Bush zum Irakkrieg "Neues Kapitel des Heldentums"


Selbst wenn US-Präsident George W. Bush Selbstzweifel hegen sollte, zeigen tut er sie nicht. Seine Rede zum fünften Jahrestag des Irakkriegs strotzte vor Selbstsicherheit: Der Krieg habe den US-Streitkräften ein "neues Kapitel des Heldentums" beschert.

Fünf Jahre nach Beginn der Invasion im Irak hat US-Präsident George W. Bush einen Wendepunkt im Krieg verkündet. Bush erklärte in einer Rede im Pentagon, die Aufstockung der Truppen im vergangenen Jahr habe die Tür für einen wichtigen strategischen Sieg im Kampf gegen den Terrorismus geöffnet. Der Krieg hat bislang fast 4.000 US-Soldaten das Leben und die Steuerzahler rund 500 Milliarden Dollar gekostet. "Wir werden Augenzeuge des ersten großen arabischen Aufstands gegen Osama bin Laden, seine grauenvolle Ideologie und sein Terrornetzwerk", sagte Bush vor Pentagon-Vertretern, Soldaten und Diplomaten in Washington. Er bezog sich damit offensichtlich auf die Zusammenarbeit mit lokalen sunnitischen Milizen gegen die Al Kaida im Irak.

Bush verteidigt Krieg als notwendig und gerecht

Der Präsident verteidigte den Krieg als notwendig und gerecht. Er räumte jedoch ein, dass der Krieg länger und härter und teurer sei als erwartet. Einen vorzeitigen Abzug der US-Truppen aus dem Land lehnte er ab. Ein solcher Schritt würde nur die Rolle des Irans in der Region stärken und dem Terrorismus neuen Auftrieb geben. Die "hart erkämpften Ziele" dürften aber nicht gefährdet werden. Nach Mitteleuropäischer Zeit ist der Jahrestag des Einmarsches am Donnerstag. "Die Erfolge, die wir im Irak sehen, sind unbestreitbar, und dennoch fordern einige in Washington immer noch den Rückzug", sagte Bush. "Die Kriegskritiker können nicht länger glaubwürdig argumentieren, dass wir im Irak verlieren. Deshalb sagen sie jetzt, die Kriegskosten seien zu hoch." Diese Ausgaben seien aber notwendig, um einen "strategischen Sieg unserer Feinde im Irak" zu verhindern.

Der Entschluss, den damaligen Diktator Saddam Hussein zu stürzen, sei trotz hoher Verluste an Menschenleben und großer Kosten "die richtige Entscheidung" gewesen. "Die Welt ist besser dran, und die USA sind sicherer geworden", sagte Bush. Dank des Krieges seien im Irak die Folterkammern geschlossen und die Menschen von einer brutalen Tyrannei befreit worden. Auch müssten die Nachbarn des Irak keine Kriege und Angriffe mit chemischen Waffen mehr fürchten.

Zurzeit 158.000 US-Soldaten im Irak

Die Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten, Hillary Clinton, hat erklärt, sie würde 60 Tage nach ihrem Einzug ins Weiße Haus mit dem Abzug von US-Truppen beginnen. Ihr innerparteilicher Rivale Barack Obama erklärte, der Krieg habe die USA verwundbarer gemacht und die Feinde des Landes ermutigt. Obama hat wiederholt darauf hingewiesen, dass er von Anfang an den Irak-Krieg ablehnte. Der wahrscheinliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Senator John McCain, ist ein Befürworter der von Bush durchgesetzten US-Truppenverstärkungen. Den danach registrierten Rückgang von Anschlägen bezeichnet er als Wendepunkt im Irak-Krieg.

Seit Beginn des Irak-Kriegs kamen mehrere hunderttausend Iraker und mindestens 3.990 Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben. Fast 30.000 GIs wurden verletzt. Zurzeit befinden sich 158.000 US-Soldaten im Land. Diese Zahl soll bis Sommer auf 140.000 verringert werden. Mit Protesten im ganzen Land wollten Kriegsgegner lautstark ihre Stimme gegen eine Fortdauer des Militäreinsatzes erheben. Die Polizei in der US-Hauptstadt nahm 13 Demonstranten fest, die den Eingang zum Finanzamt blockierten. Die Teilnehmer der Protestaktion erklärten, sie hätten das Gebäude ausgewählt, weil das Amt die Steuern eintreibe, mit denen der Krieg finanziert werde.

DPA/AP AP DPA

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