VG-Wort Pixel

Chaos nach Präsidentenwahl in Afghanistan Abdullah erklärt sich selbst zum Sieger


Trotz gegenteiliger vorläufiger Wahlergebnisse, erklärte sich Abdullah Abdullah zum Sieger. Er wirft seinem Gegner Ghani Betrug vor. Die USA befürchten die Errichtung einer Parallel-Regierung.

Angesichts des Streits in Afghanistan über das Ergebnis der Präsidentenwahl hat US-Außenminister John Kerry vor einer unrechtmäßigen Machtübernahme gewarnt. "Ich habe Berichte über Proteste in Afghanistan und Andeutungen über eine Parallel-Regierung mit größter Sorge zur Kenntnis genommen", erklärte Kerry am Dienstag in einer von der US-Botschaft in Kabul veröffentlichten Mitteilung. Jeder Schritt, die Macht unrechtmäßig zu übernehmen, werde Afghanistan die finanzielle und sicherheitspolitische Unterstützung der USA und der Staatengemeinschaft kosten.

Der bei der Stichwahl um das Präsidentenamt unterlegene frühere Außenminister Abdullah Abdullah hatte am Montag erklärt, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen. "Wir sind stolz, wir respektieren das Votum des Volkes, wir haben gewonnen", sagte der frühere Außenminister am Dienstag vor tausenden Anhängern in Kabul. Er werde ein "betrügerisches Ergebnis" nicht akzeptieren - "nicht heute, nicht morgen, niemals", rief Abdullah der Menschenmenge zu.

Prüfung wegen Betrugsvorwürfen

Nach Angaben der Wahlkommission hat der frühere Weltbank-Volkswirt Aschraf Ghani die Wahl gewonnen. Für ihn hätten 56,44 Prozent der Wähler gestimmt, auf Abdullah seien 43,56 Prozent der Stimmen entfallen. In der ersten Runde hatte Abdullah noch deutlich vorne gelegen. Die Wahlkommission betonte, vor einer Ausrufung Ghanis zum Sieger müssten zunächst die zahlreichen Beschwerden wegen Wahlbetrugs geprüft werden. Das amtliche Endergebnis soll am 22. Juli veröffentlicht werden.

Die Taliban in Afghanistan setzten derweil ihre Anschläge auf ausländischen Soldaten fort. In der östlichen Provinz Parwan zündete ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz auf einem Motorrad und riss dabei sechs Nato-Soldaten, zwei afghanische Polizisten und zehn Zivilisten in den Tod, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) starben vier ausländische Soldaten bei dem Angriff. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

ivi/DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker