieträger und Klimawandel-Zweifler Scott Pruitt als Chef der Umweltbehörde EPA. In der Vergangenheit hatte Trump gemutmaßt, der globale Klimawandel sei eine Erfindung Chinas, mit der die US-Wirtschaft geschwächt werden solle.

amt / AFP