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Bettencourt-Affäre Opposition mahnt Befangenheit des Ermittler an


Wenige Stunden bevor Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy erstmals öffentlich Stellung zur Affäre um angebliche Millionzahlungen der L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt beziehen will, hat die Opposition ihren Druck noch einmal erhöht.

Vor einem mit Spannung erwarteten TV-Interview des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy erhöht die Opposition den Druck. Sie stellte am Montag die Unabhängigkeit der Ermittler infrage. Es sei kurios, dass mehrere Verfahren von einem Staatsanwalt geführt würden, der selbst in die Affäre verwickelt sei, sagte Sozialisten-Sprecher PS Benoît Hamon am Montag dem Sender i>TELE. Er forderte einen unabhängigen Untersuchungsrichter.

Auch an dem am Vortag vorgelegten Untersuchungsbericht der Generalinspektion für Finanzen (IDF) übte die größte Oppositionspartei im Land Kritik. Dieser reiche nicht aus, um Sarkozys Arbeitsminister Eric Woerth zu entlasten, sagte Hamon. Für den Montagabend wurde ein Fernsehinterview von Sarkozy erwartet, in dem er sich erstmals öffentlich zu der Affäre äußern will. Das einstündige Gespräch mit einem einzigen Journalisten des öffentlich- rechtlichen Fernsehens soll aus dem Garten des Präsidentenpalastes live gesendet werden.

Die französische Staatsspitze ist wegen mutmaßlicher Schwarzgeldspenden seit Wochen in Erklärungsnot. Die 87-jährige L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt und ihr verstorbener Mann stehen unter Verdacht, Sarkozy mit Umschlägen voller Bargeld versorgt zu haben. In der Hochphase des Präsidentschaftswahlkampfes 2007 soll Woerth, der damals als Schatzmeister für Sarkozys Wahlkampffinanzen zuständig war, unter anderem 150 000 Euro empfangen haben.

Woerths Ehefrau nahm kurz darauf einen Posten als Finanzexpertin bei der Vermögensverwaltungsgesellschaft von Bettencourt an. Deswegen wird Woerth auch verdächtigt, illegale Finanztransaktionen im Hause der reichsten Frau Europas gedeckt zu haben.

Zumindest teilweise entlastet wird er durch den Untersuchungsbericht der Generalinspektion für Finanzen (IDF). In ihm kommen Ermittler zum Schluss, dass Woerth in seiner Zeit als Haushaltsminister zumindest nichts tat, um Steuerermittlungen im Hause Bettencourt zu verhindern. Auch sollen unter seiner Führung keine Hinweise auf Steuerhinterziehung übersehen worden sein.

DPA DPA

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