Camp David Bush zielt auf Sarkawi-Nachfolger


Der Kopf der Schlange ist abgeschlagen, schon ist ein neuer nachgewachsen. George W. Bush hat den angeblichen Nachfolger des getöteten Terrorchefs al-Sarkawi, Scheich Abu Hamsa al-Muhadschir, auf seine Fahndungsliste gesetzt. Nur einer von vielen Gründen, die US-Truppen vorerst im Irak zu lassen.

Nach dem ersten Tag der Beratungen mit seinem Kriegskabinett hat US-Präsident George W. Bush den Nachfolger des getöteten irakischen Al-Kaida-Chefs Abu Mussab al-Sarkawi zu einem Ziel der US-Truppen erklärt. Weiter sagte Bush am Montag in Camp David, die US-Truppen müssten vorerst zur Sicherung des Landes im Irak bleiben.

Nach der Tötung al-Sarkawis hatte Bush sein Kriegskabinett zu einer zweitägigen Sondersitzung versammelt. In der Abgeschiedenheit seines Landsitzes Camp David will er bis Dienstag unter anderem mit seinem Stellvertreter Dick Cheney, Außenministerin Condoleezza Rice sowie Verteidigungsminister Donald Rumsfeld über die weitere Strategie der USA in dem Golfstaat beraten.

Noch kein Truppenabzug in Sicht

"Ich denke, der Nachfolger Sarkawis wird auf unserer Liste derer sein, die wir ihrer gerechten Strafe zuführen werden", sagte Bush. Aus einer am Montag im Internet veröffentlichten Erklärung ging hervor, dass die Al-Kaida den im Westen wenig bekannten Scheich Abu Hamsa al-Muhadschir als Nachfolger Sarkawis ernannt hat.

Auf die Frage nach einer Truppenreduzierung im Irak sagte Bush: "Was immer wir tun werden, wird von der Lage vor Ort abhängen." Als besten Weg, den Aufstand zu besiegen, bezeichnete Bush eine funktionierende Regierung der nationalen Einheit, die sich selbst verteidigen kann und den Menschen spürbare Verbesserungen liefern kann.

Schlechte Werte für W.

Die USA hoffen, nach der Tötung des Rebellen-Anführers al-Sarkawi größere Erfolge bei der Niederschlagung des Aufstands im Irak zu erzielen. Die anhaltende Gewalt hat die Unzufriedenheit der US-Bürger mit der Irak-Politik des Präsidenten geschürt und ihm sowie seiner Republikanischen Partei wenige Wochen vor der Kongresswahl schlechte Umfragewerte beschert. Seit dem US-geführten Einmarsch in den Golfstaat im März 2003 wurden mehr als 2400 US-Soldaten getötet.

Für Dienstag ist eine Videokonferenz mit Spitzenvertretern der neuen irakischen Regierung unter Ministerpräsident Nuri al-Maliki geplant. Dabei will Bush dem Vernehmen nach die Regierung in Bagdad vor allem dazu drängen, die Chance nicht verstreichen zu lassen, die durch die Tötung Sarkawis entstanden ist.

Reuters Reuters

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