Buenos Aires Großaufgebot beschützt die Fackel


Begleitet von zahlreichen Sicherheitsleuten hat der olympische Fackellauf durch Buenos Aires begonnen. Bisher gab es für die Sondereinsatzkräfte wenig zu tun, nur eine kleine Gruppe demonstrierte. Gegen die starke Abschirmung des Fackellaufs regt sich an den weiteren Stationen allerdings Widerstand.

Unter einem Großaufgebot an Sicherheitskräften hat am Freitag der olympische Fackellauf durch die argentinische Hauptstadt Buenos Aires begonnen. Größere Demonstrationen oder Störungen wie zuvor in Europa oder in San Francisco gab es zunächst nicht. Unterdessen demonstrierte eine kleinere Gruppe von Menschen gegen Chinas Tibet-Politik und die von ihnen beklagten Menschenrechtsverletzungen im Reich der Mitte. Es handelte sich überwiegend um Mitglieder der in China verbotenen Kultgemeinschaft Falun Gong. Die Behörden hatten insgesamt 5800 Polizisten und Ordner mobilisiert, um einen reibungslosen Ablauf des Laufs zu garantieren.

Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) entschied derweil, dass der Fackellauf ungeachtet der weltweiten Proteste gegen Chinas Tibet-Politik wie geplant auch durch das Hochland im Himalaya führen wird. Das bestätigte IOC-Präsident Jacques Rogge am Freitag in Peking. Die von den Chinesen als "Reise der Harmonie" bezeichnete Welttour der Flamme geht über insgesamt 137.000 Kilometer und soll dabei auch auf den Mount Everest führen.

Stationen des Fackellaufs

Rogge erwartet exzellente Spiele

Rogge sagte, er erwarte im Sommer in Peking "ausgezeichnete Olympische Spiele". Der Stand der Vorbereitungen sei "exzellent", sagte der IOC-Chef zum Abschluss der Exekutiv-Sitzungen in der chinesischen Hauptstadt. Das IOC habe "gute Dialoge" mit dem Organisationskomitee und der chinesischen Regierung geführt, betonte Rogge. In den 119 Tagen bis zur Eröffnung gebe es "nur noch ein paar kleine Details zu verbessern", sagte der Belgier. Das Pekinger Olympia-Organisationskomitee BOCOG will nach eigenen Angaben das Aufgebot der chinesischen Sicherheitskräfte bei den weiteren Stationen des olympischen Fackellaufs verstärken. Eine genaue Zahl des zusätzlichen Personals wurde aber nicht bekanntgegeben. Die Pekinger Olympia-Organisatoren sind auch für den Fackellauf verantwortlich.

Australien und Japan wollen Sicherheitskräfte nicht akzeptieren

Nach Australien kündigte nun auch Japan an, die Sicherheitskräfte aus China beim Fackellauf am 26. April in der japanischen Stadt Nagano nicht akzeptieren zu wollen. Chinesische Sicherheitskräfte waren bei den Stationen in London, Paris und San Francisco im Einsatz, um die Flamme zu schützen. Die athletischen Offiziere in ihren blau-weißen Trainingsanzügen waren wegen ihres zum Teil rabiaten Verhaltens in die Kritik geraten.

Die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai (68) erteilte der "Reise der Harmonie" unterdessen eine Absage. Sie möchte wegen Chinas Tibet-Politik nicht an dem Fackellauf in Tansania teilnehmen. Die olympische Flamme soll nach dem Lauf durch Buenos Aires nach Daressalam im afrikanischen Tansania weiterreisen, der einzigen Station in Afrika. Sie war am Vortag von San Francisco aus an Bord einer chinesischen Sondermaschine in Buenos Aires eingetroffen.

DPA/AP AP DPA

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