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Großbritannien: Hunt gegen Johnson – ein einflussreicher Außenseiter fordert den Brexit-Hardliner heraus

Das Ringen um die Nachfolge von Theresa May geht in die Zielgerade. Zwei Bewerber sind noch im Rennen: Boris Johnson und Jeremy Hunt. Letzterer gilt als einflussreicher Außenseiter, während Johnson der skandalumwitterte Favorit ist.

Boris Johnson (l.) und Jeremy Hunt

Boris Johnson (l.) und Jeremy Hunt

Getty Images

Die Finalisten stehen fest: Im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May treten Ex-Außenminister Boris Johnson und der amtierende Außenminister Jeremy Hunt gegeneinander an. Beim fünften Wahlgang der Tory-Abgeordneten erzielte Johnson am Donnerstagabend 160 Stimmen, auf Außenminister Hunt entfielen 77 Stimmen. "Ich fühle mich zutiefst geehrt, dass ich mehr als 50 Prozent der Stimmen in der Schlussabstimmung erhalten habe", schrieb Johnson auf Twitter. Er freue sich darauf, seinen Brexit-Plan vorzustellen, das Land zu "einen und eine bessere Zukunft für uns alle zu schaffen".

Das letzte Wort haben aber die 160.000 Mitglieder der konservativen Tory-Partei, die zwischen Johnson und Hunt wählen sollen. Der neue Vorsitzende der Tories soll bis Ende Juli gekürt sein. Er wird dann auch Regierungschef und somit Nachfolger von Premierministerin May. Johnson war aus allen Abstimmungen unter den Tory-Abgeordneten als klarer Sieger hervorgegangen. Einige Beobachter waren davon überrascht, dass Johnson so schnell und eindeutig in Führung ging. Nachdem sich dieser Trend verfestigte, kam der "Guardian" zu dem Schluss, dass es "nahezu unausweichlich" sei, dass Johnson Premierminister werde.

Hunt vs. Johnson: Wer wird gewinnen?    

In der Woche des 22. Juli wird voraussichtlich der Name des Siegers bekannt gegeben, und Premierministerin May wird bei der britischen Königin offiziell ihren Rücktritt einreichen. Der neue Regierungschef wird in den Buckingham-Palast eingeladen und mit der Regierungsbildung beauftragt. Doch wer wird sich mit der Queen treffen? Der als Favorit geltende Johnson oder der Außenseiter Hunt? Hier die beiden Kandidaten im Profil.

Boris Johnson

Der ehemalige Bürgermeister von London und Ex-Außenminister hat angekündigt, sein Land am 31. Oktober aus der EU zu führen - ob mit oder ohne Deal. Allerdings hat auch der als Brexit-Hardliner geltende Johnson zuletzt mildere Töne angeschlagen und einen "No Deal"-Brexit als "letzten Ausweg" bezeichnet, den "niemand sich wünscht". Schon vor dem Referendum im Jahr 2016 war er einer der Wortführer der Brexit-Kampagne. Johnson ist unkonventionell, oft polternd - aber verfügt über Charisma. Und dennoch – oder vielleicht deshalb – ist er so beliebt bei der konservativen Basis.

Der einst auch unter liberalen Wählern populäre Ex-Bürgermeister von London ist für Wortwitz, aber auch Tollpatschigkeit bekannt. Seine Zeit als Außenminister ist in keiner guten Erinnerung. Johnson ist alles andere als ein geborener Diplomat. Die Liste seiner Fehltritte ist lang, ebenso wie die Liste der Skandale. So ließ sich seine Frau Marina Wheeler im vergangenen Jahr nach 25 Jahren Ehe von ihm scheiden – wegen zahlreicher Affären ihres Mannes. Ironischer weise trafen sich die beiden zu einem Zeitpunkt, als Johnson noch mit seiner ersten Frau verheiratet war.

Nach der Scheidung hatte Boris Johnson mit einer jungen Frau aus der eigenen Partei geturtelt und machte daraus auch keinen Hehl. Die junge Schöne könnte seine Tochter sein. Sein Geheimnis liegt wohl in seiner Wortgewandtheit: Auf diese Art bekam er den Brexit hin, obwohl er es mit Wahrheit und Fakten nie ganz genau nahm und während seiner Zeit als Journalist ein paar Mal wegen Übertreibungen und Lügen gefeuert wurde.

Doch an Boris Johnson perlen die Skandale und Fehltritte ab, ähnlich wie bei Donald Trump. Er konnte tun und sagen, was er wollte – in konservativen Kreisen blieb und bleibt er der populärste Politiker. Die Brexit-Hardliner sehen in ihm auch deshalb den idealen Nachfolger für die schwächelnde Premierministerin. Dabei sah er sich selbst vor einigen Jahren nicht in dieser Rolle. Einst sagte er, seine Chancen Premierminister zu werden, seien in etwa so groß "wie Elvis Presley auf dem Mars zu finden oder als Olive wiedergeboren zu werden".

Jeremy Hunt    

Hunt war eigentlich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU, hat kurze Zeit später aber eine Wandlung zum Brexit-Befürworter vollzogen. Der 52-Jährige kritisierte das Auftreten Brüssels in den Brexit-Verhandlungen später als "arrogant". Viele glauben, dass er sich damit schon in Position bringen wollte für die May-Nachfolge. Einen Ausstieg aus der EU ohne Abkommen hat Hunt allerdings als "politischen Selbstmord" bezeichnet.

Der Einfluss des Außenministers im Kabinett ist nach und nach gewachsen. Der frühere Geschäftsmann, der fließend Japanisch spricht, gilt als besonders belastbar. Als Außenminister gelang es ihm, die europäischen Verbündeten mit ähnlich provokativen Äußerungen gegen sich aufzubringen wie sein Vorgänger Boris Johnson. Bei einer Parteitagsrede beispielsweise verglich er die EU mit der Sowjetunion. "Ich bin der Außenseiter", räumte Hunt dennoch nach der letzten Abstimmung im Rennen um die May-Nachfolge bei Twitter ein. Aber in der Politik gebe es immer wieder Überraschungen.

Johnson ist Favorit. Aber kann er auch den Brexit liefern?

Dennoch: Die besseren Chancen auf das Amt des Regierungschefs hat Johnson. Ihm wird zugetraut, Brexit-Wähler zurückzugewinnen, die sich wegen des verschobenen EU-Austritts von den Konservativen abgewendet haben. Das Brexit-Datum musste bereits zwei Mal verschoben werden, weil sich im Parlament keine Mehrheit für den von May mit Brüssel ausgehandelten Deal fand. Die Frist für die Loslösung von der EU wurde inzwischen bis zum 31. Oktober verlängert.

Infolge der festgefahrenen Brexit-Verhandlungen und der gescheiterten Abstimmungen im Parlament hatte sich Theresa May für den Rücktritt entschieden. Dass Johnson oder Hunt es schaffen, vor dem 31. Oktober einen Brexit-Deal zu liefern, ist aber  fraglich, da die EU auf keinen Fall mehr nachverhandeln möchte. Beide wollen – und müssen – wie Theresa May einen "No-Deal"-Brexit verhindern.

Video: Boris Johnson wegen mutmaßlicher Brexit-Lügen vor Gericht
rw / Michael Streck / DPA / AFP
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(